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Weißrussische Kinder im Altenburger Land

Weißrussische Kinder im Altenburger Land

"Schwimmen", sind sich Julia und Andrej auf die Frage, was während ihrer Ferien bisher am meisten Spaß gemacht hat, sofort einig. Da hilft es auch nichts, dass Dolmetscherin Natascha Karpowitsch noch einmal auf den schönen Ausflug in den Zoo Leipzig hinweist, die beiden Jugendlichen haben sich bereits auf eine Aktivität festgelegt.

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Mit vielen Erinnerungen werden die weißrussischen Kinder nach Hause fahren.

Quelle: Mario Jahn

"Aber wir haben schon so viel erlebt", fügt Julia noch in einigen Worten Deutsch hinzu.

 

Die beiden sind zwei von 20 Kindern aus Weißrussland, die insgesamt zwei Wochen in Altenburg verbringen. Die ehrenamtlichen Helfer der Belarus-Hilfe des Magdalenenstifts haben wieder ein volles Programm zusammengestellt, um den Mädchen und Jungen unvergessliche Tage zu schenken. In Naumburg, Leißling, Leipzig und Altenburg waren sie schon unterwegs, in den nächsten Tagen geht es beispielsweise noch nach Weißenfels, Meuselwitz, Gößnitz und an den Cospudener See. "Für viele ist es hier wie im Paradies", erzählt die Initiatorin Gabi Kirmse. "Wer einmal in Deutschland war, möchte noch einmal wiederkommen." Denn, was die Kinder in diesen Tagen erleben, würde sich gravierend von dem Leben in Belarus unterscheiden.

 

29 Jahre ist die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl her, doch die Auswirkungen des Unglücks spüren auch die, die damals nicht einmal auf der Welt waren, noch heute. "Sie leiden an den gesundheitlichen Folgen", beschreibt Gabi Kirmse. Probleme mit der Schilddrüse, den Augen oder den Nieren hätten die Kinder, bei manchen vermutet sie Hautkrebs. "Man sieht es ihnen nicht an, aber alle haben ihre Geschichte." Einige haben ihre Eltern durch Krebs verloren, fast alle leben in schwierigen Verhältnissen. Nicht immer gebe es genügend Lebensmittel, gerade im Sommer müssten sie bei der Feldarbeit mithelfen. "Sie sind erstaunt, dass sie hier immer Essen bekommen", erzählt Gabi Kirmse.

 

Auch bei Julia und Andrej steht das Essen bei den Dingen, die sie in Deutschland überrascht haben, ganz oben auf der Liste. "Sehr gutes Essen gibt es hier", sagt die 14-Jährige und der ein Jahr jüngere Junge ergänzt: "Viele Vitamine." Und die Menschen seien alle sehr nett, betonen sie mehr als einmal.

 

In den Tagen in Deutschland sollen die Acht- bis 13-Jährigen aus Petrischki, Minsk und Homel sich erholen, Kraft tanken und einfach mal unbeschwert Kind sein. Gemeinsam mit einer Organisation vor Ort werden deshalb jedes Jahr Kinder eingeladen, denen es in ihrer Heimat nicht so gut geht. "Viele möchten wiederkommen, aber wir wollen auch möglichst vielen diese Chance bieten", sagt Gabi Kirmse. An den Abschied in wenigen Tagen möchte sie noch nicht denken. "Das fällt mir immer sehr schwer. Zumal man ja nicht weiß, was aus den Kindern wird." Einige von denen, die in den vergangenen Jahren zu Besuch waren, sind inzwischen verstorben. Mit anderen aber haben Gabi Kirmse und ihre Mitstreiter noch heute Kontakt.

 

Seit mehr als 15 Jahren organisiert Gabi Kirmse die Erholungsurlaube, zum achten Mal unterstützt das Magdalenenstift sie dabei. Neben den zahlreichen Sachspenden und kostenlosen Dienstleistungen, mit denen eine Vielzahl von Firmen und Privatpersonen der Initiative helfen, sind jährlich rund 15 000 Euro notwendig. "Viele unterschätzen, dass nicht nur das Essen, sondern auch die Busfahrten, Versicherungen und so weiter bezahlt werden müssen", beschreibt Helferin Kirmse. Dieses Jahr ist es unter anderem der Rotary Club, der das Projekt unterstützt. Am Montagabend wurde dafür in Altenburg ein Scheck mit 2500 Euro übergeben.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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