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Was ist schön im Plattenbaugebiet Altenburg-Nord?

Sozialprojekt Inka Was ist schön im Plattenbaugebiet Altenburg-Nord?

Der Stadtteil Altenburg-Nord ist als sozialer Brennpunkt gebrandmarkt. Und als triste Wohngegend. Probleme gibt es hier sicher einige. Aber es gibt auch schöne Seiten. Und die will das Sozialprojekt Inka jetzt wissen.

In Altenburg-Nord lebt es sich gut und unterhaltsam, wie hier beim Stadtteilfest im neuen Bürgerzentrum. Inka will jetzt mehr positive Eindrücke sammeln.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Errichtet wurde das Plattenbaugebiet in Altenburg-Nord in den 1970er- und 1980er-Jahren vornehmlich als immense Schlafstadt für die Arbeiter in den zahlreichen Großbetrieben der Stadt sowie Bergleute in der Wismut und der Braunkohle. Nach der Wende wurde der größte Stadtteil Altenburgs schnell zum sozialen Brennpunkt. Wer wegziehen konnte, der suchte das Weite, wer nicht, blieb hier hängen. Bis heute hält sich diese Sicht auf Nord hartnäckig, wenngleich die sozialen Probleme durchaus Bestand haben.

„Aber es gibt doch schon immer sehr viele Menschen, die hier sehr gern leben, die auch die Vorzüge dieses Stadtteils mit seinen vielfältigen Offerten zu schätzen wissen“, sagt Marleen Stroka. Die 34-Jährige arbeitet bei der „Thüringer Initiative für Integration, Nachhaltigkeit, Kooperation und Aktivierung“, kurz „Inka“, mit. Hinter dem etwas sperrigen Namen verbirgt sich ein vom Freistaat initiiertes Programm, deren Mitarbeiter sich um die sozialen Belange ratsuchender Bewohner kümmern. Seit April 2013 ist Inka unter der Trägerschaft der Arbeitswohlfahrt nun schon im Stadtteil engagiert. Erst kürzlich wurde das Projekt um weitere zwei Jahre verlängert.

Gehört hat man von Inka in der Öffentlichkeit allerdings eher wenig. Was Marleen Stroka, die das Projekt gemeinsam mit Silvia Herden umsetzt, aber wenig verwundert: „Wir arbeiten vorwiegend Einzelfälle ab, helfen Bedürftigen bei Ämtergängen, koordinieren oder vermitteln diese. Da läuft vieles auch auf einer vertraulichen Basis ab. Zudem sind wir meistens bei den Menschen vor Ort.“

Jetzt startet Inka einen öffentlichen Aufruf unter allen aktuellen und ehemaligen Bewohnern des Plattenbaugebiets. „Durch Ihre Brille geschaut ... so sehen Sie Altenburg-Nord“ heißt das Projekt. „Sicher gibt es eine ganze Reihe von Missständen. Aber wir wollen mit der Aktion dazu aufrufen, auch die guten Seiten des Stadtteils zu sehen“, unterstreicht die Mitarbeiterin. Alle Interessierte sind dazu aufgerufen, den Inka-Mitarbeitern ihre schönen Eindrücke aus der Platte mitzuteilen.

Stroka kann da aus dem Stehgreif eine ganze Menge aufzählen, was den Stadtteil auszeichnet: „Es gibt hier viel Grün, eine unglaubliche Dichte von Freizeitangeboten für verschiedene Generationen, gleich drei Kitas oder eben die in vielen Jahren gewachsene gute Nachbarschaft. Auch infrastrukturell ist Nord sehr gut erschlossen und angebunden“, meint sie.

Zudem habe sich auch in den zurückliegenden Jahren eine ganze Menge verbessert. Baulich an den Häusern, durch neue Parkplätze und neu gestaltete Spielplätze. „Alles Dinge, die heute auch mal schnell übersehen werden.“

Bewusst wurde die Aktion in der Art der Durchführung und der Laufzeit völlig offen gestaltet. „Vergleich zwischen früher und heute, nette Geschichten oder Erlebnisse mit der Nachbarschaft und alles andere Interessante kann bei uns erzählt oder vorbei gebracht werden.“ Willkommen sind da ebenso Unterlagen oder Fotos.

Kontakt: Sozialprojekt Inka, Stauffenbergstraße 48, 04600 Altenburg, Telefon: 03447 4885854.

Von Jörg Wolf

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