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Wie starb das Baby in der Kollwitzstraße?

Wie starb das Baby in der Kollwitzstraße?

Es fehlt das endgültige Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung. Das teilte Ralf Wörmann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Gera, in dieser Woche der OVZ auf eine Anfrage mit.

Das abschließende Gutachten der Rechtsmedizin Jena stehe immer noch aus. "Das Neugeborene ist entweder durch Ertrinken oder durch Ersticken zu Tode gekommen", erläuterte der Staatsanwalt. Die Festlegung auf eine der beiden Varianten erfordere allerdings feingewebliche Untersuchungen. Dass dies allerdings so lange dauere, sei auch für die Staatsanwaltschaft nicht nachvollziehbar. Mehrere Nachfragen bei der Rechtsmedizin haben die Erstellung des Gutachtens jedoch leider nicht beschleunigen können. Er hoffe, dass das Ergebnis bald vorliegen wird.

 

Der Säugling ist wahrscheinlich um den 8. März auf die Welt gekommen. Das tote Mädchen wurde von der Polizei in einem Eimer im Badezimmer gefunden. Die 29-jährige Mutter hatte wenige Tage nach der vermutlich in der Badewanne stattgefundenen Entbindung wegen akuter Beschwerden das Klinikum Altenburger Land selbst aufgesucht. Bei einer OP stellten die Ärzte ihre kürzlich erfolgte Entbindung fest und verständigten die Polizei, als sie sich auf Nachfragen in Widersprüche verstrickte.

 

Relativ sicher sind sich die Ermittler dabei, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat und unmittelbar danach zu Tode gekommen sein muss. Die Mutter selbst bestreitet, das Kind umgebracht zu haben, sagte Wörmann. "Sie stellt es als Unfall dar." Es gebe ebenso keine Zeichen einer äußeren Gewaltanwendung.

 

Trotz des Verweises der 29-Jährigen auf einen Unfall bleibt ihr Geheimnis, warum sie ihre Schwangerschaft vor Familienangehörigen und Bekannten allem Anschein nach verheimlicht und auch bei der Geburt auf Hilfe verzichtet hat. Ebenso suspekt ist, dass sie mindestens vier bis fünf Tage mit dem toten Säugling in ihrer Wohnung zugebracht hat. Nachdem sie die Klinik verlassen konnte, wurde die junge Frau in die Justizvollzugsanstalt Chemnitz gebracht.

Jens Rosenkranz

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