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Altenburg Wildfischerei ist kein Kavaliersdelikt
Region Altenburg Wildfischerei ist kein Kavaliersdelikt
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00:19 29.07.2017
Karl Heinz Bergner, Präsident des Meuselwitzer Vereins Angelfischereiverein Schnaudertal, mahnt vor Wildfischerei. Quelle: Tatjana Kulpa
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Meuselwitz

Wildfischerei ist für Karl Heinz Bergner, Präsident des Angelfischereivereins Schnaudertal e. V., ein echtes Ärgernis. „In diesem Jahr kommt es besonders häufig zu Verstößen“, sagt er. Einer davon am Ententeich in Meuselwitz. „Ohne Fischereischein und Gewässerschein ist das Angeln nicht erlaubt.“ Etwa vier Verstöße sind ihm bekannt. Er vermutet aber, dass es noch einige mehr sind. „Das die Leute in dem Moment eine Straftat begehen, ist ihnen augenscheinlich egal.“

Laut Strafgesetzbuch wird die Wildfischerei nach Paragraf 293 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet. „Oft werden die Verfahren aber wegen Geringfügigkeit eingestellt“, so Bergner, der seit 1976 Vorsitzender des Meuselwitzer Vereins ist. Bei Wiederholungstätern sehe die Sache allerdings schon anders aus.

Dabei ist es gar nicht so schwer, sich an das geltende Recht zu halten, wie Bergner erklärt. „Jeder darf einen Fischereischein machen. Dazu ist ein Lehrgang von 30 Stunden nötig. Sechs Wochen später wird beim Landratsamt eine Prüfung abgelegt.“ Insgesamt kostet der lebenslang geltende Schein 220 Euro.

Wem zehn Jahre reichen, der ist mit 58 Euro schon in Besitz einer Anglererlaubnis. Diese kann man ab dem 10. Lebensjahr erwerben. Darf aber bis zum 14. Lebensjahr nur in Begleitung eines Erwachsenen – mit Angelschein – angeln. „Wer unter 14 Jahre ist, darf allerdings keine Fische selbst töten. Das muss ein Erwachsener mit einer Angelerlaubnis machen“, erklärt der Zipsendorfer. Mit dem vollendeten 14. Lebensjahr muss dann auch zwingend die Fischerprüfung abgelegt werden.

Außerdem besteht die Möglichkeit für Kinder zwischen acht und 14 Jahren, einen Jugendfischereischein zu erhalten. Für diesen ist keine Prüfung notwendig. Inhalte der Prüfung sind Fragen nach Fischarten, deren Organismus, Fortpflanzung, Gewässerkunde, Natur-, Tier- und Umweltschutz, Gerätekunde und die nötigen Gesetze.

Hat man seinen Angelschein, ist für das entsprechende Gewässer dann eine zusätzliche Erlaubnis nötig. „An den Teichen des Vereins kann man nur angeln, wenn man auch bei uns Mitglied ist.“ Diese Vorgehensweise ist vor allem ob des Gemeinwohls so erdacht. „Wir müssen unsere Gewässer pflegen und das Vereinsgelände. Gastangler würden uns dabei nicht unterstützen.“ Als Mitglied sei man doch mehr um die Pflege rund um die Gewässer bedacht.

Zu den Fischteichen, die der Verein nutzt, gehören – als Eigentum – der Waldsee, Silbersee und Heidesee. Gepachtet sind der Ententeich, Kiessee und ein Teil des Haselbacher Sees.

Der nächste Lehrgang zur Vorbereitung auf die Angelscheinprüfung findet am 11. November statt. Interessenten melden sich bitte bis zum 1. November beim AFV Schnaudertal, telefonisch unter 03448 412886. Anmeldeformulare sind auch im Angelgeschäft Maulwurf in der Schmöllnschen Straße 12 in Altenburg erhältlich beziehungsweise können per E-Mail an KarToGa@t-online.de angefordert werden.

Von Tatjana Kulpa

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