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Werbegemeinschaft vor dem Ende

Werbegemeinschaft vor dem Ende

Die Altenburger Werbegemeinschaft steht vor einem Scherbenhaufen. Auf einer von Misstrauen und Angriffen geprägten Mitgliederversammlung scheiterte der Versuch, per Satzungsänderung einen Vorstand mit gleichberechtigten Mitgliedern zu installieren.

Dafür standen Mitglieder bereit, die den kriselnden Verein retten wollten. Letztendlich wurde auch kein neuer Vorsitzender gefunden.

 

Zweimal fragte der Wahlleiter am Montagabend im Ratskeller in die Runde, wer als Chef kandidieren wolle. Auch auf die nach einer zehnminütigen Pause zum dritten Mal gestellte Frage meldete sich niemand. Damit war klar, dass die etwa 84 Mitglieder zählende Werbegemeinschaft weiter führungslos bleibt und dem Abgrund entgegentaumelt. Nach mehreren Rücktritten ist Schatzmeister Michael Müller das einzig verbliebene Mitglied des im Mai 2013 gewählten Vorstandes. Das größte Problem war jedoch, dass sich kein neuer Vorsitzender findet, nachdem Gebhard Berger im Dezember die Brocken hinwarf (OVZ berichtete).

 

Aus diesem Grund schlug Müller am Montag eine Satzungs-Änderung vor. Fortan sollte ein maximal sechsköpfiges Führungsgremium gewählt werden, dessen Mitglieder gleichberechtigt agieren und in dem die Aufgaben verteilt sind. Einen konkret benannten und gewählten Vorsitzenden sollte es aber nicht mehr geben.

 

Das empfanden einige Anwesende als den falschen Weg. Sie forderten eine Führungsfigur, die auch als Gesicht die Werbegemeinschaft nach außen vertritt und vor allem in Verhandlungen hart bleibt, in denen es um die Interessen der Gewerbetreibenden geht. "Wenn keiner Chef ist, wird Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) mit dem Vorstand Ping-Pong und dessen Mitglieder gegeneinander ausspielen", meinte der ehemalige Vorsitzende Gebhard Berger. Michael Müller warnte allerdings eindringlich vor dem Risiko, wenn man die Satzung nicht ändere. Dann nämlich finde sich gar kein Vorsitzender. Das war der Mehrheit der anwesenden Mitglieder offensichtlich egal. Mit 14 Gegenstimmen lehnten sie die Änderung ab, nur elf stimmten dafür, nötig wären aber 22 Ja-Stimmen gewesen.

 

Vor der Abstimmung machten sich die Mitglieder teils heftige Vorwürfe und für die Misere des Vereins gegenseitig verantwortlich. Höhepunkt dieser immer wieder aufflackernden Debatte war der Angriff des Ex-Chefs Berger gegen seinen Amtsvorgänger Wolfgang Krause, den er als "Schoßhündchen des OB" bezeichnete und der in seiner Amtszeit vitale Interessen des Vereins an den Rathauschef verkauft habe. Krause wies diese Anschuldigungen zurück. Er selbst hatte Berger in einem OVZ-Gespräch im Dezember vorgeworfen, die Erfolge der Werbegemeinschaft in kürzester Zeit zunichte gemacht zu haben.

 

Kritisiert wurde ebenso die schlechte Beitrags-Moral einiger Mitglieder und der angeblich unvollständige Finanzbericht. Der bis Dezember amtierende Vorsitzende zählte auch die Mitgliederentwicklung zu den Hauptproblemen. Seit dem Streit um den Modepark Röther habe der Verein 46 Mitglieder verloren, im vergangenen Jahr allein 25. 17 der 46 Austritte seien wegen Geschäftsschließungen erfolgt, sagte Berger. Für ihn werde dadurch eine beunruhigende Abwärtsspirale deutlich.

 

© Kommentar

Jens Rosenkranz

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