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Altenburg Weiße Wanne legt Meuselwitzer Wohnhäuser trocken
Region Altenburg Weiße Wanne legt Meuselwitzer Wohnhäuser trocken
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10:17 09.06.2016
Rene Wieduwild bringt zur Sanierung des Mumsdorfer Wohnhauses in der Falkenhainer Straße eine Sauberkeitsschicht an. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz

Das steigende Grundwasser in ehemaligen Bergbauregionen ist bei hunderten von Gebäuden die Ursache für deren „nasse Füße“. Allein die SWG Meuselwitz hat in ihrem Bestand zehn Bauten, die sie wegen möglicher Auswirkungen des ansteigenden Wasserspiegels bei der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltung (LMBV) gemeldet hat. Ein bereits stark betroffenes Mehrfamilienhaus im Falkenhainer Weg 5 in Mumsdorf wird seit mehreren Monaten trockengelegt. Der Bergbausanierer, der die Kosten für die Trockenlegung trägt, nimmt allein bei diesem Haus 273.000 Euro für die reinen Baukosten und 63.000 Euro für die Planung in die Hand.

Seit Ende des vergangenen Jahres ist hier eine Firma aus Gera damit beschäftigt, eine sogenannte weiße Wanne im Kellerbereich des Sechsfamilienhauses einzubauen. Dafür mussten die vier Mieter, die derzeit hier wohnen, ihre Keller komplett räumen, beschränken sich doch die Bauarbeiten ausschließlich auf diesen Bereich. „Um die Hausbewohner so wenig wie möglich dem Lärm und Schmutz auszusetzen, ist extra ein Baustellenzugang von außen geschaffen worden“, sagte Fred Reichel, Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) Meuselwitz, bei einem Vor-Ort-Termin.

Weil Baumaterial auf dem Hof gelagert ist, war der ebenfalls nur eingeschränkt nutzbar. Doch damit hätten sich die Mieter arrangiert. Das Ende dieser Situation ist aber absehbar, denn die Bauarbeiten sollen bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Um während der Bauphase die Warmwasser- und Wärmeversorgung der Hausbewohner zu gewährleisten, musste die Anlage vom Keller nach außen verlegt werden.

Zur Abdichtung der rund 180 Quadratmeter großen Kellerfläche wird eine 25 Zentimeter hohe Betonplatte gegossen, und auch an die Wände kommt eine 25 Zentimeter starke Betonschicht, so der Planer Ronny Zirpel. Dies sei das Minimum für eine weiße Wanne.

Um diese einbringen zu können, seien aufwendige und langwierige Vorbereitungsarbeiten erforderlich, betonte Reichel. „So mussten im Kellerbereich alle Wasserleitungen, die Elektrik und auch die Heizungsrohre neu verlegt werden.“ Die Außenwände des Gebäudes bekämen eine Horizontalabdichtung. Das sei erforderlich, damit das Grundwasser künftig nicht mehr nach oben steigen kann. Dazu waren ebenfalls umfangreiche Vorarbeiten notwendig.

Die Trockenlegung hat allerdings auch Nebenwirkungen: Weil der Boden um 25 Zentimeter angehoben wird, könnten großgewachsene Mieter nach der Trockenlegung mit der Kellerdecke in Berührung kommen. Doch das lasse sich nicht vermeiden, so Reichel.

Im Falkenhainer Weg ist aber nicht nur das einzige Wohnhaus, das der städtische Vermieter in Mumsdorf hat, mit nassen Füßen konfrontiert. Reichel verwies darauf, dass am Nachbargebäude, das sich im Privatbesitz befindet, ebenfalls Abdichtungsarbeiten anstehen.

Es sind in Mumsdorf nicht die beiden einzigen Gebäude, die vom Grundwasseranstieg betroffen sind. So sind zum Beispiel im Rusendorfer Weg 5, 6, 10 und 11 durch die LMBV die ersten Trockenlegungsarbeiten bereits abgeschlossen. „Die Arbeiten haben wir als Verwalter der Gebäude begleitet und bei Verhandlungen die Eigentümer vertreten“, informierte der SWG-Geschäftsführer.

Die Folgen des Grundwasseranstiegen sind auch in der städtischen Kindereinrichtung in Mumsdorf zu spüren. An diesem Gebäude sind dringend und schnell Abdichtungsmaßnahmen erforderlich.

Von Marlies Neumann

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