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Altenburg Wiederholungstäter kassiert am Amtsgericht Altenburg weitere Haftstrafe
Region Altenburg Wiederholungstäter kassiert am Amtsgericht Altenburg weitere Haftstrafe
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18:26 28.03.2016
Verteidiger Alexander Giehler (r.) bespricht sich im Altenburger Amtsgericht mit seinem Mandanten. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Altenburg

Nachschlag für Nikolai N.: Das Amtsgericht Altenburg hat den 29-jährigen Serientäter zu einer weiteren Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Das Schöffengericht unter Leitung von Richter Sandy Reichenbach sah es vergangene Woche als erwiesen an, dass der Angeklagte Ende 2014 – trotz laufender Bewährung – mit einem Komplizen in die Grundschule Nobitz eingebrochen war, daraus zwei Laptops und einen Beamer gestohlen hatte, um diese für Drogen einzutauschen. Aufgrund der Masse an Straftaten, die er zu jener Zeit begangenen hat, ging das Gericht von gewerbsmäßigen Diebstahl in besonders schwerem Fall aus.

Was Reichenbach in seiner Urteilsbegründung mit einer „hohe(n) Frequenz der Taten“ meinte, verdeutlichte er direkt im Anschluss: „Kurz vor Beginn der letzten Hauptverhandlung und im Wissen dieser gehen Sie in die Grundschule rein. Das ist nicht nett.“ Zudem störte sich der Richter am relativ großen Schaden von insgesamt gut 2700 Euro in der Schule und dem im Verhältnis dazu kleinen Nutzen von 2,5 Gramm Crystal, das der Angeklagte für einen der Laptops bekommen haben will. Das übrige Diebesgut hat N.s Aussage zufolge sein Komplize, der im Übrigen auch die Türen der Nobitzer Schule aufgebrochen habe. Überführt wurde der Angeklagte, weil sich Blut von ihm am Tatort fand. Obwohl er die Tat gestand, wollte er weder sagen, wem die zweite DNA-Spur gehört, noch wie er damals sein Leben samt des täglichen Konsums von 0,5 bis einem Gramm Crystal finanzierte. Allein dafür waren 50 bis 100 Euro pro Tag nötig.

„Hätte ich keine Drogen genommen, wäre das alles nicht passiert“, sagte der Angeklagte. „Ich muss mich dafür entschuldigen.“ Nachdem er sein Drogenproblem lange bestritten hat, will er nun eine Therapie machen. „Ich fühle mich besser ohne Crystal jetzt“, meinte der zweifache Vater, der seit Anfang 2015 wegen Diebstählen, Hehlerei und Verkehrsdelikten eine über zweijährige Strafe absitzt, die wegen weiterer Taten inzwischen auf drei Jahre und zwei Monate erhöht wurde. „Ich sitze zum ersten Mal im Gefängnis und es steht mir bis zum Hals. Ich will nicht wieder rein.“ Schon wegen der Kinder wolle er ein Leben wie vorher nicht mehr.

Das nahm ihm Staatsanwältin Jana Böse aber nicht recht ab, sprach von einem Lippenbekenntnis. Schließlich habe er Straftaten begangen, als die Kinder schon da waren, sagte sie. „Es gibt kaum jemanden, der so eine Verfahrenslatte bei der Staatsanwaltschaft hatte wie Sie.“ Dies, sein Geldbedarf und weitere Fahrrad-Diebstähle, deren Verfolgung man einstellte, sprechen für seinen Lebenswandel. „Das lässt erahnen, dass wir es hier nur mit der Spitze des Eisbergs zu tun haben.“ Daher forderte sie ein Jahr und vier Monate Freiheitsentzug.

Auch wenn N.s Anwalt Alexander Giehler dies gegenüber seinem Mandanten als okay bezeichnete, plädierte er für nur zehn Monate, weil dies zusammen mit der verhängten Strafe exakt vier Jahre ergebe. „Das entspreche dem, was herausgekommen wäre, wenn man alles zusammen verhandelt hätte.“ Das Argument des Härteausgleichs berücksichtigte Reichenbach in seinem Urteil, das aber noch nicht rechtskräftig ist.

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass N. das eine Jahr zusätzlich absitzen muss. Denn aufgrund der bereits verbüßten Zeit kann er laut Betäubungsmittelgesetz in Therapie gehen. Da man im Anschluss wegen der Resozialisierung nicht wieder ins Gefängnis muss, würde die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt. Noch klappt das aber nicht, weil bei N. noch Geldstrafen im Raum stehen.

Von Thomas Haegeler

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