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Altenburg Warum ist das Altenburger Finanzamt das Langsamste in Thüringen?
Region Altenburg Warum ist das Altenburger Finanzamt das Langsamste in Thüringen?
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05:47 11.02.2019
Laut einer Internet-Umfrage ist das Altenburger Finanzamt das langsamste im gesamten Freistaat Thüringen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Altenburger Finanzamt ist am langsamsten“ war Ende Januar eine Meldung in der OVZ überschrieben. Laut einem Ranking des Internetportals „Lohnsteuer-kompakt“ benötigt die Behörde zur Erstellung eines Steuerbescheids im Schnitt 72,2 Tage und liegt damit unter den insgesamt zwölf Thüringer Ämtern auf dem letzten Platz. Im ganzen mitteldeutschen Raum müssten Steuerzahler nur im sachsen-anhaltischen Genthin noch länger warten, so das Portal. Die OVZ hat sich auf die Suche nach den Gründen für diese verhältnismäßig lange Wartezeit gemacht.

Umfrage nicht vollständig repräsentativ

Zunächst einmal, betont man auf Anfrage beim Thüringer Finanzamt, sei die Auswertung von „Lohnsteuer-kompakt“ nicht als vollumfänglich repräsentativ zu betrachten. Die bundesweit ausgewerteten rund 300 000 anonymisierten Steuererklärungen stellten nur einen Bruchteil der insgesamt zu bearbeitenden Arbeitnehmer-Steuererklärungen dar, so Sachbearbeiterin Kathleen Schmidt.

Allein in Thüringen seien im Kalenderjahr 2018 insgesamt 362 209 Steuererklärungen von Arbeitnehmern aus dem Jahr 2017 sowie weitere 54 029 Erklärungen aus 2016 bearbeitet worden. Die durchschnittliche Arbeitszeit in den Ämtern des Freistaats habe sich dabei zwischen 41,3 und 64,3 Tagen bewegt – im Mittel seien Steuerbescheide innerhalb von 52,4 Tagen erstellt worden, führt Schmidt aus. Insgesamt sei jedoch festzustellen, dass Bearbeitungszeiten in 2018 in allen Bereichen gestiegen seien.

„Belegvorhaltepflicht“ verlängert Bearbeitungsdauer

Die Gründe für den Anstieg und etwaig längere Wartezeiten sind vielfältig. Zum einen müssten Steuerzahler seit 2018 durch die sogenannte „Belegvorhaltepflicht“ nicht mehr zwingend alle Unterlagen sofort mit der Steuererklärung einreichen, so Schmidt.. „Dadurch sind die Ämter gezwungen, öfter Unterlagen nachzufordern – wodurch sich die Bearbeitungsdauer entsprechend verlängert“, erklärt sie. Zusätzlich werden nach wie vor nicht wenige Nachweise postalisch statt übers Internet eingereicht und müssen nachträglich eingepflegt werden.

Auch weitere Faktoren, etwa Urlaub oder Krankenstand der Mitarbeiter, haben Auswirkungen auf die Bearbeitungszeit. „Grundsätzlich sind die Finanzämter verpflichtet, Steuererklärungen in der Reihenfolge ihres Eingangs zu bearbeiten“, fügt Schmidt an. Auch bei der Steuer gilt also: Wer zuerst kommt, malt zuerst.

Steuerzahlerbund: Service darf nicht verloren gehen

Ähnlich sieht man die Situation auch beim Bund der Steuerzahler, wo man in jedem Jahr eine ganz ähnliche Umfrage wie bei „Lohnsteuer-kompakt“ durchführt. Klare Fakten ließen sich aus dem Ranking des Portals sicherlich nicht ableiten, bestätigt Isabel Klocke, Leiterin der Steuerabteilung beim Bundesverband der Steuerzahler in Berlin. „Maximal eine Tendenz ist zu erkennen.“

Berücksichtigt werden müssten bei derlei Erhebungen auch regionale Besonderheiten. „Auf dem Land leben etwa eher ältere Menschen und Rentner, in Ballungsräumen mit großen Arbeitgebern laufen entsprechend mehr Steuererklärungen auf“, weiß sie. Inzwischen könne man beobachten, dass sich die Bearbeitungszeit auf einem guten Niveau stabilisiere.

„Vieles ist heute automatisiert und geht daher schneller“, kann Klocke berichten. „Wichtig ist jedoch, dass dabei der Service, der Kontakt mit persönlichen Ansprechpartnern nicht verloren geht.“ Nicht immer könne etwa ein Computer falsche Eingaben erkennen – wodurch mitunter Absetzungsmöglichkeiten ungenutzt blieben.

Von Bastian Fischer

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