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Altenburg Wenn Hip Hop auf dem Stundenplan steht
Region Altenburg Wenn Hip Hop auf dem Stundenplan steht
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04:18 28.02.2019
Hoch den Arm! Tanzlehrer Alex von der Jenaer Bewegungsküche e.V. zeigt den Meuselwitzer Siebtklässlern wie vielfältig Hip Hop ist. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Dass am Mittwoch etwas anders läuft als an einem normalen Tag am Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasium, lässt sich nicht überhören. Mächtig wummern die Bässe aus dem Obergeschoss des Flachbaus und tragen die anfängliche Anspannung und Unsicherheit der Siebtklässler hinaus an die frische Luft. „Findet den Groove und macht einfach mit“, ermutigt Tanzlehrer Alex die Gruppe. Hüpf, links vor, Tipp, Hüpf, rechts vor, Tipp. Der Oberkörper schwingt lässig mit und fließt hübsch koordiniert mit dem Rest von einem „Move“ zum nächsten – so die Theorie. „Gar nicht so leicht, sich das alles zu merken und Arme und Beine in den Griff zu kriegen“, merkt Elli lachend an.

So wie für viele ihrer Mitschüler kommt die 12-Jährige heute zum ersten Mal mit getanztem Hip Hop in Berührung. Ja, den Musikstil kennen sie alle und sind mitunter Fans der angesagtesten Musiker. Doch sich selbst zu den Beats zu bewegen, ist eine ganz andere Geschichte. Schon geht’s weiter im Takt von Alex und Kate, beide seit Jahren begeisterte Tänzer, Lehrer und Mitglieder des Vereins Bewegungsküche e.V. aus Jena.

Die Kunst des gesprochenen Wortes

Im Rahmen des Programms „Kulturagenten für kreative Schulen Thüringen“ sind sie in Meuselwitz zu Gast. Während die Einen „die Vogelscheuche“ machen oder sich scheckig beim Versuch lachen, einzelne Körperteile isoliert von einander zu bewegen, dreht sich im Nachbargebäude alles um die Kunst des rhythmisch gesprochenen Wortes. Rappen als Ausdruck persönlicher Befindlichkeiten, vertonte Poesie, die ihren ganz eigenen Gesetzen folgt.

Um diese besser zu verstehen, gilt es für die Schüler, erstmal die Fragen zu beantworten: „Was ich lieb. Was ich hass“, nur um die Antworten dann zu einem ersten kurzen Rap dazwischen zu flechten. So wird aus „Fußball und Schinkenpizza“ und „Physik und Lakritz“ in knackig betont fast schon ein Hit – wobei Perfektion überhaupt keine Rolle spielt, wie Rapper Georg „Saye“ versichert. „Traut euch ruhig und werdet ein bisschen lauter“, ermutigt er die Schülerinnen und Schüler, die sich nicht lange bitten lassen. „Voll gut“, schwärmt die 12-jährige Jette und wagt sich im nächsten Schritt an eine eigene Rap-Version des „Zauberlehrlings“. Deutschunterricht kann so spannend sein – und klassische Balladen die perfekte Grundlage für Rap-Sessions im eigenen Kinderzimmer: „Die gehen superleicht zu rappen. Vorteil ist auch, dass ihr den Rhythmus schon kennt, dem sie folgen“, weiß der Profi.

Sounddesign und eine kleine Choreographie

Den Mund noch ganz fusselig vom Sprechgesang wird die Musik im Nebenzimmer noch ein Stückchen weiter herunter gebrochen in einzelne Töne und Klangelemente. Jede Taste auf der überdimensionierten Tastatur der „Maschine“ fügt dem selbstkreierten Sounddesign ein neues Element hinzu. Unterlegt mit ordentlich Bass versuchen sich die Jugendlichen als Klangkünstler.

Zurück bei den Tänzern um Alex und Kate nimmt eine kleine Choreographie immer klarere Züge an. Selbst die Schüchternsten unter den Schülern haben nun voll und ganz Feuer gefangen – und üben auch in der kurzen Pause weiter. „Ich hab vorher noch nie Hip Hop getanzt, aber es macht total Spaß. Vor allem der Slide ist voll cool“, schwärmt Nena und macht besagten Gleitschritt zur Seite. Gegen mehr davon hätte sie nichts einzuwenden.

Fächerübergreifende Kreativ-Workshops wie diesen wird es am Seckendorff-Gymnasium in diesem Schuljahr noch ein paar geben. Zur Freude der anderen Schüler, die, so schien es, nur zu gern mit den Siebtklässlern getauscht hätten.

Von Maike Steuer

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