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Weiter Wirbel um Kita Spatzennest - Volkssolidarität weist Vorwürfe zurück

Weiter Wirbel um Kita Spatzennest - Volkssolidarität weist Vorwürfe zurück

Seit dieser Woche müssen sie sich wegen Körperverletzung, Nötigung und Kindeswohlgefährdung vor dem Amtsgericht Altenburg verantworten. Doch drei der vier Erzieherinnen haben während ihre Befragung am Mittwoch nun teils schwere Vorwürfe gegen die Kindertagesstätte Spatzennest erhoben und ihre Handlungsweise damit begründet.

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Volker Kibisch

Quelle: Mario Jahn

Volker Kibisch, der Geschäftsführer der Volkssolidarität, der Trägerin der Kita, hat diese Kritik in allen Punkten zurückgewiesen.

 

So sollen Tücher über die Augen einiger Kleinkinder deswegen gelegt worden sein, weil es im Schlafraum zu hell war und die Bitte um Rollos von der Leitung wegen Geldmangels abgelehnt worden sei, behaupteten die Frauen vor Gericht. Deswegen seien Verdunklungen sogar von zu Hause mitgebracht worden. Unruhige Kinder konnten nicht in den Nebenraum geschoben werden, damit sie die Ruhe der anderen nicht stören, weil die Bettchen nicht durch die Tür passten. Aber um die Ruhe nicht zu stören, sei jene Praxis angewendet worden, die das Verschnüren einer Decke mit zwei verknoteten Windeln vorsah, um die Kinder zu beruhigen. Außerdem sei mitunter eine von drei Erzieherinnen während der kritischen und stressigen Einschlafphase von bis zu 17 Kindern durch die Leiterin der Einrichtung in andere Gruppen abgezogen worden. Sie habe auf die jeweilige Situation keine Rücksicht genommen, hieß es vor Gericht.

 

Bei der Übernahme schwer behinderter Kinder habe es auch keine Einweisung oder Begutachtung gegeben. So sei in einem Fall ein solches bis dahin unbekanntes Kind sogar durch einen Fahrer einer Behinderteneinrichtung einfach nur abgegeben worden, behaupteten die Frauen.

 

"So wie es die Erzieherinnen darstellen, war es mit Sicherheit nicht", sagte Volker Kibisch gestern der OVZ. Für ihn seien die Aussagen reine Schutzbehauptungen. So lag für jedes behinderte Kind ein Gutachten des Gesundheitsamtes vor. In Besprechungen der Kita-Leiterin mit den betreffenden Erzieherinnen und einer Therapeutin, die das Kind zuvor betreut hatte, sei in jedem einzelnen Fall der Entwicklungsstand und der Betreuungsbedarf besprochen worden, sagte Kibisch. Auch gab es Rollos an den Fenstern, mindestens seit 2010, seitdem er Geschäftsführer ist. Dass es zwischen diesen Verdunklungen über zehn Zentimeter breite Schlitze gibt, sei für Kibisch kein Problem. Denn bei völliger Dunkelheit sei die Schlafwache nicht zu gewährleisten. Auch die Bettchen hätten durch die Tür gepasst. Ein Blick in die Dienstpläne habe ergeben, dass es eine Gruppenstärke von 17 Kindern nie gab, sondern maximal 14.

 

Erstmals seit Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober 2012 hat sich die damalige Leiterin der Kita, Veronika Schneider, nun gegenüber OVZ geäußert. Die Anklage gegen sie ließ das Gericht nicht zu. Dennoch ist sie nach wie vor nicht mehr als Leiterin tätig, sondern mit Verwaltungsaufgaben betraut. Veronika Schneider bestätigt die Behauptung der Erzieherinnen, dass Kollegen bei Personalmangel in andere Gruppen abgezogen wurden. Aber nur, wenn sie selbst höchstens sieben bis acht Kinder zu betreuen hatten. Niemals aber 17.

 

Das Einschnüren der Kinder mit Windeln sei ihr nicht bekannt gewesen, und sie könne es sich auch nicht erklären, wie diese Methode in die Kita gelangte. "Wenn ich es gesehen hätte, wäre ich eingeschritten", sagte sie. Wenn sie kontrolliert habe, dann nur auf Höhe der Zimmertür. In die Bettchen selbst habe sie nie gesehen. "Möglicherweise hätte ich besser kontrollieren müssen". Diesen Vorwurf könne sie sich nicht ersparen.

 

Eine Angeklagte hatte dagegen behauptet, dass der Leiterin die Wickeltechnik bekannt gewesen sein müsse.

Jens Rosenkranz

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