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Wie sich die Weihnachtsgeschichte auch zugetragen haben könnte

Wie sich die Weihnachtsgeschichte auch zugetragen haben könnte

Altenburg.Sie stand anfangs unter keinem guten Stern, die Aufführung der Weihnachtsgeschichte der Jungen Gemeinde am späten Samstagnachmittag auf dem Altenburger Weihnachtsmarkt.

 

 

Sie stand anfangs unter keinem guten Stern, die Aufführung der Weihnachtsgeschichte der Jungen Gemeinde am späten Samstagnachmittag auf dem Altenburger Weihnachtsmarkt. Der kalte Regen trieb die Leute vom Platz. Auf der Bühne passierte gerade nichts. Da war niemand, der zum Warten aufforderte. Kein Schild, das auf das nächste Ereignis hinwies.

 

Und erst auf dem allerletzten Pfiff kamen sie angerannt, die jungen Laienschauspieler - bepackt mit Engelsflügeln und Papp-Kamelen, mit buntem Hawai-Hemd, Schafsfell und anderen sonderbaren Requisiten. In Windeseile verwandelten sie die schmale Bühne in einen kleinen Theaterraum, der dann mal Himmel, mal Palast, mal Stall darstellen sollte.

Und was soll man sagen, kaum begannen sich die Erzengel Gabriel und Raphael darüber zu streiten, wie sich denn nun die Geschichte mit der Maria und dem Josef und dem Jesuskind am 24. Dezember vor 2011 Jahren wirklich zugetragen haben könnte, welchem der beiden Evangelisten, Lukas oder Matthäus, man nun mehr glauben sollte, wenn überhaupt - da hörte auch der Regen auf. Und immer mehr Männer, Frauen und vor allem Kinder blieben stehen und folgten gespannt dem kurzweiligen Krippenspiel.

Die Geschichte hat diesmal Janine Eichler aus Flemmingen in einen spielbaren Text gebracht. "Seit Oktober haben wir die Ideen gesammelt", verrät die angehende Lehrerin für Deutsch, Biologie und Religion. Wir, das sind etwa 15 junge Leute zwischen 14 und 23 Jahren aus den Jungen Gemeinden Altenburg, Ehrenhain und Langenleuba-Niederhain. Seit mehreren Jahren schon proben sie vor Weihnachten das Krippenspiel gemeinsam. Jedes Mal aber wird etwas anders erzählt als allgemein üblich.

Zeitkritisch sollte es auch jetzt wieder sein, sagte Janine Eichler. Diesmal sei es ein modernes Krippenspiel, dargestellt in traditionellen Gewändern. Und ab und an zitierte Gabriel sogar aus der Bibel. Und um die geht es: "Wir haben uns gefragt, war es denn wirklich so, wie es in der Bibel steht, oder könnte es nicht auch anders gewesen sein?", so die Autorin. Und sie kamen zu dem Schluss, dass sich die Evangelisten das Geschehene offenbar etwas zurechtgebogen haben. "Die Weihnachtsgeschichte - außer Plan", nannten sie ihr Stück.

Während Gabriel im weißen Engelsgewand bei der überlieferten Version vom Messias bleiben möchte, der in einem Stall zu Bethlehem geboren wird, hat Raphael so seine Zweifel. Er erscheint den drei Weisen, den Hirten, Josef und Maria als Mensch verkleidet und verzettelt sich dabei etwas. Was Wunder, dass dann alles außer Plan gerät. Zwei der Weisen entpuppen sich als neugierige Frauen, die - statt dem Stern zu folgen, der ihnen den Weg zur Krippe weist - lieber erst einmal den Palast des Herodes sehen möchten. Dort verplappern sie sich natürlich und berichten von der Geburt des neuen Königs der Juden. Die Hirten kommen nicht mit Ochs und Esel zur Krippe, sondern bringen ihre beiden Hündchen mit. Und schließlich hält Maria die größte Überraschung für alle bereit: "Wieso Knabe? Es ist ein Mädchen. Wir haben sie Jesus genannt."

Zum dritten Mal war das etwas andere Krippenspiel auf dem Altenburger Markt zu erleben. Seit wann sie schon insgesamt aufführen? Heike Schneider-Krosse, Pfarrerin des Kirchspiels Nobitz-Ehrenhain, überlegte: "Mindestens seit zehn Jahren." Gemeinsam mit Susann Borowanski von der evangelischen Jugend Altenburg führte sie Regie und soufflierte, wenn der Text mal stockte. Denn ab und an musste improvisiert werden, konnte doch nicht ein einziges Mal auf der Bühne gemeinsam geprobt werden. Was dem Vergnügen der Zuschauer aber nichts anhaben konnte, wie der herzliche Beifall bewies.

Das Krippenspiel wird noch einmal am 24. Dezember um 22.30 Uhr in der Ehrenhainer Kirche gezeigt.

Edeltraud Peschel

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