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Wintersdorfer Dorffest muss auf den Prüfstand

Organisatoren-Sprecher Wintersdorfer Dorffest muss auf den Prüfstand

In Wintersdorf steht hinter dem nächsten – dem 28. – Dorffest derzeit ein großes Fragezeichen. Weil es in der Interessengemeinschaft (IG) Dorffest bisher noch keine Auswertung der diesjährigen Fete gab, sieht sich deren Sprecher Michael Rothe zurzeit außerstand verbindlich zu sagen, ob und in welcher Form es 2017 wieder ein Dorffest geben wird.

Selbst Klaus und Klaus schafften es nicht, bei brütender Hitze das Festzelt komplett zu füllen.

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz/Wintersdorf. Nach dem Fest ist vor dem Fest, sollte man meinen. Doch in Wintersdorf steht hinter dem nächsten – dem 28. – Dorffest im Augenblick ein großes Fragezeichen. Weil es in der Interessengemeinschaft (IG) Dorffest bisher noch keine Auswertung der diesjährigen Fete gab, sieht sich deren Sprecher Michael Rothe zurzeit außerstand verbindlich zu sagen, ob und in welcher Form es 2017 wieder ein Dorffest geben wird.

Eines weiß Rothe aber schon mit Sicherheit: Das Ziel, für Freitag und Sonnabend mehr Karten als im Vorjahr zu verkaufen, hat man nicht erreicht. „Am Freitag waren es deutlich weniger Besucher und am Sonnabend mehr. Doch unterm Strich stand ein Minus.“ Haderten die Wintersdorfer 2015 mit dem Regenwetter, war es wohl diesmal die extreme Hitze, die die Leute abhielt, sich in ein Festzelt zu setzen.

„Was das Programm betrifft, da hat es nur wenige negative Stimmen gegeben. So waren von Jolly Jumpers sehr viele Besucher begeistert und auch mit Surprise hatten wir den Nerv der Leute getroffen. Bei Klaus und Klaus gab es wider Erwarten sogar von der Jugend gute Resonanz. Die beiden sollten am Sonnabend das Zelt füllen, doch das ging bei der Hitze auch nicht auf“, so der IG-Sprecher. Lediglich die Nachtschwärmer hätten nicht bei allen die Erwartungen erfüllt. Die waren diesmal moderner und rockiger aufgestellt, was die traditionellen Dorffestbesucher nicht gewohnt waren. Gut besucht war das Fest am eintrittsfreien Sonntag. An diesem Tag hatten die Organisatoren nach der Kritik aus den Vorjahr das Programm entzerrt.

„Aufgrund der Hitze haben die Gäste verständlicherweise weniger Bier getrunken als erwartet. Das hat sich deutlich auf die Einnahmen ausgewirkt“, so der Chef des Seesportvereins Aqua Fun, der wie der Feuerwehrverein und der ASV zur IG gehören, die das Fest zum dritten Mal selbstständig organisierte.

„Unter dem Strich haben wir uns nichts vorzuwerfen. Wir hatten ein buntes und abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt auf die Beine gestellt. Das Alleinstellungsmerkmal für Wintersdorf war früher ein hochwertiges Programm. Das können heute auch andere. Bestes Beispiel ist die Kirmes in Rositz. Man ist aber inzwischen auch schnell an der Grenze des machbaren, vor allem finanziell. Schließlich tragen wir das Risiko als Vereine komplett allein“, verdeutlicht Rothe. Während die IG die größte Last trägt, würden andere Vereine mit der Tombola, dem Kuchen- oder Kartenverkauf ihren Schnitt machen.

Es gäbe zwar hinter den Kulissen Diskussionen zum Dorffest und dessen Gestaltung, bisher habe allerdings noch keiner laut gesagt, dass es das Fest nächstes Jahr nicht mehr gibt, sagt Rothe. Nach OVZ-Recherchen fragen sich allerdings schon einige Wintersdorfer, ob das diesjährige Fest nicht doch der Anfang vom Ende war.

Von den Unstimmigkeiten in der IG, die deren Sprecher nicht unter den Tisch kehren will, hätten die Besucher seiner Meinung nach nichts gespürt. Er räumt ein, dass zum Beispiel beim Bierverkauf zeitweise zu viele Leute hinterm Tresen standen, beim Zeltabbau jedoch einige helfende Hände mehr gut gewesen wären. „Es waren beim Abbau zwar nicht deutlich weniger Personen als sonst, aber bei der brütenden Hitze gingen die Arbeiten langsamer voran. Deshalb mussten wir Leute aus der IG nachordern. Mit ihnen und der bewährten Unterstützung der Stadt Meuselwitz war das Zelt trotzdem pünktlich abgebaut“, betont er.

In den nächsten Wochen müsse auf jeden Fall Klartext gesprochen werden, wie es weiter gehen soll und was geändert werden soll oder muss. Seiner Meinung nach müsse man über ein komplett neues Konzept nachdenken, was man aber nicht übers Knie brechen darf. Dabei sei wichtig, nichts kaputt zu sparen. Auf den Prüfstand müssten aber auf jeden Fall die Größe des Zeltes und das Programm.

Von Marlies Neumann

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