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Wie eine Familie

Wie eine Familie

"Es war ein Schock", erzählt Gisela Daniel von dem Moment, als sie erfuhr, dass sie Krebs hat. Und ab da bestimmte die Krankheit für lange Zeit auch ihr Leben.

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Gisela Daniel und Annelies Kuczawa (v.r.) leiten die Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs, die sich im Sanitätshaus Altenburg in der Mittelstraße trifft.

Quelle: Mario Jahn

"Operation und Chemotherapie folgten. Ohne meine Familie hätte ich das nie geschafft. Es geht nur mit Unterstützung." Und die gab es damals, im Jahr 1999, noch von anderer Seite. "Hildegard Nitzsche, die Gründungsinitiatorin, kam auf mich zu und hat mich in die Selbsthilfegruppe eingeladen", erzählt die 70-Jährige. Als sie ihren Wohnsitz endgültig wieder von Berlin nach Altenburg verlegte, nahm sie den Vorschlag an. "Und fand eine Gemeinschaft, in der ich mich wohl fühlte." Bis heute hält dieses Gefühl an, mittlerweile ist Gisela Daniel selbst die Leiterin der Gruppe.

 

"Bei uns kommt die Krankheit ganz zum Schluss", räumt sie mit Vorurteilen auf. Zwar möchte die Initiative Betroffene auffangen, informieren und begleiten. Deshalb gibt es beispielsweise auch regelmäßig Fachvorträge aus allen onkologischen Bereichen. Aber vor allem sollen die Frauen - und auch Männer - wieder lernen, ihr Leben zu genießen. "Optimistisch zu sein, das habe ich gelernt", sagt Gisela Daniel.

 

Anneliese Kuczawa ergeht es ähnlich: "Es gibt kaum Zeit, von der Krankheit zu reden." Man habe einfach bei den Treffen so viel anderes zu besprechen, erzählt die 71-Jährige, die seit Anfang an dabei ist. Vorträge, Bastelnachmittage, Kaffeetrinken, Ausflüge, Wanderungen, Konzertbesuche zählt sie nur einige Beispiele für die Aktivitäten auf. Höhepunkte sind auch die Bundestagungen. "Wir nehmen immer viel Neues davon mit", sagt Daniel. "Es ist eine große Wiedersehensfreude und ein lebendiges Miteinander."

 

Natürlich gibt es auch traurige Momente - wenn eine die Krankheit nicht besiegt oder es jemandem schlechter geht. "Da sind wir füreinander da", sagt Kuczawa, "Das ist das Tolle: Im Laufe der Zeit sind wir Freundinnen, ja eine Familie geworden." Was wünschen sie sich für die Zukunft? "Sponsoren, die uns unterstützen", sagt Anneliese Kuczawa. Auch für Gisela Daniel ist die Antwort klar: "Ich wünsche mir, dass viele den Mut haben, zu uns zu kommen." Jenifer Hochhaus

 

iAb Januar finden die Treffen wieder regelmäßig jeden vierten Montag im Monat im Zentrum für Reha-Technik, Mittelstraße 10, statt. Beginn ist 14 Uhr.

Jenifer Hochhaus

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