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Altenburg Widerstand wortlos aufgegeben
Region Altenburg Widerstand wortlos aufgegeben
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20:16 27.07.2014

Gegen diese seit 2011 vorangetriebenen Pläne gab es in den vergangenen Monaten vor allem auf Seiten von CDU, SPD und FPD heftigen Widerstand, weshalb das Vorhaben immer wieder verschoben wurde. Doch von diesem Gegenwind war auf der letzten Kreistagssitzung rein gar nichts mehr zu spüren.

Mit vier Stimmenthaltungen wurde die Änderung des Gesellschaftervertrages förmlich durchgewunken. Bis auf eine geringfügige textliche Änderung der Beschlussvorlage fand auch keinerlei Diskussion statt. So bleibt es im Dunkeln, warum die Gegner ihren Widerstand plötzlich aufgaben. Womöglich war es der ernste Hinweis des Landesverwaltungsamtes Weimar, dass der Landkreis bestrebt sein sollte, weitere, vorrangig private Gesellschafter aufzunehmen.

Auch Landrätin Michaele Sojka (Linke) hatte noch im Juni den "Strategen der Wirtschaftsförderung von CDU, SPD und FDP" vorgeworfen, echte Wirtschaftsförderung im Landkreis zu verhindern. "Man steht gemeinsam solange auf der Bremse, bis die Insolvenz unseres Flughafens erzwungen wird", behauptete Sojka.

60 Prozent der Flugplatz-Gesellschaft hält der Landkreis, fünf Prozent die Gemeinde Nobitz, drei Prozent die Thüsac und 32 Prozent gehören der GmbH inzwischen selbst. Diese Anteile hatten sich beim Airport über die Jahre angesammelt, als einstige Gesellschafter wie beispielsweise die Altenburger Stadtwerke ausstiegen.

Wirtschaftlich gesund ist das nicht - der Kreis trägt damit über 90 Prozent aller Zuschüsse selbst. Weil der Airport aber unausgelastet ist und trotz eines enormen Sparprogramms konstant Verluste produziert, müssen die Eigentümer alljährlich "nachschießen", wie Betriebswirtschaftler die Zuzahlungen gern umschreiben. Und zwar praktisch vollständig aus der sowieso leeren Kreiskasse.

Deshalb suchen Landratsamt und Airport-Management seit Jahren nach privaten Investoren, die bereit sind, sich an dem durchaus attraktiven, aber eben auch extrem teuren Standort-Projekt Flugplatz zu beteiligen. Einen solchen gibt es seit Sommer 2013 auch: Die Heim Kieswerk Nobitz GmbH & Co. KG plant den Kauf von 15 Prozent der Gesellschafteranteile.

Das Unternehmen würde sich auch an den weiter fälligen "Nachschüssen" beteiligen, wie Geschäftsführer Philipp Heim der OVZ erläuterte. Zur Höhe der Investition wollte sich Heim noch nicht äußern - nach OVZ-Informationen geht es um einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag. Das Investment in den Flugplatz habe für Heim allerdings nur langfristig einen Sinn. "Wir liefern ja nicht nur Baustoffe und neuerdings hochwertige Quarzsande für Glasherstellung, Gießereien und Filter. Wir setzen auch auf alternative Energien." Eine Fotovoltaik-Anlage liefert Strom, die Biogasanlage der Pure Power GmbH & Co. KG Nobitz versorgt nicht nur die moderne Trocknungsanlage des Kieswerks, sondern auch zwei Blockheizkraftwerke in benachbarten Firmen. "Wir wollen, dass sich der Flugplatz entwickelt. Und jedes Unternehmen, das sich neu auf dem Flugplatz ansiedelt, ist für uns ein potenzieller Geschäftspartner. Für unseren Beton oder für unsere Energie", sagte Heim. Die Geldanlage komme erst an zweiter Stelle.

Jens Rosenkranz

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