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Altenburg Weitere Beweise nötig: Drogenprozess am Amtsgericht Altenburg wächst sich aus
Region Altenburg Weitere Beweise nötig: Drogenprozess am Amtsgericht Altenburg wächst sich aus
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20:30 08.02.2017
Vor dem Altenburger Amtsgericht muss sich derzeit eine junge Frau wegen Drogenbesitzes und -handels verantworten. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Mitgegangen, mitgehangen: Im Verfahren um Drogenbesitz und Drogenhandel, das am Mittwoch vor dem Amtsgericht Altenburg begann, trifft die Redewendung den Nagel auf den Kopf. Angeklagt ist eine junge Frau, die im April/Mai 2015 einen Altenburger Dealer mehrfach zu Geschäftspartnern gefahren hat, bei denen er dann Crystal gekauft haben soll. Für die Fahrten soll der damals in Hohenstein-Ernstthal wohnende Händler sie wiederum dreimal mit mindestens zehn Gramm Crystal im Einkaufswert von 40 Euro je Gramm entlohnt haben. Neben dem Besitz wirft die Staatsanwaltschaft ihr zudem vor, das Rauschgift gewinnbringend weiterverkauft zu haben.

Doch Claudia G. bestreitet dies. Wie ihre Verteidigerin Ines Kreisel erklärte, habe ihre Mandantin besagten Mann zwar mit ihrem Auto befördert. Hintergrund sei aber, dass sie zu jener Zeit bei ihm 500 Euro Schulden aus Internet-Geschäften gehabt habe. „Man hat sich geeinigt, dass sie die Schulden abfahre“, so Kreisel. Als es ihr zu bunt wurde, habe sie ihm mitgeteilt, dass ihr Führerschein weg sei, woraufhin der Kontakt eingeschlafen sei. „Sie hat keine Drogen bei ihm gekauft oder für die Dienste erhalten.“

Sie habe bis 2013 selbst Crystal konsumiert, dann aber eine Therapie gemacht, erklärte die Angeklagte. Seither sei sie clean, was sie anhand negativer Tests nachweisen könne. „Dass er Drogen geholt hat, habe ich nicht mitbekommen“, so Claudia G., obwohl sie manchmal mit in den Wohnungen gewesen sei. Sie habe schlicht nicht wissen wollen, was da laufe.

Besagter Dealer, der sich gerade selbst wegen Handels mit fast zwei Kilo Crystal vor dem Landgericht Halle verantworten muss, ist Hauptbelastungszeuge. Er sei aussagewillig, aber nur mit Anwalt, erklärte er. Richter Sandy Reichenbach lehnte sein Gesuch nach Kostenübernahme aus der Staatskasse jedoch ab, weil er den 38-Jährigen für fähig hält, seine Rechte selbst wahrzunehmen. Er stimmte zu und wird zur Fortsetzung am 1. März aussagen.

Da Kreisel Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit hat – seine Aussagen haben sich bereits in zwei anderen Verfahren als falsch oder nicht stichhaltig erwiesen –, will man weitere Beweise herbeiziehen. Die reichen von Vernehmungsprotokollen bis hin zu Telefonüberwachung. Wegen des Umfangs gibt es noch einen Termin am 3. März.

Von Thomas Haegeler

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