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Altenburg Weniger Lärm - weniger Kunden - Nach zwei Wochen Umgehungsstraße Gößnitz wird die erste Bilanz gezogen
Region Altenburg Weniger Lärm - weniger Kunden - Nach zwei Wochen Umgehungsstraße Gößnitz wird die erste Bilanz gezogen
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19:13 15.10.2012
Ein Blick auf die 150 Meter lange Brücke über den Naundorfer Grund: Im Hintergrund auf der alten B 93 fährt gerade mal ein PKW. Der Durchgangs- und Schwerlastverkehr nutzt seit zwei Wochen die neue Trasse an der Stadt Gößnitz vorbei. Quelle: Mario Jahn

Von Jörg Reuter

"Jetzt ist es zu jeder Tageszeit wie Sonntagfrüh um sieben", meint Klaus Kieker, Pächter der Tankstelle am Ortseingang von Gößnitz. Und tatsächlich, die Stadt ist kaum wiederzuerkennen. Das Überqueren der Altenburger Straße ist gefahrlos, und der Nachbarschaftsplausch vor der Haustür ist ohne Schreien möglich. Aber nicht nur für die Einwohner von Gößnitz hat sich die Situation positiv verändert. Auch die Kraftfahrer profitieren. Keine vier Minuten Fahrzeit sind nötig, um von Löhmigen bis hinter Gößnitz zu gelangen. Besonders angenehm, gerade für die PKW-Fahrer, sind die Überholspuren an den Steigungen. Laster können so leicht und gefahrlos hinter sich gelassen werden.

Aber wo Licht ist, gibt es bekanntermaßen auch Schatten. "Unser Umsatz ist in den vergangenen zwei Wochen um rund 30 Prozent zurückgegangen", sagt Tankstellenchef Kieker. Dass sein Umsatz leiden wird, war für den Geschäftsmann keine Überraschung. Jedoch hatte er mit deutlich weniger Einbruch gerechnet. "Ich will nicht jammern, für die Stadt ist die Umgehungsstraße ein Segen, für uns ist es dennoch schwierig", erklärt Kieker.

Ganz ohne ein kleines Aber kann auch CDU-Landtagsabgeordneter Fritz Schröter die Umgehungsstraße nicht loben. Erst einmal sei es eine feine Sache, dass der Durchgangsverkehr aus Gößnitz heraus ist. "Ich glaube auch nicht, dass es eine Investition in dieser Größenordnung so schnell noch einmal im Landkreis geben wird, auch wenn noch einige Orte eine Umgehungsstraße wünschen." Jedoch, so Schröter weiter, ohne eine Anschlussstraße von Altenburg nach Frohburg zur neuen Autobahn A 72 ist das Verkehrsprojekt gewissermaßen nur halbfertig.

Kein Haar in der Suppe findet hingegen Nadine Rischer im Reisebüro und Lottoladen an der Altenburger Straße. Vor ihren Schaufenstern wälzte sich laut und scheppernd die Blechlawine entlang. Es sei jetzt genau, wie sie es sich gewünscht hat "Unsere Kunden brauchen nun keinen Fußgängertunnel mehr", flachst sie. Und Umsatzrückgänge gebe es im Geschäft auch keine.

Gegenüber im Blumenladen ist die Stimmung etwas trüber. Zwar ist Silke Bauch froh, dass die LKW aus der Stadt sind, aber sie merkt diese Ruhe in ihrer Kasse. Vor allem die Kunden aus Leipzig oder Zwickau, die auch mal einen Strauß für 15 Euro oder mehr gekauft haben, fehlen jetzt. Und was es tagsüber im Laden zu ruhig sei, ist es nun in ihrem Zuhause am Freibad lauter. Denn dort führt in unmittelbarer Nähe die neue Trasse vorbei. Bauch: "Es hat eben alles Vor- und Nachteile."

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