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Weihnachtsoratorium lockt viele Besucher in die Brüderkirche

Weihnachtsoratorium lockt viele Besucher in die Brüderkirche

Es ist schon erstaunlich, welche Anziehungskraft ein Konzert hat, wenn das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf dem Programm steht. Das war am dritten Adventssonntag wieder einmal in der Altenburger Brüderkirche zu erleben.

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Unter der Leitung von Philipp Göbel wird das Weihnachtsoratorium zu einem hervorragenden Konzert. Die Altenburger Kantorei, der Chor des Spalatin-Gymnasiums und das Neue Leipziger Barockensemble gestalteten die Aufführung.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Felix Friedrich

Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn drängte eine riesige Menschenmenge zum Portal hin, und im Nu war die Kirche bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Woran mag es liegen, dass ein umfangreiches Werk der Klassik so eine Anziehungskraft besitzt, obwohl die Bachschen Werke für die Konzertbesucher oft nicht so ganz einfach zu verstehen sind? Es sind sicherlich die christliche Weihnachtsbotschaft und deren glanzvolle, aber auch oft nachdenklich stimmende Umsetzung durch Bach, nach denen die Herzen und Seelen der Menschen in dieser Jahreszeit eine starke Sehnsucht verspüren.

Ihre Erwartungshaltung wurde mit dem Konzert in der Brüderkirche nicht enttäuscht, obwohl Philipp Göbel nicht die klassischen drei ersten Kantaten des Oratoriums auf das Programm gesetzt hatte, sondern neben der ersten Kantate die etwas seltener gespielten Teile vier bis sechs. Doch gerade diese letzten drei Kantaten besitzen so viel an wunderbarer Bachscher Verinnerlichung und theologischer Aussagekraft.

Um es vorweg zu nehmen, es war insgesamt eine exzellente Aufführung, dank der sehr gut vorbereiteten Altenburger Kantorei und des Chors des Christlichen Spalatin-Gymnasiums sowie des stets stilsicher und präzise begleitenden Neuen Leipziger Barockensembles. Diesem Eindruck tat es auch keinen Abbruch, dass der Schlusschor durch einen fehlenden Einsatz des Chores auch im Orchester etwas ins Wanken geriet. Dies dürfte auf eine Konzentrationsschwäche nach zwei Stunden Anstrengung zurückzuführen sein.

Philipp Göbel leitete die gesamte Aufführung sehr engagiert, zeigte vollen Körpereinsatz, wenn der böse Feind des Jesuskindleins, also König Herodes, vor Wut schnaubte oder wenn das strahlende "Jauchzet, frohlocket" das Konzert einleitete. Voller Sensibilität und Meditation erklangen die wundervollen Choräle. Bei der Wahl der Tempi ging Göbel manchmal an oder auch über die Grenzen des Machbaren. Die Königsarie des ersten Teils verlor dadurch etwas an ihrem majestätisch-barocken Glanz. Dafür verlieh er den Arien im Dreiertakt den tänzerischen Gestus, den sich Bach vorgestellt hat.

Die Soli der Violinen, der Oboe und das Zusammenspiel der Continuo-Gruppe bewegten sich durchweg auf hohem Niveau, abgesehen von einigen kleineren Schwächen bei den Trompeten.

Auch die vier Gesangssolisten boten eine rundum überzeugende Leistung. Friederike Holzhausen in der Höhe bestens aufgestellt, Susanne Krumbiegel mit ihrer kräftigen Altstimme und teilweise humorvoller Mimik und Ezra Jung mit seinem voluminösen Bass zeigten, wie klangschön und lebendig man die Bachschen Arien gestalten kann. Der Tenor Michael Zabanoff hatte als Evangelist und mit seinen beiden Arien die Hauptlast zu tragen. Er zog mit Dramatik und Spannung, aber auch mit viel Feingefühl für die sensiblen Passagen seinen Part bis zum Schluss ohne Makel durch. Chapeau! Auch die Echo-Arie gelang Friederike Holzhausen zusammen mit einer jungen Chorsängerin makellos.

Das Publikum, abgesehen von den üblichen Handyrüpeln, lauschte gebannt dieser sehr beeindruckenden Aufführung Philipp Göbels und spendete am Ende lautstarken und trampelnden Beifall. Die Zugabe, der Bachsche Choral "Ich steh an deiner Krippen hier" belohnte ihn und rundete das musikalische Weihnachtsgeschehen sehr eindrucksvoll ab.

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