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Wildwest in Haselbach – Tausende wollten es erleben

Westerntage auf der Kohlebahn Wildwest in Haselbach – Tausende wollten es erleben

Jedes Jahr im August erlebt das kleine Haselbach einen Ausnahmezustand: An einem Wochenende sind sämtliche Straßen hoffnungslos zugeparkt und bewegt sich ein scheinbar endloser Menschenstrom gen Betriebsbahnhof der Kohlebahn. Denn es sind die Westerntage. So kamen auch an diesem Wochenende Tausende.

Die Kohlebahn hält mitten in der „Prärie“ – für ein neues Schauspiel.

Quelle: Mario Jahn

Haselbach. Jedes Jahr im August erlebt das kleine Haselbach einen Ausnahmezustand: An einem Wochenende sind sämtliche Straßen hoffnungslos zugeparkt und bewegt sich ein scheinbar endloser Menschenstrom gen Betriebsbahnhof der Kohlebahn. Und viele unter den Pilgernden sind wundersam anzuschauen, scheinen auf dem Weg zu einer großen Kostümparty. Nur dass das gewählte Outfit ziemlich einseitig erscheint: Cowboys und Indianer sind auf dem Weg.

So auch an diesem Wochenende, als die 18. Westerntage auf der Kohlebahn anstanden. Und eines zeigte sich schon beizeiten: Die Westerntage sind seit langem ein regelrechter Selbstläufer, sind schon seit etlichen Jahren eines der größten Treffen seiner Art in Mitteldeutschland.

Karsten Waldenburger, seit 20 Jahren der Chef des Kohlebahn-Vereins, stand in Sachen Kleidung allen anderen Fans natürlich nicht nach. Der 58-Jährige war in der Westernstadt Haselbach wieder mit seinem „Edelross“ unterwegs. „Nein, einen Namen hat mein Pferd nicht, es heißt nur Pferd“, lachte er und tätschelte liebevoll seinen wieder zum Vierbeiner drapierten Drahtesel. „Seit zwölf Jahren habe ich den schon in der Nutzung und er hat bislang immer gute Dienste geleistet. Und einen Namen bekommt der zur 20. Auflage in zwei Jahren“, plauderte Waldenburger am Sonntag bei bester Laune.

Gute Laune, das durften auch die rund 200 Helfer und Mitwirkenden in Fülle haben. „Der Wettergott ist nicht nur ein Westernfan. Auch die Besucherzahlen waren erneut toll“, sagt der Chef, der schätzt, dass um die 3500 in dieses einzigartige raue wie charmante Flair des Wilden Westens eintauchen wollten. „Aus ganz Deutschland“, fügt der Boss hinzu.

Es war erneut bemerkenswert, mit wie viel Liebe zum Detail alle Akteure und Helfer diese abenteuerliche Stimmung aus den Weiten der Prärie vom Beginn des 19. Jahrhunderts wieder aufleben ließen. Aber was verleitet gestandene Frauen und Männer dazu, sich in entsprechendes Outfit zu werfen? „Ein Wochenende bei so einem Treffen mit Gleichgesinnten bedeutet loslassen, einmal dem Alltag zu entfliehen. Das ist wie Urlaub“, meinten Hannes und Danni übereinstimmend. Und zu so einem Kurzurlaub aus dem Herzen machen sich viele von weither auf den Weg. Die beiden Mittfünfziger beispielsweise stammen aus der Nähe von Herzberg und sind schon Stammgäste in Haselbach.

„Und eine Fahrt mit dem Westernzug gehört da immer dazu“, sagte Danni und pilgerte mit ihrem Gatten aufgekratzt gen Bahnsteig, wo der nächste Zug zur Abfahrt bereit stand. Ja, diese stündlichen Fahrten auf dem 900-Millimeter-Gleis sind die Attraktion der Westerntage schlechthin. Und sie sind ein Härtetest für die schon betagte Schienentechnik. Karsten Waldenburger konnte aber auch auf diesem Gebiet einen hundertprozentigen Erfolg vermelden: „Alle Züge waren pünktlich, und es gab keine technische Störung“, sagte er.

Auch die Passagiere in den immer gut besetzten Zügen waren nach der rund zweieinhalbstündigen Tour begeistert.Wenngleich es jenseits der Gleise am Kammerforst nicht immer sonderlich gastfreundlich zuging. Ein Überfall mussten alle Fahrgäste ebenso über sich ergehen lassen wie jede Menge Pulverdampf. Natürlich war nur alles gespielt, selbst wenn die „Banditen“ gar schauerlich und völlig spaßfrei anzuschauen waren.

Ein paar Kilometer weiter waren am Rande der Strecke die Hobbyschauspieler um Regisseur Marco M. Weber mit ihrem neuen Stück aus dem Wilden Westen zu erleben und ernteten für das Gezeigte viel Applaus. Nicht nur Danni war nach der Fahrt happy: „Das ist immer wieder ein Erlebnis.“

Von Jörg Wolf

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