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Weihnachtsbaum für Altenburgs gute Stube

Weißtanne gefällt Weihnachtsbaum für Altenburgs gute Stube

Auf Altenburgs Hauptmarkt steht der Weihnachtsbaum. Familie Richter aus dem Wilchwitzer Weg stellte die 15 Meter hohe Weißtanne zur Verfügung, die am Donnerstag fachgerecht umgelegt und per Tieflader ins Herz von Altenburg transportiert wurde. Immer unter den Augen von Lutz Meyner, dem für die „Operation Tannenbaum“ zuständigen Rathausmitarbeiter.

Per Tieflader kam der Weihnachtsbaum auf den Altenburger Markt.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Genau um 8.38 Uhr setzte am Donnerstag Ronald Tietze im Wilchwitzer Weg in Altenburg die Motorsäge an den Stamm. Keine Minute später schwebt die 17 Meter messende und 2,6 Tonnen schwere Weißtanne am Kranhaken. Vor 28 Jahren hatte der bisherige Besitzer Jürgen Richter den Baum eigenhändig in seinem Grundstück gepflanzt und seitdem gehegt und gepflegt. Entsprechend toll ist die Tanne gediehen. „Schön voluminös und ganz gerade wie ebenmäßig gewachsen“, meint Lutz Meyner, der den Prachtbaum schon vor geraumer Zeit ins Auge gefasst hatte. „Eigentlich bin ich das ganz Jahr über nach besonders gut gewachsenen Exemplaren auf der Suche, die in der Adventszeit einen würdigen Schmuck für unseren Weihnachtsmarkt sind“, plaudert der 57-Jährige.

Millimeterarbeit beim Transport

Trotz der erfolgreichen Fällung ist er noch immer ziemlich angespannt. Kein Wunder: Das Anlegen an den Kran sowie das Absägen war sozusagen nur die Kür der diesjährigen „Operation Tannenbaum“. Unter Meyners Regie erlebte sie am Donnerstag ihre 25. Auflage. Und um den Baum sicher auf den bereit stehenden Tieflader zu verfrachten, ist ein zentimetergenaues Rangieren notwendig: Zwischen zwei Alleebäumen muss die Tanne vorsichtig auf den Transporterausleger gehievt werden. „Ablegen zwischendurch geht aufgrund der Enge nicht. Wir müssen den Baum gleich auf dem Tieflader ablegen“, erklärt Meyner, ehe er schon weiterdenkt. Denn nun steht der Transport auf den manchmal engen Altenburger Straßen bevor. Und nicht jede Straße ist für die Überlänge überhaupt passierbar, weshalb der „Tannenbaumexpress“ von der Polizei eskortiert auch noch eine halbe Stadtrunde über Altenburg-Nord drehen muss.

Baum wird auf dem Markt erwartet

Szenenwechsel: Auf dem Altenburger Hauptmarkt warten im kalten Wind und immer wieder einsetzenden Regen schon die Helfer fürs Aufstellen. Gegen 10 Uhr soll der Transport über die Moritzstraße kommend dort eintreffen. Doch nichts ist zu sehen – eine geschlagene Stunde lang. Erst gegen 11 Uhr trifft der Tross am Rathaus ein. Mittlerweile haben sich schon etliche Schaulustige versammelt, filmen das Geschehen oder sind nur darauf gespannt, wie der Weihnachtsbaum anno 2017 anzuschauen ist.

Operation Tannenbaum füllt Buch

Da kann Lutz Meyner Geschichten um Geschichten erzählen. „Eigentlich könnte man ein Buch darüber schreiben, was wir in all den Jahren schon bei der Beschaffung des Baumes erlebt haben“, lacht er und nimmt sich diese Herausforderung ein weiteres Mal vor. Aber vorerst bleibt die Anspannung bestehen, auch als der Baum kurze Zeit später erneut am Kran hängt: „Erst wenn der sicher und gut in der Hülse steht, kommt die Erleichterung“, sagt Meyner. Mit einer Schiebelehre kriecht er zusammen mit einem Bauhofmitarbeiter mit Kettensäge um den hängenden Koloss. Immer wieder misst er bei der inzwischen um einen guten Meter gekürzten Weißtanne die letzten 1,30 Meter Stammumfang. Denn die müssen komplett in der Hülse verschwinden, um dem temporären Marktschmuck die nötige Standsicherheit zu geben.

Passt, wackelt und hat Luft!

Immer wieder muss mit der Säge vorsichtig nachgeschnitten werden. Erst 11.37 Uhr gibt Meyner das entscheidende Signal: „Packen wirs!“ Und ziemlich schnell und glatt rutscht der Baum in die Halterung, wird mit Keilen zusätzlich gesichert und steht wie eine „Eins“.

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Am Donnerstag wurde der Baum für den Altenburger Weihnachtsmarkt gefällt. OVZ-Fotograf Mario Jahn verfolgte das Ereignis vom Fällen bis zum Wiederaufstellen auf dem Altenburger Markt.

Zur Bildergalerie

Und die vielen Neugierigen, die das Spektakel verfolgt haben, scheinen mit dem zu Sehenden auch zufrieden zu sein. Auch Bernd Feistel. Der 62-Jährige kontrolliert sozusagen von Amts wegen. Denn am Freitag in einer Woche wird er wieder höchstpersönlich den Weihnachtsmarkt eröffnen. Als Weihnachtsmann, wie es Bernd Feistel nun seit 34 Jahren macht und dann jeden Tag rund um die festlich beleuchtete Weißtanne anzutreffen ist.

„Ehrlich: Der sieht wirklich richtig gut aus. Da freut man sich schon richtig auf die Adventszeit“, gibt er Meyner & Co. seinen Tannenbaum-Segen. Sieht auch Lutz Meyner so. Die 3000 Euro, die die Aktion immer kostet, sind gut angelegtes Geld.

Von Jörg Wolf

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