Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Weiterer Bewerber auf Chefdirigenten-Position

Weiterer Bewerber auf Chefdirigenten-Position

Beethovens neunte Sinfonie gehört für das Konzertpublikum in Altenburg und Gera zum Jahreswechsel wie Feuerwerk und das prickelnde Getränk in langstieligen Gläsern.

Voriger Artikel
Drehleiter als Weihnachtsgeschenk für Luckaer Feuerwehr
Nächster Artikel
Schlossorganist Felix Friedrich blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2011 zurück

Jan Michael Horstmann freut sich auf die neuen Herausforderungen.

Quelle: privat

Altenburg. Umso wichtiger ist, dass das Ritual nicht allein vom Rituellen lebt, sondern sich auch mit frischem, musikalischem, ausdrucksvollem paart. Die besten Voraussetzungen dafür bringt Jan Michael Horstmann mit - schon viermal hat er in unterschiedlichem, aber festlichem Rahmen das Opus dirigiert, zweimal in Magdeburg - als geschäftsführender erster Kapellmeister und später noch einmal als Gast - und zweimal als Generalmusikdirektor in Freiberg-Döbeln.

Mit Lust und Neugier kommt der Kandidat für die Position des Generalmusikdirektors zum Jahreswechsel nach Gera und Altenburg, und freut sich, durch die Werkvorgabe Bekanntschaft mit anderen Bereichen des Hauses zu machen - mit dem von Ueli Häsler einstudierten Philharmonischen Chor und Opernchor sowie den Solisten Kim Sheehan, Chrysanthi Spitadi, Bernardo Kim und Teruhiko Komori. Und auf das Werk freue er sich sowieso, meint der charmante Plauderer.

Ohnehin sieht er sich in mindestens ebenso starkem Maße wie als Konzertdirigent als Theatermann. Übers Theater ist er zur Musik und zum Dirigieren gekommen. Seine Kindheit verbrachte der heute 43-Jährige im Theater. Als Sohn eines Schauspielers und einer Tänzerin, die nach dem Ende ihrer Tanzkarriere als Kostümassistentin arbeitete, wuchs er zwangsläufig "auf, unter und hinter der Bühne" auf. Und das in ganz verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum. Als seine Heimat - hier hat er zumindest die längste Zeit seines bisherigen Lebens verbracht - betrachtet er Wuppertal. Hier fing er auch relativ früh während seiner Schulzeit an, als Statist auf der Bühne zu stehen und konnte auf den Bühnenmonitoren die Dirigenten beobachten und wusste: "So Musik in Körperlichkeit umsetzen - das will ich machen."

Insofern arbeitete er stringent darauf zu. Die Aufnahmeprüfung zum Dirigierstudium in Hamburg bestand er auf Anhieb. In der Hansestadt begegnete er auch Kay Kuntze zum ersten Mal. Lachend meint er, es gebe einige Programmhefte, in denen die Namen beider damaliger Studenten zu finden sind. In Freiberg kreuzten sich ihre Wege dann zum zweiten Mal.

Noch während des Studiums bot man Jan Michael Horstmann eine Korrepetitorenstelle in Wuppertal an. Theaterarbeit, wie er sie sich erträumte und immer hatte er das Glück, auf freundschaftlich kollegiale Lehrmeister zu stoßen. Genau wie auch später in Magdeburg. Und schließlich bot sich die Chance, 2004 als Chefdirigent nach Freiberg-Döbeln zu gehen. Eine angenehme und wichtige Erfahrung - und trotzdem weiß Horstmann, dass sowohl das Orchester als auch er nach neun schönen und aufregenden Jahren neue und andere Impulse brauchen.

Jan Michael Horstmann ist kein "Reisedirigent" und will das auch nicht sein. Als einzige regelmäßige Verpflichtung jenseits seiner Arbeit in Mitteldeutschland hat er die musikalische Leitung von Pina Bauschs Wuppertaler Tanztheater inne. In dieser Funktion gastierte er in jüngerer Zeit unter anderem in London und Barcelona. Überhaupt ist ihm Ballett sehr wichtig. Aber auch in Schauspielproduktionen hat er sich als Musiker eingebracht. Neue Musik und historische Aufführungspraxis, dafür interessiert er sich ebenfalls. Und Letzteres, verspricht Horstmann, werde man auch im Konzert zum Jahreswechsel spüren.

Und auch eines seiner vielfältigen Hobbys hat mit Musik zu tun und wird von seinem Publikum in Döbeln und Freiberg über die Maßen geschätzt. Horstmann singt Chansons, zu denen er sich selbst begleitet. Entstanden sei das durch einen Zufall - er musste für den ausverkauften Liederabend seiner hochschwangeren damaligen Lebensgefährtin einspringen. Ein Riesenerfolg. Inzwischen interpretierte er Jacques Brel auch schon mit dem eigenen Orchester. Und auch ein weiteres Hobby verbindet der Musiker gern mit dem Beruf - die Literatur. Seine Leseleidenschaft lässt ihn regionale Themenkonzerte zusammenstellen, in denen Wort auf Klang trifft. Ansonsten gehört Kochen und Backen zu den Leidenschaften des Musikers.

Neugierig und offen macht er sich nun auf die Reise nach Gera und Altenburg.

Tatjana Böhme-Mehner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Altenburg
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr