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Altenburg Weniger Leute müssen mehr Einsätze sichern
Region Altenburg Weniger Leute müssen mehr Einsätze sichern
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20:02 15.02.2012
Altenburg

Von Jörg Wolf

Bereits zum 17. Mal hatten Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) und Kreisbrandinspektor Uwe Engert die Chefs der 63 Feuerwehren im Altenburger Land zu dem Treffen eingeladen. Wie üblich galt es, das zurückliegende Jahr Revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf 2012 zu geben.

Der Landrat wartete mit einem Bekenntnis auf: "Die noch fehlende oder auszusondernde Fahrzeugtechnik für die Stützpunktwehren und den Katastrophenschutz wird definitiv angeschafft. Dazu stehen wir als Landkreis", nahm er Bezug auf einen OVZ-Bericht vom Dienstag. Eine ordentliche Ausstattung der Wehren und Kameraden sei auch die Pflicht des Kreises. "Denn funktionierende Feuerwehren sind unsere Lebensversicherung", sagte Rydzewski.

Als Kreisverwaltung tue man alles in ihrer Macht stehende, um dem Personalschwund entgegenzuwirken. "Beispielsweise bei der Besetzung offener Stellen achten wir darauf, ob sich unter den Bewerbern aktive Feuerwehrleute befinden", sagte der Landrat. Eine klare Absage kam von Rydzewski nochmals an die Forderung des Landes, in den Wehren die zwei- bis dreifache Personalstärke vorzuhalten. "Das schaffen wir wie sämtliche andere Landkreise in Thüringen nicht. Diese Forderung muss zurückgefahren werden, weil sie schlichtweg überholt ist", betonte der Landrat.

Derzeit würden 1460 Frauen und Männer den Feuerwehren im Landkreis angehören, was 30 weniger als 2010 sind. "Vier Ortsteilwehren, die in Falkenhain bei Meuselwitz, Sommeritz bei Schmölln sowie Boderitz und Buscha, wurden im Vorjahr wegen fehlenden Personals aufgelöst", führte Kreisbrandinspektor Uwe Engert aus. Mit Blick auf die auch andernorts "sehr komplizierte" Situation rief er gleichzeitig dazu auf, "sehr sensibel" beim Thema Feuerwehrschließung zu agieren. "Erst müssen alle anderen Möglichkeiten zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft geprüft werden", appellierte Engert und erwähnte in diesem Zusammenhang nur die schon oft praktizierte gemeinsame Alarmierung mehrerer Nachbarwehren im Ernstfall, die Bildung von Zweckverbänden oder den Abschluss von Hilfeleistungsverträgen.

Das ist angesichts der konkreten Einsatzzahlen auch erforderlich: Im Vorjahr rückten die Feuerwehrleute zu 1422 Einsätzen aus, was 240 mehr als 2010 sind. Dabei wurden 105 Menschen aus großer Gefahr gerettet, was 26 mehr als 2010 sind.

"Die Belastungen werden weiter steigen, und die Einsätze von heute können mit den Mitteln von gestern nicht mehr gesichert werden", meinte der Chef des Kreisfeuerwehrverbandes, Uwe Kaphahn.

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