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Altenburg Wer ab 2017 zum Zuge kommt: Altenburger Land signiert Verträge mit Abfallentsorgern
Region Altenburg Wer ab 2017 zum Zuge kommt: Altenburger Land signiert Verträge mit Abfallentsorgern
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05:00 29.06.2016
Die Tinte ist trocken: Landrätin Michaele Sojka sowie die hiesigen Remondis-Chefs Rainer Zipfel (2.v.r.) und Matthias Prange (r..) unterzeichnen die Verträge. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Landrätin Michaele Sojka (Linke) musste sich erst noch schnell den richtigen Stift holen, ehe es an die Unterzeichnung der zum Teil millionenschweren Papiere ging. Sechs Verträge regeln seit Dienstag, wer ab 2017 im Kreis Altenburger Land die Abfälle entsorgt. Bis auf die Verwertung kommunalen Altpapiers kamen die bisherigen Entsorger nach einer europaweiten Ausschreibung wieder zum Zuge. Noch offen ist, wie sich die neuen Preise ab nächstem Jahr auf die Abfallgebühren auswirken. „Nach der Unterzeichnung gehen wir in die Kalkulation“, sagte die Chefin des Dienstleistungsbetriebes Abfallwirtschaft, Andrea Gerth. Einige Positionen seien teuerer als bisher, andere günstiger, „wir versuchen, die Gebühr gerecht und stabil zu halten.“

Schon seit der Wiedervereinigung entsorgt die weltweit agierende Firma Remondis den Hausmüll im Altenburger Raum. Für vier der sechs ausgeschriebenen Lose erhielt sie den Zuschlag und kann auch ab 2017 ihrer Arbeit wie gewohnt nachgehen. Der Vertrag für das Einsammeln und den Transport von Restabfall, Bioabfall und Sperrmüll hat eine Laufzeit von sechs Jahren und ein Volumen von rund 11,3 Millionen Euro. Für den Abtransport von Pappe und Papier ist ein Bruttoentgelt von rund 3,6 Millionen Euro und eine vierjährige Laufzeit vereinbart worden. Diese gilt auch für die Entsorgung von Elektro- und Elektroaltgeräten (rund 650 000 Euro) und den Transport von Abfällen wie Sperrmüll und Grünschnitt von den Recyclinghöfen zu den Übergabestellen (rund 590 000 Euro).

„Für unser Unternehmen ist das ein sehr wichtiger Auftrag“, sagte Rainer Zipfel von der Geschäftsführung der Remondis Kommunale Dienste Ost GmbH. In deren Altenburger Niederlassung, in die 1998 fünf Millionen Euro gesteckt wurden, sind 40 Mitarbeiter beschäftigt. Der Zuschlag sei wichtig für die Arbeitsplätze und Investitionen“, so Zipfel. Bei der Ausschreibung seien nicht nur das Preis-Leistungsverhältnis, sondern auch Faktoren wie Standort und Entlohnung gefragt gewesen. Remondis hat sich bei der Hausmüllentsorgung gegen mehr als zehn Mitbewerber durchgesetzt.

Auch die Entsorgung von Schadstoffen bleibt im Landkreis in bewährter Hand. Die Dresdner Betriebsstätte der Fehr Umwelt Ost GmbH erhielt den Zuschlag für die Jahre von 2017 bis 2020 mit einem Volumen von rund 160 000 Euro. Neu im Boot ist ein niederländisches Unternehmen, die Waste Paper Trade C.V., das in den nächsten vier Jahren für die Verwertung des kommunalen Altpapiers den Hut aufhat. Per Vertrag ist eine Vergütung von rund 2,1 Millionen Euro geregelt. Die Firmenschaltstelle in Thüringen liegt in Weimar, von wo aus Speditionsfahrzeuge geordert werden.

Im Werkausschuss sei lange über den Service diskutiert worden, sagte Abfallwirtschaft-Chefin Gerth. „Die Bevölkerung im Landkreis wird immer älter, wir haben einen sehr hohen Service angesetzt. Fast alles wird von der Haustür abgeholt.“ Das schlage sich im Preis und in der Gebühr nieder. Die gravierendste Veränderung wird es bei der Sperrmüllabfuhr geben. Wie bereits in den Städten Praxis, kann ab 2017 auch jeder Haushalt der Landgemeinden zweimal im Jahr die Sperrmüllentsorger zu einer beliebigen Zeit ordern. Bislang sind hier zwei Sperrmülltermine angesetzt.

Von Frank Prenzel

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