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Wilhelm-Hauff-Märchen „Zwerg Nase“ feierte in Altenburg Premiere

Theater und Philharmonie Wilhelm-Hauff-Märchen „Zwerg Nase“ feierte in Altenburg Premiere

Das Altenburger Theater hat nun als Weihnachtsmärchen „Zwerg Nase“ nach Wilhelm Hauff auf die Bühne des Landestheaters gebracht, wohl auch, weil dieses Märchen ein gutes Sujet für eine Bühnenfassung bietet.

Gelungene Premiere des Hauff-Märchens „Zwerg Nase“: Henning Bäcker (Jakob, mit Gans), Thorsten Dara (Leibkoch des Herzogs, r.), Manuel Kressin (Herzog, l.) und Katerina Papandreou (Küchenjunge).

Quelle: Sabina Sabovic

Altenburg. Es ist wohl von allen seinen Märchen am dichtesten an dem, was gemeinhin als typisches deutsches Märchen gilt: die Zauberei – hier die der Hexe mit dem Braukessel, und das Zauberkraut sowie sprechende Tiere.

Legt man das eingangs Genannte als Maßstab an die Inszenierung an, die am vergangenen Sonnabend im Großen Haus Premiere hatte, dann kann man konstatieren: voll gelungen! Dem Inszenierungsteam Anne Keßler als Regisseurin, Hannah Hamburger als Bühnen-und Kostümbildnerin, Olav Kröger als musikalischem Leiter und Svea Haugwitz als Dramaturgin ist ein Theatermärchen-Ereignis gelungen, das vollkommen überzeugt und begeistert. Es wird gehext, verwünscht und vor allem gekocht, dass es nur so eine Freude ist. Es riecht nach geheimnisvollen Kräutern und klingt nach ebensolcher magischer Musik. Das alles ergibt eine quicklebendige Inszenierung mit rasantem Spieltempo und fantasieanregender Ausstrahlung.

Was geschieht? Jakob ist ein gewöhnlicher Junge, der seiner Mutter beim Verkauf von Obst und Gemüse auf dem Markt zur Hand geht. Als eines Tages eine alte Kräuterhexe an den Stand kommt, verspottet Jakob sie wegen ihres hässlichen Aussehens mit der langen Nase und des dürren Halses. Als er gegen seinen Willen die gekaufte Ware zu ihr nach Hause bringen muss, ist er überrascht von der Pracht ihrer Einrichtung und von Meerschweinchen und Eichhörnchen in Kleidern. Die Alte nötigt ihn, eine Suppe zu essen, durch die er sich auch in ein Eichhörnchen verwandelt und mit den anderen schrubben, saugen und klopfen muss. Sieben Jahre lebt er wie im Traum. Er lernt dabei das Kochen und wird im letzten Jahr in die Geheimnisse der feinen Küche eingeweiht. Als er an einem bestimmten Kraut riecht, verwandelt er sich zurück, aber in einen hässlichen Zwerg mit einer langen Nase und einem buckligen Körper. Er verschafft sich am Hofe der Herrschers, einem Herzog, eine Anstellung als Koch. Hier lernt er die Gans Mimi kennen, die sprechen kann. Auch sie hat ein Geheimnis und für beide beginnt ein märchenhaftes Abenteuer am Herrscherhof.

Diesen hat Hannah Hamburger als einen labyrinthhaften Komplex auf die Drehbühne gesetzt, der je nach Bedarf immer eine andere Sicht der Räumlichkeiten zulässt. Eine raffinierte Lösung. Auch die Kostüme sind typisiert und gestatten eine rasche Wiedererkennung der Personen.

Anne Keßler sorgt für ein bewegtes Bühnengeschehen. Da wurde manches zum Gaudi für die jungen Zuschauer etwas überzogen und fand immer dort eine Grenze, wo das Märchenhafte ins Klamaukhafte umschlagen konnte. Wunderbar fein wurde die Beziehung zwischen Mensch und Tier am Beispiel von Jakob und der Gans Mimi dargestellt. Henning Bäcker und Christiane Nothofer spielen und sprechen dieses Duo mit anrührender Naivität, wobei Jakob die natürliche Menschlichkeit des Tieres genießt bei all der Ablehnung, die ihm wegen seiner Hässlichkeit von den Menschen entgegengebracht wird. Überhaupt wird von allen gut gespielt in diesem Ensemble, in dem jeder zwei oder drei Rollen übernimmt. Das sind Katarina Papandreou, Bruno Beeke, Torsten Dara, Arno Sudermann und Manuel Kressin, der alternierend als Hexe und Herzog agiert.

Olav Kröger hat sich in der rechten Herzogsloge ein Tonstudio eingerichtet und begleitet von da die Akteure bei ihrem Liedgesang oder gibt den Sound bei Szenenwechsel. In der ersten Premierenaufführung konnte er wegen einer S-Bahn-Havarie erst verspätet die musikalische Leitung übernehmen, obwohl der Vorstellungsbeginn schon um eine Viertelstunde verschoben wurde. So mussten die Schauspielerinnen und die Schauspieler ihre Lieder a cappella singen, was sie glänzend meisterten. Das Publikum nahm es gelassen. Das Nasenlied bildete den musikalischen Abschluss und gab Klein und Groß die Möglichkeit, mit Klatschen für ein prachtvolles Märchenspektakel zu danken.

Von Manfred Hainich

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