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Wenn in Garbisdorf die Späne fliegen – werden aus 15 Eichen Skulpturen

Holzbildhauer-Pleinair Wenn in Garbisdorf die Späne fliegen – werden aus 15 Eichen Skulpturen

Der Späne sind genug geflogen, nun lasst uns endlich Skulpturen sehen. Mit einem Fest vor und im Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf endet am Sonnabend des 17. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair. Die Finissage beginnt 17 Uhr. Zwei Wochen lang bearbeiteten fünf Frauen und zehn Männer auf dem Kunstacker im Wieratal 15 Eichen aus dem Leinawald.

Jiang Bian-Harbort ist zum ersten Mal dabei. Die Bildhauerin hat hier die Möglichkeit, sich mit dem ihr weniger vertrauten Material Holz bekanntzumachen.

Quelle: Klaus Peschel

Gabisdorf. Der Späne sind genug geflogen, nun lasst uns endlich Skulpturen sehen. Mit einem Fest vor und im Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf endet am Sonnabend des 17. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair. Die Finissage beginnt 17 Uhr. Zwei Wochen lang arbeiteten fünf Frauen und zehn Männer auf dem Kunstacker im Wieratal. Sie hatten öfter Besuch auf der Wiese und in der Galerie im Quellenhof. Ihr Tun war ja schwer zu überhören. Sie arbeiteten nicht mit der Nagelfeile, sondern mit der Kettensäge. Neugierige fanden sich ein, vor allem an den Pfingsttagen, als zum Tag des offenen Ateliers in den Quellenhof eingeladen war.

Vier Neue arbeiteten in diesem Jahr gemeinsam mit erfahrenen Holzbildhauern. Junge Künstler gesellten sich zu älteren. Diese Mischung macht das Flair des Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinairs seit Jahren aus. Auch das, was in diesem Jahr an Kunst produziert wurde, kann sich sehen lassen.

Neu auf dem Göpfersdorfer Pleinair war in diesem Jahr Jiang Bian-Harbort. Die junge Bildhauerin hat ihr Atelier in Pegau. Vor allem arbeite sie mit Stein, sagte sie. In Garbisdorf habe sie die Möglichkeit, sich auch einmal an Holz auszuprobieren. Vor zwei Jahren schaute sie sich bereits hier um, bewarb sich daraufhin und wurde in diesem Jahr für das Pleinair angenommen. Mitte der Woche war eine kleine Skulptur bereits fertig. Sie nennt sich Drachenkopf und wird am Sonnabend als sogenannter guter Geist zur Versteigerung kommen. An ihrem „Hauptwerk“, eine Faltung arbeitete sie am Mittwoch noch.

Anders sieht es bei Siegfried Otto-Hüttengrund aus. Der Künstler aus Hermsdorf ist im Göpfersdorfer Pleinair verwurzelt. Er hat es vor 17 Jahren mit gegründet und ist mehrfach aktiv gewesen. Seine überlebensgroße Medusa war schon vor den Pfingstfeiertagen fertig und hat an ihrem Schlangenhaupt schwer zu tragen. Nun kann er sich in aller Ruhe und Sorgfalt zwei Gänsegeiern widmen, die zur Finissage unter den Hammer kommen sollen.

Die Auktion der guten Geister, der meist kleinen und finanziell erschwinglichen Skulpturen, ist zu einer Tradition geworden und zweifellos der Höhepunkt der Abschlussveranstaltung. Das eingenommene Geld dient der Finanzierung des kommenden Pleinairs. Dem dient auch die in jedem Jahr herausgegebene Grafikmappe, die zur Finissage erworben werden kann. Die 15 Künstlerinnen und Künstler sind in ihr mit je einem Blatt vertreten. Die Arbeiten hängen in der aktuellen Ausstellung, sodass keiner die Katze im Sack erwirbt, wenn er die Grafikmappe kaufen will.

Der Samstagabend in Garbisdorf hat nicht nur Bildende Kunst zu bieten. Auf dem Programm steht auch Musik. Den Anfang macht 17.30 Uhr eine Klangperformance der Kehrbrigade Chemnitz. Das sind acht Laienmusikerinnen und -musiker, die sich 1998 zusammenfanden. Die Lust am Rhythmus und am Trommeln ließ die Kehrbrigade zu einem gefragten Programmpunkt in der sächsischen Veranstaltungslandschaft werden. Am Sonnabend kann man erfahren, wie Fingerhüte auf Brotdosen klingen und wie Besen und Hammerstiele zu Musikinstrumenten werden.

Ab 19 Uhr steht der Bluesmusiker John Kirkbride auf der kleinen Bühne. Der geborene Schotte wuchs in Australien auf, lebte in den USA und kam Anfang der 1980er-Jahre nach Deutschland. Hier hat er sich festgesetzt und tourt als Musiker durch das Land. Jedes seiner Konzerte sei eine Reise durch die ganze Vielfalt des Blues, verspricht John Kirkbride.

Von Klaus Peschel

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