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Wenig Appetit im Altenburger Land auf die neue Gratis-Milch

EU-Programm Wenig Appetit im Altenburger Land auf die neue Gratis-Milch

Der Freistaat Thüringen bietet neuerdings zweimal die Woche kostenlos Milch in Kitas, Grund-, Gemeinschafts- und Förderschulen an. Voraussetzung ist ein entsprechender Antrag der Einrichtung. Doch die Schulen und Kitas im Altenburger Land setzen verbreitet auf andere Programme und Förderungen.

Gratis-Milch soll Kinder an Schulen und Kitas munter machen.

Quelle: dpa

Altenburg. Thüringen ist auf die Milch gekommen: Seit vergangener Woche können Kindertagesstätten sowie Grund-, Gemeinschafts- und Förderschulen das Molkereiprodukt kostenlos für ihre Kinder in den Einrichtungen beantragen – zunächst für zwei Tage je Unterrichtswoche. Finanziert wird dieses Projekt durch das neue Schulprogramm der Europäischen Union. Im Thüringer Landwirtschaftsministerium wird mit einem großen Ansturm gerechnet – die Reaktionen im Altenburger Land sind allerdings noch verhalten.

Immerhin: Knapp 300 000 Euro EU-Mittel stehen ab nächstem Schuljahr im Freistaat für das Milchprogramm zur Verfügung – rund 9 500 Kinder können teilnehmen, wirbt die Landesregierung. „Milch gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Und wenn das Frühstück aus Zeitmangel manchmal ausfällt, ist sie eine hilfreiche Ergänzung“, schätzt Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke) ein. Und befürchtet: „Die Mittel werden voraussichtlich nicht für alle interessierten Einrichtungen reichen.“ Anträge der Schulen und Kindergärten nimmt das Thüringer Landesverwaltungsamt entgegen.

Allerdings gibt es bereits eine Reihe von Ernährungsprogrammen und -angeboten, bei denen die Milch eine Rolle spielt – darunter auch verschiedene Programme der Bundesregierung. Ein Projekt etwa ist das EU-Schulobst- und Gemüseprogramm. Neun Bundesländer nehmen aktuell daran teil – auch Altenburg profitiert. „Zweimal die Woche versorgen wir derzeit 897 Schüler der Klassen eins bis vier mit Obst beziehungsweise Gemüse“, heißt es hierzu aus der Stadtverwaltung – bezogen auf Einrichtungen in Trägerschaft der Stadt. An den Kosten beteiligte sich die EU mit rund 21 000 Euro, Altenburg habe noch einmal rund 24 500 Euro drauf gelegt. Auch die Grundschulen Lucka, Gößnitz, Großstechau, Ponitz, Schmölln, Altkirchen und Meuselwitz nehmen an diesem EU-Programm teil. Außerdem die Förderzentren Regenbogenschule und „Erich Kästner“ in Altenburg sowie das Förderzentrum Schmölln. In diesen Landkreis-Einrichtungen werden etwa 1100 Schülerinnen und Schüler versorgt, berichtet auf Anfrage das Landratsamt.

An den Grund- und Regelschulen Lucka, Rositz, Nobitz und Windischleuba werde zudem ein gesundes Schulfrühstück angeboten. In Lucka sei man daher nicht an dem neuen Schulmilchprogramm der EU interessiert, heißt es dort auf Nachfrage. Schließlich gebe es an der Grundschule bereits zwei Programme, bei denen auch die Milch eine Rolle spiele.

In der Kita Holzhaus in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Altenburg setzt man auf die eigenen Ressourcen. „An dem Schulmilchprogramm werden wir wohl nicht teilnehmen“, so Leiterin Bärbel Mälzer. „Wir haben eine eigene Vollverpflegung.“ Auch in der Grundschule Platanenweg ist man in puncto Milch noch unsicher. Zudem hat man dort – wie in allen befragten Einrichtungen – auch noch gar nichts vom neuen Thüringer Milchprogramm gehört.

Ein Projekt, das an derzeit 17 Grundschulen und in zwölf Klassen durchgeführt wird, ist der Ernährungsführerschein – unter der Federführung des Bundeszentrums für Ernährung. Die Kinder lernen den Umgang mit Lebensmitteln und Küchenutensilien. Am Ende müssen sie eine Prüfung ablegen und erhalten dann ihren Ernährungsführerschein. Im Altenburger Land werden die Schulen durch die Landfrauen betreut. „Die Kinder sind immer ganz begeistert“, sagt Bärbel Müller, Vorsitzende des Kreisvereines der Landfrauen Altenburger Land, die den Führerschein koordiniert. „Besonders viel Spaß macht ihnen, dass sie selber Kochen dürfen und hinterher das selbstzubereitete Essen natürlich essen.“ Einige Kinder würden bereits Erfahrung mitbringen. „Es gibt einen Teil Schüler, die sehr gut Bescheid wissen und bei denen man an der praktischen Umsetzung merkt, dass sie viel zu Hause mithelfen und Fertigkeiten besitzen, etwa beim Umgang mit einem Küchenmesser“, so Müller weiter. Andere Kinder bräuchten noch etwas Unterstützung. „Auch nach Jahren erzählen Kinder und Eltern im Kreisverein der Landfrauen, dass Rezepte aus dem Projekt noch immer zu Hause verwendet werden oder sie viel mehr Vollkornbrot essen“, beschreibt sie den Effekt des Ernährungsführerscheins.

Von Tatjana Kulpa

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