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Altenburg Wenn die Säge klemmt: Bauprojekte in Altenburg verzögern sich
Region Altenburg Wenn die Säge klemmt: Bauprojekte in Altenburg verzögern sich
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00:15 25.10.2016
Im Zuge der Sanierung des Johannisgrabens wird das Haus in der Schmöllnschen Straße 17 abgerissen. Das passiert aber später als geplant. Quelle: Jens Paul Taubert
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Altenburg

Während an der Schlossfassade fleißig gewerkelt wird, klemmt bei anderen Bauprojekten in Altenburg die Säge. Betroffen sind der Johannisgraben, die Heinrich-Zille- und die Rosa-Luxemburg-Straße. Darüber informierten Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) und Baudezernentin Kristin Moos auf Nachfrage von Mitgliedern jüngst im Bauausschuss. Die Gründe reichen von Planungsverzug über verspätete Fördergelder bis hin zu neuen Ideen. Los geht es dagegen nun beim zigmal verschobenen Regenrückhaltebecken am Teichknoten.

Luxemburg-Straße nicht vor 2020 beidseitig befahrbar

Das umfangreichste Vorhaben mit den größten Wirkungen auf den Verkehr ist die Luxemburg-Straße. Schließlich will man laut OB Wolf im Rahmen des grundhaften Ausbaus auch prüfen, ob am Fuße des Schlosses künftig beidseitig gefahren werden darf. „2020 ist realistisch für einen Ausbau“, sagte das Stadtoberhaupt. Noch vor einem Jahr war das zwei Jahre früher ins Auge gefasst.

Hauptproblem sind die Arbeiten des Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebs (Waba). „Der Waba muss das Abwassersystem bauen und ändern“, erklärte Wolf. Frühestens nächstes Jahr könne man die Leitungen in der Bach-Straße verlegen. „Vielleicht auch erst 2018, das kommt auf die Planungen an.“ Danach sei die Kreuzung dran, wobei der unterirdische Verlauf der Blauen Flut die Sache nicht einfacher mache. „Erst dann ist die Rosa-Luxemburg-Straße möglich, was uns mit Blick auf den grundhaften Ausbau zurückwirft.“

Dies ist auch der Grund, warum es trotz einer Bürgerpetition und des Versprechens Ende 2015 noch immer keinen Fußgängerüberweg an der Bach-/Luxemburg-Straße gibt. Um die Sicherheit zu erhöhen, war in Höhe des Hauses Nummer 14 auf der Seite des Pauritzer Teichs geplant, den Gehweg zu verbreitern. Dort, wo sich aktuell noch Parkplätze befinden, sollten flexible Elemente aufgeklebt werden, so dass eine Verkehrsinsel entstanden wäre. „Wir müssen das zurückstellen, weil es nichts bringt, etwas zu bauen, wenn ein grundhafter Ausbau geplant ist“, so Wolf. Wie viel das Gesamtprojekt kostet, ist jetzt allerdings noch nicht absehbar.

Regenrückhaltebecken kostet Waba rund 2,2 Millionen Euro

Eigentlich sollte das Regenrückhaltebecken am Teichknoten bereits jetzt fertig sein. Schon vor zweieinhalb Jahren hieß es, dass die Kanalisation zwischen Käthe-Kollwitz- und Zwickauer Straße ihre Kapazitätsgrenze längst erreicht hat. Immer wieder konnten und können Baugenehmigungen nur mithilfe wasserrechtlicher Ausnahmen erteilt werden. Die Arbeiten sollen nun noch im Oktober beginnen, habe ihm Waba-Chef Martin Wenzel versichert, sagte Wolf dazu. Das bestätigte Wenzel: „Es geht nächste Woche los.“ Dass der Plan, 2015 mit dem 2,2 Millionen Euro teuren Projekt zu beginnen, nicht aufging, lag an fehlenden Fördermitteln. Gleiches gilt für den danach avisierten Baubeginn im Juni dieses Jahres. Dass die Arbeiten im September noch immer nicht starten konnten, lag wiederum an einer Statikprüfung. In Betrieb sein muss das neue Becken spätestens am 1. Januar 2018.

Große Fragezeichen bei der Umgestaltung der Zille-Straße

„Die Planung ist leicht in Verzug“, lautete der Kernsatz von Baudezernentin Kristin Moos zum Stand bei der Zille-Straße. Die Planungsbüros hätten derzeit viel zu tun, und die Anforderungen seien doch etwas komplexer. „Der November kann nicht gehalten werden.“ Folglich sei das Vorhaben frühestens ab Dezember möglich. Kassenwirksam werden die 400 000 Euro für Umgestaltung der 250 Meter langen Straße jedoch dieses Jahr nicht mehr. „Wir werden Haushaltsreste bilden, dann können wir das Projekt umsetzen, auch ohne beschlossenen Haushalt.“ Begonnen werden soll zwischen Spalatinpromenade und Gutenbergstraße.

Wann, ist derzeit aber unklar. Nicht nur, weil der Winter vor der Tür steht, sondern auch, weil sich Anwohner Ende September mehrheitlich gegen den geplanten lärmmindernden Asphalt und gegen Parkplätze auf der Grünfläche zwischen Martin-Luther- und Rudolf-Breitscheid-Straße ausgesprochen hatten. Der Stadtrat hatte jedoch mehr Parkflächen beschlossen. Nun muss Wolf dem Gremium die Pläne erneut vorlegen. Ausgang völlig offen. Entscheidet man sich zudem, wie von den Anwohnern gewollt, für die alten Pflastersteine, wird das Ganze deutlich teurer. Zusätzliches Geld dürfte angesichts der Haushaltslage im nächsten Jahr aber kaum machbar sein.

Sanierung des Johannisgrabens erst nächstes Jahr

Beim Johannisgraben ist die Stadt etwas weiter. Laut Moos gibt es hier eine bestätigte Planung. Dass man nicht mehr dieses Jahr anfange, liege an einem verspäteten Fördermittelbescheid. Dieser verzögerte sich, weil es wegen des Abrisses der Schmöllnsche Straße 17 noch Klärungsbedarf gab. „Nun soll es im Winter 16/17 losgehen“, so die Dezernentin. „Die zwei Bauabschnitte sind für 2017 vorgesehen.“ Auch hier werde Geld aus dem aktuellen Haushalt zurückgestellt.

Von 1,35 Millionen Euro wird neben dem Abriss neuer Straßenbelag, Natursteinbefestigungen, eine andere Anordnung der Lampen und 37 neue Parkplätze bezahlt. Außerdem wird der Johannisgraben zwischen Schmöllnscher und Gerhard-Altenbourg-Straße beidseitig befahrbar. Laut Moos müssen die Anwohner dafür aber Straßenausbaubeiträge zahlen. „Wir sind gerade dabei, diese zu berechnen.“

Von Thomas Haegeler

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