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Wetterbilanz 2011: Warmer Frühling, verregneter Sommer, dürrer Spätherbst

Wetterbilanz 2011: Warmer Frühling, verregneter Sommer, dürrer Spätherbst

Als Jahr der Wetterextreme werden viele 2011 in Erinnerung haben. Einem schneereichen Winter folgte zumindest gefühlt ein Sommer, der eigentlich kein richtiger war und ein herausragend trockener November.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Jörg Wolf

"Aber mit den berühmten Extremen, die auch 2011 sehr ungewöhnlich machen", wie der Hobbymeteorologe einschränkt. Beispielsweise sei der derzeit schmerzlich vermisste Winter vor Jahresfrist sehr schneereich ausgefallen. "Mit kurzen Unterbrechungen lag ja bis in den März 2011 Schnee", sagt Reiß. Von einer extremen Kälte könne man aber keineswegs sprechen. "Tiefsttemperatur herrschte im vergangenen Januar mit minus 9,4 Grad Celsius. Im Januar 2009 ging es hinunter bis zum Spitzenwert von sogar minus 26,3 Grad Celsius", so der Wetterbeobachter. Dem gegenüber waren der Januar und Februar 2011 in Sachen Niederschläge richtige Ausreißer nach oben. Mit rund 116 Litern pro Quadratmeter fielen immerhin 44 Prozent mehr Niederschlag, als im Mittel der Jahre 2000 bis 2010 für die ersten beiden Monate eines jeden Jahres.

Als "außergewöhnlich" bezeichnet Ronald Reiß auch die Temperatursprünge im Vorjahr. Der März sei mit durchschnittlich 4,9 Grad Celsius noch recht kühl gewesen. "Aber dann schien es, als ob jemand den berühmten Schalter umgelegt hat". Der April sprang förmlich auf ein Mittel von 10,9 Grad Celsius. Immerhin 18 Tage des sonst als so wechselhaft bekannten Aprils brachten 18 Grad und einer sogar schon sommerliche 24,9 Grad.

"Dem gegenüber war der Sommer fast ein Totalausfall", liest Reiß aus seinen Beobachtungen. Der Mai zeigte sich recht verregnet. Mit seinen knapp 75 Litern pro Quadratmeter lag der schon um 28 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Der Juli habe dann dem berühmten Fass den Boden ausgeschlagen: knapp 185 Liter Regen auf den Quadratmeter bedeuten nach Reiß' Messungen satte 81 Liter mehr, als im Vergleich zu den Julis zurückliegender Jahre.

Ein in der Öffentlichkeit viel diskutiertes Wetterphänomen habe auch um das Altenburger Land im eigentlich als nass-grau bekannten November 2011 keinen Bogen gemacht. "Kein einziger Tropfen Niederschlag über den gesamten Monat war wohl das Extrem des zurückliegenden Jahres", konstatierte Reiß. Eine so lange zusammenhängende Trockenperiode hat der Hobbyforscher letztmals im Jahr 1992 beobachtet. Damals verteilten sich die 36 niederschlagsfreien Tage aber auf zwei Monate. Im Jahr 2011 hingegen gab es zwar "nur" 34 Tage ohne ein einziges Tröpfchen vom Himmel. "Aber da fiel der gesamte Monat November hinein, was ich so noch nie erlebt habe." Zudem erwies sich jener November auch als der sonnenreichste.

Ohnehin habe man 2011 den Eindruck gewonnen, dass sich die Jahreszeiten allesamt zeitlich verschoben haben. "Der vermeintlich goldene Oktober fand im November statt, der Dezember machte eigentlich einem trüben November alle Ehren, und zu Jahresbeginn sprangen die Werte fast nahtlos vom Winter auf den Frühsommer."

Wenngleich rein von den Niederschlägen her gesehen das vergangene Jahr sogar eher trocken ausfiel. Einem Mittel von knapp 700 Litern pro Quadratmeter 2011 stehen vergleichsweise satte 1090 Liter pro Quadratmeter Niederschlag in der Jahressumme 2010 gegenüber. Bemerkenswert positiv: Von gravierenden Stürmen blieb der Kreis 2011 gänzlich verschont.

Von Schnee ist aktuell mitten im Januar weit und breit nichts zu sehen. Denn bislang herrschte in Sachen weißer Pracht völlig Fehlanzeige. Mit weitreichenden Prognosen, was der aktuelle Winter noch zu bieten hat, hält sich auch Reiß sehr zurück. "Ein Extrem ist das aber nicht. Weitgehend schneelose Winter hatten wir in der Vergangenheit etliche, die aber angesichts der massiven Schneefälle während der jüngeren Winter gerne vergessen werden", so Reiß.

Die nächsten zehn Tage, so weit wagt sich der 46-Jährige zumindest vor, werde in Sachen Schnee wohl weiter Fehlanzeige herrschen. "Und dann haben wir rund zweieinhalb Monate vermeintlich strengsten Winter hinter uns. Deshalb wird das, was danach noch folgen könnte, wohl nicht so langwierig ausfallen, wie in letzten Wintern", meint Ronald Reiß, der sich aber keine Aussage zur Härte des Kommenden wagt.

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