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Windräder: Schwere Vorwürfe gegen Gemeinderäte in Drogen

Baupläne Windräder: Schwere Vorwürfe gegen Gemeinderäte in Drogen

Die geplanten Windkraftanlagen bei Steinsdorf und Drogen sorgen für eine Kontroverse. Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) positioniert sich klar gegen die Pläne mit Verweis auf den existierenden Windpark in der Kommune. In Drogen sind die Bürger unschlüssig. Die Gegner der Anlagen erheben jedoch schwer Vorwürfe gegen Gemeinderatsmitglieder.

Geplanter neue Standort bei Drogen stößt auf viel Ablehnung und wenig Zustimmung.

Quelle: dpa

Schmölln/Drogen. Die Pläne, zwischen dem Schmöllner Ortsteil Steinsdorf und Drogen vier über 200 Meter hohe Windräder aufzustellen, stößt in der Knopfstadt nicht auf Wohlwollen. „Wir sind nicht grundsätzlich gegen Windenergie. Doch ich glaube, wir haben unseren Beitrag bereits mit dem gut bestückten Windpark in Kummer/Nitzschka erfüllt. Dieser kann auch gern in Richtung unbewohnter Gebiete erweitert werden“, so Bürgermeister Sven Schrade (SPD). Ein weiteres Areal zur Gewinnung von Windenergie lehne die Stadt aber ab.

Als Schmölln als Träger öffentlicher Belange bei der Erarbeitung des neuen Regionalplans gehört wurden, gab das Rathaus eine entsprechende Stellungnahme ab. In diesem Zusammenhang verweist Schrade auf die Vogelschutzbelange. „Gerade in unserer Region sind Rot- und Schwarzmilan zu Hause. Ich bin gespannt, was die weiteren Prüfungen des Antrages der Firma ergeben.“

Derweil ist die Bürgermeisterin von Drogen zurückhaltender. Sie werde sich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht öffentlich erklären, sagt Carmen Meister auf OVZ-Anfrage. Wohl auch, weil es im Dorf Gegner und Befürworter gibt sowie Einwohner, denen es egal ist.

„Ich kümmere mich nicht darum, mir ist das einerlei“, sagt etwa Wolfgang Hartung bei einer kleinen OVZ-Umfrage in Drogen. Ihn stört eher das Sprühen der Rapsfelder mit Chemie. „Davon werden meine Obstbäume im Garten krank“, klagt der Rentner.

„Mir gefällt es nicht, dass bei uns die Anlagen gebaut werden. Die stehen viel zu nahe am Ort. Außerdem brüten der Rote und der Schwarze Milan in unmittelbarer Nähe“, so ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen möchte. Der Mann hat jedoch Verständnis für die Landbesitzer. Er nimmt an, denen wurde soviel Geld geboten, dass sie nicht nein sagen konnten. Und meint, hätte er dort Land, würde er wohl auch schwach werden.

Ein Befürworter der Pläne ist Volker Becker: „Ich bin für die Windkraftanlagen, weil ich gegen Kernenergie bin. Die Menschen wissen gar nicht, was noch auf sie zukommt mit dem Atommüll. Ich möchte zwar auch keine 15 Windräder in Drogen haben, aber drei-vier 1000 Meter außerhalb des Dorfes sind okay.“

Klar gegen die Windräder ist ein anderes Nachbarehepaar, das auch namentlich nicht genannt werden möchte. Das Paar ist besonders darüber empört, dass es keine Information von Seiten der Gemeinde und des Gemeinderates gab. Das sei eine Riesensauerei, schimpft die Frau. Und sie erhebt schwere Vorwürfe gegen den Gemeinderat. Die Drogenerin behauptet, die Anlagen würden auf dem Land mehrerer Ratsmitglieder errichtet. „Die sind alle befangen und vertreten nur ihre Interessen.“ Schon deshalb glaubt sie, dass die Entscheidung längst gefällt sei und die Windräder gebaut würden.

Was so aber nicht ganz richtig ist, denn das Verfahren hat gerade erst begonnen. Ab 7. August können die Bürger ihre Einwände vorbringen, erst dann wird im Landratsamt endgültig entschieden.

Von Jörg Reuter

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