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Altenburg Weltklasse-Ringerin Maria Müller beendet aktive Laufbahn
Region Altenburg Weltklasse-Ringerin Maria Müller beendet aktive Laufbahn
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19:07 02.01.2013
Maria Müller
Altenburg

Sie wirkt zwar sehr gefasst, aber der Schmerz über diese Entscheidung klingt immer wieder durch. "Ich beende meine sportliche Laufbahn", sagt Ringerin Maria Müller gestern im OVZ-Gespräch. Vor allem aus Verletzungsgründen hat sich die 27-Jährige zu diesem Schritt entschieden. "Immerhin habe ich seit der Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Dortmund, wo ich mir rechts eine Sprengung des Schlüsselbeines zugezogen hatte, nicht mehr im Wettkampf auf der Matte gestanden. Da deutete sich so ein Schritt auch schon an", sagt die Polizistin aus Altenburg.

Leicht allerdings hat sie sich den Schritt nicht gemacht. "Immerhin hängen da 20 Jahre meines Lebens dran." Aber die letztlich zweimal verpasste Qualifikation für Olympia 2008 und 2012 seien für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen, sagt die Ringerin, die gerade mit ihrem Lebensgefährten Thomas in der Nähe von Jena ein Haus gebaut hat. Ihre engen familiären wie sportlichen Bindungen nach Altenburg pflegt die junge Frau aber nach wie vor und hat Weihnachten hier verbracht.

Die Gedanken ans Aufhören wurden bei der sechsfachen Deutschen Meisterin spätestens im Frühsommer immer intensiver, als sich abzeichnete, dass es auch mit der Quali für London nicht klappen würde. "Klar schiebt man so eine weitreichende Entscheidung erst einmal vor sich her. Aber aus meiner Familie, den Vereinen in Altenburg und in Jena habe ich jede Unterstützung bekommen. Die Entscheidung haben mir alle freigestellt."

Maria Müller will aber der Ringermatte jetzt nicht gänzlich den Rücken kehren. "Vielleicht werde ich als Trainerin tätig", sagt sie. "Aber das muss ich erst noch genau überlegen." Auch der Ort dafür - infrage kommen Altenburg und Jena - ist noch unklar. Die Trainer-C-Lizenz hat sie auf jeden Fall schon in der Tasche.

Schmerzlich ist das Karriereende auch, weil Maria Müller eine Vorreiterin des Frauen-Ringens in Thüringen war. Als sie 2002 nach Jena ans Sportgymnasium wechselte, rang sie als erste Frau im Freistaat unter den Fittichen ihres Trainers Hartmut Reich. Keiner konnte damals ahnen, wohin die Reise des Talents, das durch Bruder Eric mit gerade sieben Jahren zu Lok Altenburg zum Ringen kam, gehen sollte. Aber die Skatstädterin biss sich rasch in der Männerwelt durch. Bei der Junioren-EM 2004 in Sofia holte sie erstmals Bronze und wiederholte diesen Erfolg im Jahr darauf in Breslau.

Den größten sportlichen Erfolg feierte die 1,75 Meter große Athletin 2006 im chinesischen Guangzhou, als sie bei der WM das erste internationale Edelmetall im Frauen-Ringen nach Thüringen holte. "Die ist mir auch heute die liebste Medaille", meint sie. 2007 folgte nochmals Bronze bei der EM in Sofia. Aber dann schlug immer wieder das Verletzungspech zu. Ein sportliches Vorbild in ihrer Heimat blieb die sympathische Polizistin aber dennoch. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die 27-Jährige bei den OVZ-Umfragen zum Sportler des Jahres 2004, 2006 und 2011 die Nase vorn hatte, fünfmal auf dem zweiten und einmal auf dem dritten Platz landete.

Jörg Wolf

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