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Wintersdorf verzichtet auf Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Ungünstige Umstände Wintersdorf verzichtet auf Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Der Start der nächsten Runde des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ dürfte in so mancher Gemeinde im Altenburger Land aufmerksam registriert worden sein. Nicht teilnehmen wird in diesem Jahr allerdings Wintersdorf. Die Entscheidung darüber sei im Ortsteilrat einstimmig gefallen, teilt Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann gegenüber der OVZ mit.

Das waren noch Zeiten: 2015 erreichte Wintersdorf noch die Landesendrunde im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann konnte sich damals über eine Urkunde und einen Scheck über 1000 Euro – überreicht von Ulrike Fritsche (r.) vom Amt für Dorferneuerung und Flurneuordnung – freuen.

Quelle: privat

Wintersdorf. Der Start der nächsten Runde des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ dürfte in so mancher Gemeinde im Altenburger Land aufmerksam registriert worden sein – lockt doch bei erfolgreicher Teilnahme neben gesteigerter Aufmerksamkeit auch eine finanzielle Auszeichnung. Nicht teilnehmen wird in diesem Jahr allerdings Wintersdorf. Die Entscheidung darüber sei im Ortsteilrat einstimmig gefallen, teilt Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann gegenüber der OVZ mit.

Ein Schritt, der zunächst für Irritationen sorgt, hatte die Gemeinde doch noch vor knapp zwei Jahren als einzige Kommune im Kreis den Sprung in die Landesendrunde geschafft. Der Lohn: Ein mit immerhin 1000 Euro dotierter Sonderpreis für besondere Leistungen im sozialen und kulturellen Bereich.

Die Entscheidung zur Absage sei vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen gefallen, betont Reimann. „Es gibt für diesen Wettbewerb eine klare Ausschreibung, deren Anforderungen wir unter den derzeitigen Bedingungen nur schwer erfüllen könnten.“ Die Entwicklung der Stadt Meuselwitz stagniere, die Förderung von Kultur und Gemeinsinn, sowie die Vereinsunterstützung habe einen neuen Tiefpunkt erreicht. „Unterstützung ist derzeit quasi nicht vorhanden, überall wird gespart“, so Reimann. Eine Entwicklung, ob in Form von Bauvorhaben oder neuen besonderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, sei nicht zu verzeichnen. Zwar müssten auch andere Kommunen den Gürtel enger schnallen, gibt er zu. So wie es derzeit in der Schnauderstadt geschehe, werde jedoch mehr zerstört als geholfen.

Ein Beispiel sei für ihn, insbesondere mit Blick auf das jährliche Dorffest, die seiner Meinung nach mangelnde Unterstützung von Vereinen bei der Durchführung von Feierlichkeiten. „Wenn die Verwaltung etwa keine Buden mehr für Feste anliefern kann, kostet das am Ende die Vereine mehr Geld“, unterstreicht Reimann seine Kritik. Damit werde letztlich ein Teufelskreis in Gang gesetzt. Wenn die Stadt das Fest nicht mehr unterstütze, sei nicht nur dessen Zukunft gefährdet, sondern auch andere damit abgesicherte Veranstaltungen. „Dann gibt es etwa auch keine Seniorenweihnachtsfeier mehr.“ Reimann fordert ein Entgegenkommen, gerade den oft ehrenamtlich strukturierten Vereinen gegenüber. „Man muss die doch auch leben lassen.“

Meuselwitz’ Bürgermeister Udo Pick (BfM) zeigt sich ob der Entscheidung des Ortsteilrates enttäuscht. „Das ist gerade angesichts der Erfolge der letzten Jahre schade.“ Die von Reimann genannten Gründe kann er nur bedingt nachvollziehen. Zwar sei die Unterstützung durch die Stadt angesichts der Haushaltslage eingeschränkt – zum Erliegen komme sie jedoch nicht. Material für Veranstaltungen werde weiter bereit gestellt, müsse nur von den Vereinen in Eigenregie organisiert und transportiert werden. Mit verbesserter Haushaltslage werde auch die Unterstützung seitens der Stadt wieder zunehmen.

Darauf hofft auch Reimann. Die Absage an künftige Wettbewerbsteilnahmen sei nicht in Stein gemeißelt. Sollte sich die Situation ändern, werde man über eine erneute Teilnahme nachdenken. Das, findet er, dürfte auch im Interesse der Schnauderstadt liegen. „Meuselwitz müsste froh sein, dass wir bei dem Wettbewerb mitmachen.“ Denn eine erfolgreiche Teilnahme, so das Ortsteiloberhaupt, motiviere nicht nur die Einwohner zu mehr Engagement sondern erhöhe auch die Strahlkraft der Kommune – wovon letztlich auch Meuselwitz profitiere.

Von Bastian Fischer

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