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Widerstand gegen neuen Norma in Altenburg

Baugenehmigung Widerstand gegen neuen Norma in Altenburg

Gegen den neuen Norma in Altenburg regt sich Widerstand. Zu den Kritikern zählen Stadträte und Anlieger. Während erstere in dem Markt an der Rudolf-Breitscheid-/Franz-Mehring-Straße eine weitere Zersiedelung des Einzelhandels sehen, fürchten letztere Lärm und Abgase durch eine Lieferzone direkt neben Wohnhäusern. Auch die Stadt sieht Probleme, genehmigte den Bau aber.

Auf dieser Fläche an der Rudolf-Breitscheid-/Franz-Mehring-Straße will Norma bauen. Das 8500 Quadratmeter große Grundstück wurde bereits gekauft.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Gegen den neuen Norma-Markt in Altenburg regt sich Widerstand. Neben dem Stadtrat kommt dieser nun auch von Anwohnern und Eigentümern in der Franz-Mehring-Straße. Während die Stadträte die geplante Filiale des Discounters an der Ecke Rudolf-Breitscheid-/Franz-Mehring-Straße zum Großteil ablehnen, weil er dem Einzelhandelskonzept der Stadt zuwiderläuft und zu einer Zersiedelung der Verkaufsfläche führt, fürchten Anlieger eine massive Zunahme der Lärm- und Abgasbelastung. Hauptgrund dafür ist eine Lieferzone, die sich nur wenige Meter neben Wohnhäusern befinden wird.

Geplant sei eine Einfahrt für bis zu 20 Meter lange LKW nur etwas mehr als drei Meter neben seinem Grundstück, erzählt Manfred Heinig. „Dort ist eine Steigung von sieben Prozent geplant, die die LKW rückwärts hoch fahren.“ Das bedeute wiederum, dass sie mit ihren Auspuffen auf der Höhe von Balkonen des ihm gehörenden Hauses 30a stehen. „Der Lärm und die Abgase mindern den Wert meines Eigentums.“

Abgesehen davon hat sein hinteres Grundstück, auf dem Garagen stehen, keine Zufahrt mehr zur öffentlichen Straße, wodurch auch die Feuerwehr nicht mehr herankommt. Grund: Ein öffentlicher Weg wurde vor Jahrzehnten eingezogen und gehört nun zum Grundstück, auf dem Norma baut.

Vor diesem Hintergrund und wegen schützenswerten Tieren, die sich auf der benachbarten Brache in über 25 Jahren angesiedelt haben, hat Heinig Widerspruch gegen das Vorhaben eingelegt. Mehr als eine Eingangsbestätigung hat der gebürtige Altenburger, der nun in Bayern lebt, aber noch nicht bekommen.

Immerhin wurde auch wegen seiner Intervention bereits ein Lärmgutachten angefertigt, bei dem Spitzenbelastungen bis 115 Dezibel und Grenzwertüberschreitungen von sechs Dezibel festgestellt wurden. „Nun soll eine Einhausung für die LKW gebaut werden“, sagt er. Das löse aber die Probleme nicht. „Zudem fehlt im Gutachten eine Wahrscheinlichkeitsrechnung mit Abweichungen.“

Noch stärker als Heinigs Häuser, in denen die Meinungen zum neuen Norma gespalten sind, ist die Franz-Mehring-Straße 32 betroffen. Dort werden die LKW in unter fünf Metern Abstand direkt an Fenstern der Eigentumswohnungen vorbeifahren. Die zuständige Hausverwaltung Luva wollte sich jedoch nicht zu dem Problem äußern. Heinig gegenüber hat Norma jedoch versichert, dass die Liefer-LKW kein Warnsignal beim Rangieren verwenden und dort auch nur einmal am Tag angeliefert werden soll. Heinig bleibt dennoch skeptisch, weil er das von ähnlichen Norma-Märkten anders kennt.

Nach OVZ-Informationen ist der Bau kaum noch aufzuhalten. Denn die Stadt Altenburg hat bereits eine Genehmigung dafür erteilt. Das heißt: Alle gesetzlichen Vorschriften wurden erfüllt oder Maßnahmen ergriffen, durch die das gelingt. Teil dieser ist Einhausung, die über ein selbstschließendes Tor verfügen muss. Allerdings steht noch nicht fest, ob diese aus Blech oder in massiver Weise errichtet wird.

Weiterhin muss Norma die Öffnungszeiten auf 7 bis 20 Uhr und die Lieferzeiten auf 6 bis 20 Uhr beschränken und dafür sorgen, dass die LKW ihre Kühlanlagen während der Lieferung ausschalten. Eine Lösung für die Verkehrsbehinderungen, wenn 15 bis 20 Meter lange LKW auf der Mehring-Straße rangieren, gibt es jedoch nicht. Zudem wurde Norma verpflichtet, die Erdarbeiten von Archäologen begleiten zu lassen, da es in der Breitscheid-Straße bereits Funde aus der Bronzezeit gab.

Seine Bedenken gegen das Projekt, das dem Einzelhandelskonzept der Stadt zuwiderläuft, konnte der Stadtrat jedoch nicht offiziell Geltung verschaffen. Denn Norma umging die Pflicht, einen Bebauungsplan aufzustellen und das Gremium zu beteiligen, geschickt. Denn das wird erst ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche nötig. Nach OVZ-Informationen wird der neue Norma aber nur 799 Quadratmeter groß. Zudem gibt es ein zweites Gebäude, in das auf 400 Quadratmetern ein Getränkemarkt einzieht. Weitere 80 Quadratmeter bekommen dort noch ein Bäcker und ein Fleischer, die ebenfalls aus der Region kommen sollen. Vor beiden Gebäuden sind insgesamt rund 100 Parkplätze geplant, die je eine Zufahrt von der Breitscheid- und der Mehring-Straße haben.

Wie diese Zeitung ebenfalls erfuhr, hat Norma das 8500 Quadratmeter große Grundstück bereits von der Fensterbau-Familie Rauh gekauft. Im Herbst will der Discounter mit dem gut 600 000 Euro teuren Vorhaben beginnen und die Fläche bis zum Winter zunächst baureif machen, indem Gebäude und der Schornstein abgerissen werden und das Gelände beräumt wird. Im Frühjahr soll der eigentliche Bau beginnen, der wiederum bis Ende 2018 abgeschlossen sein soll. Zudem will man auch das Haus Mehring-Straße 38 kaufen, abreißen und auf der Fläche weitere Parkplätze schaffen. Eine Anfrage zu den Plänen ließ Norma bisher unbeantwortet.

Von Thomas Haegeler

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