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Was liegt dort vergraben?

Was liegt dort vergraben?

Man musste kein Prophet sein, um unter den 19 Tagesordnungspunkten den wichtigsten herauszufinden - der Antrag zum Bau einer Fotovoltaikanlage an der Zwickauer Straße in Altenburg.

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Viele Jahre zugewuchert und ungenutzt - jetzt hat der Besitzer die Fläche zumindest gerodet.

Quelle: Mario Jahn

Zum zweiten Mal innerhalb von nur drei Monaten sollten die Stadträte vorgestern Abend über dieses Projekt befinden. Doch sie haben es nicht getan. Der Punkt 16 wurde auf Antrag der CDU von der Tagesordnung genommen. Diskutiert über dieses heiß umstrittene Projekt haben die Abgeordneten dennoch - anderthalb Stunden lang. Der Knackpunkt: Was liegt wirklich auf dem Grundstück vergaben?

 

"Im November haben wir die Beschlussvorlage mehrheitlich abgelehnt. Jetzt liegt sie uns wieder vor, und zwar unverändert. Soll jetzt solange abgestimmt werden, bis das Ergebnis passt?", fragte CDU-Fraktionschef André Neumann. Doch dieser kleine Seitenhieb in Richtung Oberbürgermeister war eher rhetorischer Art. Viel wichtiger waren dem Christdemokraten die zahlreichen offenen Fragen, die sich erst in den letzten Tagen ergeben hätten. Die wichtigste: Liegt durch die ehemalige Mülldeponie an dieser Stelle eventuell eine Verschmutzung von Grundwasser und Großem Teich vor? Neumanns Forderung, erst nach einem Bodengutachten entscheiden zu wollen, fand die notwendige Mehrheit. 17 Stadträte stimmten für den CDU-Antrag, die Vorlage von der Tagesordnung zu streichen, 14 dagegen.

 

Damit war klar, dass es an diesem Abend keine Entscheidung mehr geben würde. Eine Debatte gab es trotzdem, denn Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) beantragte kurzerhand zu diesem Thema eine aktuelle Stunde. Dies vor allem, um den aus Stuttgart angereisten Investoren die Möglichkeit zu geben, sich und ihr Vorhaben konkret vorzustellen.

 

Thomas und Florian Faber, Vater und Sohn, die im Schwabenland sonst mit Weinbau ihr Geld verdienen, haben für ihr Altenburger Projekt extra eine GbR gegründet, erzählte der Junior. In einer Fotovoltaikanlage sehen sie die beste, wenn nicht einzige Chance, um das Gelände sinnvoll zu nutzten. Denn dort seien Asche, Müll und Schutt vergraben, ja sogar Schwermetalle, die mit Mutterboden zugeschüttet wurden. Jede andere Bebauung, die mit Tiefbau einher ginge, würde also viel Geld verschlingen. Das Vorhaben des benachbarten Tennisclubs aus dem Jahr 2006, hier eine Tennishalle zu bauen, sei aus genau diesem Grund gescheitert. Außerdem sei das Areal eine der fünf für Solaranlagen ausgewiesenen Vorrangflächen in der Stadt.

 

Die Fabers haben sich inzwischen bereiterklärt, durch entsprechend hohe Bäume und Sträucher einen Sichtschutz zu gewährleisten. "Die Natur kommt bei uns nicht zu kurz. Wir haben bis jetzt bereits für 20 000 Euro Sträucher und Bäume gepflanzt", so Florian Faber. Außerdem werde die kostenintensive Pflege des Nonnenbachgrundes mit übernommen. "Es gibt keinen Lärm, keinen Geruch und keine Emissionen, dafür Strom für rund 300 Haushalte." Mit der benachbarten Einrichtung für betreutes Wohnen hat man offenbar schon einen potenziellen Abnehmer.

 

Laut Beschlussvorlage ist das Gelände ursprünglich als Asche- und Schutthalde genutzt worden. Im Zuge der Bebauung habe zu DDR-Zeiten das Baukombinat Leipzig diese Rückstände entsorgt und Lagerhallen errichtet. Diese wurden später abgerissen, doch Betonflächen und Fundamente seien noch vorhanden. Die Fläche sei inzwischen aus dem Thüringer Altlasteninformationssystem gelöscht und keine Verdachtsfläche mehr.

 

Sowohl André Neumann als auch sein Kollege von Grüne/Stadtforum, Johannes Schäfer, hoffen nun, dass in der neuerlichen Debatte diese widersprüchlichen Aussagen geklärt werden können. Vorgestern Abend blieb die Verwaltung auf Nachfrage, was denn nun wirklich dort liege, eine Erklärung schuldig.

 

© Kommentar Seite 13

Ellen Paul

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