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Wenige Störche im Altenburger Land heimisch

Nur drei Paare gesichtet Wenige Störche im Altenburger Land heimisch

Im Altenburger Land ist das lustige Klappern der Störche kaum zu hören. Wie schon im vorigen Jahr sind lediglich Horste in Meuselwitz, Wilchwitz und Sommeritz bewohnt. Das hat Carmen Fischer beobachtet, die aus eigenem Antrieb die Population der Rotschnäbel im Altenburger Land erfasst und an den ehrenamtlichen Weißstorch-Landesbetreuer meldet.

Nachwuchs im Doppelpack: Bei den Wilchwitzer Störchen gibt es zwei Jungtiere.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Im Altenburger Land ist das lustige Klappern der Störche kaum zu hören. Wie schon im vorigen Jahr sind lediglich Horste in Meuselwitz, Wilchwitz und Sommeritz bewohnt. Das hat Carmen Fischer beobachtet, die aus eigenem Antrieb die Population der Rotschnäbel im Altenburger Land erfasst und an den ehrenamtlichen Weißstorch-Landesbetreuer Klaus Schmidt meldet. 2005 hat die Luckaerin diese Aufgabe übernommen.

In Sommeritz zieht das Storchenpaar in diesem Jahr drei Junge groß, in Wilchwitz sind es auf einer Esse zwei kleine Adebare, die sich füttern lassen. Im Horst auf dem Schornstein der Meuselwitzer Bau GmbH scheinen die Altvögel noch am Brüten zu sein, erzählt die 51-jährige Carmen Fischer. Junge habe sie jedenfalls bislang nicht gesehen, sagte sie nach ihrem letzten Beobachtungsgang vor wenigen Tagen. „Normalerweise sollten die kleinen Störche bis Mitte Juni geschlüpft sein“, weiß die Naturliebhaberin, die Mitglied im Nabu Altenburger Land ist. Wenn jetzt noch Junge kämen, sei das fast zu spät, da für sie die Zeit des Heranwachsens bis zum herbstlichen Flug in den Süden sehr kurz ist.

Diesen Horst in Meuselwitz hat Carmen Fischer übrigens seinerzeit gemeinsam mit ihrem Mann Andreas und Herbert Bauer errichtet – 20 Jahre ist das nun schon her. Auch die Storchenwohnungen in Wilchwitz und Sommeritz bei Schmölln sind von Menschenhand erschaffen. Laut Carmen Fischer gibt es im Kreis bis zu zehn Horst-Unterlagen.

Allerdings haben schon immer nur wenige Weißstörche das Gebiet rund um Altenburg angesteuert. Fischers Beobachtungen zufolge waren es von 2005 bis 2014 immer nur ein oder zwei Brutpaare, im vorigen Jahr dann erstmals drei, die immerhin sieben Junge aufzogen. Adebare finden im Altenburger Land kaum den Lebensraum, der ihnen ausreichend Nahrung beschert, und werden deshalb hier nur selten heimisch. „Unsere intensiv genutzte Landschaft ist nicht storchenfreundlich“, weiß Carmen Fischer. Störche bräuchten Wiesen, von denen es nur wenige gebe. Manche Horste seien noch nie angeflogen worden. Zumindest ist der diesjährige Nachwuchs, den die Naturfreundin beobachtet hat, wohlauf.

Carmen Fischer hegt schon seit 30 Jahren Interesse an Umwelt und Naturschutz. Mit ihrem Mann schwimmt sei da auf einer Wellenlänge. Der ist schon seit vielen Jahren der Storchenbeauftragte im sächsischen Altkreis Borna und kennt sich damit im Nachbarrevier der Adebare bestens aus. Im Altenburger Land besucht seine Frau regelmäßig die Horste, die von Naturfreunden gepflegt werden.

Von Frank Prenzel

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