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Altenburg Weltkonzern kauft Meuselwitzer Fußmatten-Hersteller
Region Altenburg Weltkonzern kauft Meuselwitzer Fußmatten-Hersteller
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00:33 02.03.2018
Der Fußmattenhersteller aus Meuselwitz wird vom Technologie-Konzern Freudenberg übernommen. Quelle: Jens Rosenkranz
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Meuselwitz

Die Meuselwitzer Firma Hanns Glass GmbH bekommt einen neuen Eigentümer. Das Unternehmen Japan Vilene Company hat dieser Tage einen Vertrag zur Übernahme des Betriebes unterzeichnet. Das bestätigte ein Firmensprecher gegenüber der OVZ. Japan Vilene Company gehört zum Technologie-Riesen Freudenberg, der weltweit agiert und seinen Stammsitz in baden-württembergischen Weinheim hat.

So wie die Meuselwitzer stellt auch Japan Vilene Company Fußmatten für Kraftfahrzeuge her, fertigt diese jedoch nahe ihren Abnehmern in den USA, Mexiko, Japan, China und Thailand. Mit dem Erwerb der Hanns Glass Gruppe erhalte Freudenberg Zugang zum europäischen Automobilmarkt und könne künftig europäische Automobilhersteller von lokalen Produktionsstandorten aus beliefern, erklärte Mohsen Sohi, Sprecher des Vorstands der Freudenberg-Gruppe, in einer Pressemeldung. Das Familienunternehmen Hanns Glass erwirtschaftete 2016 mit rund 260 Mitarbeitern einen Umsatz von 31 Millionen Euro. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Hanns Glass hat seinen Hauptsitz in Grafing bei München und verfügt neben der Produktionsstätte in Meuselwitz über eine in Paderborn sowie im tschechischen Cheb. Diese Standorte sollen die europäische Basis für die Freudenberg-Gruppe bilden, heißt es. Die Transaktion bedarf noch der Zustimmung der deutschen Kartellbehörden und wird voraussichtlich im zweiten Quartal des Jahres abgeschlossen.

Hanns Glass gehört zu den großen Produzenten von Fußmatten für die Autoindustrie in Deutschland und ist besonders in Europa am Markt. Der Meuselwitzer Betrieb ist der größte Standort, verlegte allerdings vor zwei Jahre über ein Viertel der Produktion nach Tschechien. Die Firmenchefs reagierten damit auf die Einführung des Mindestlohns. Dieser würde den Standort kaputt machen, hatte ein Firmensprecher im Oktober 2015 gegenüber der OVZ beklagt. Bis dahin waren in Meuselwitz laut OVZ-Informationen Stundenlöhne bei Näherinnen von 5,68 Euro üblich. Die Firmenleitung sprach dagegen von 6,15 Euro, rechnete dabei allerdings das Weihnachts- und Urlaubsgeld dazu.

Ein Sprecher von Hanns Glass erklärte der OVZ, dass die Firmenübernahme durch Freudenberg keine Auswirkungen auf den Standort in Meuselwitz habe. „Es ändert sich dort für niemanden etwas“, versicherte er. Durch den Verkauf an einen Weltkonzern böten sich allerdings völlig neue Möglichkeiten, auch um Standorte auszubauen und zu modernisieren. Details könne er jedoch erst in der nächsten Woche nennen.

Von Jens Rosenkranz

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