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Altenburg Wintersdorfer Schüler wollen nach Meuselwitz – und werden wohl abgelehnt
Region Altenburg Wintersdorfer Schüler wollen nach Meuselwitz – und werden wohl abgelehnt
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00:25 03.05.2018
Die Grundschule Wintersdorf entlässt ihre Schüler in Richtung Lucka, wenn sie auf die Regelschule wollen. Quelle: Mario Jahn
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Meuselwitz/Wintersdorf

Es ist ein alljährliches Ritual im Kreis: Regelmäßig finden an den weiterführenden Schulen im April die Anmelderunden für das kommende Schuljahr statt. Auch an der Regelschule in Meuselwitz wurden wieder zig Grundschul-Abgänger vorstellig, doch nicht alle Wünsche lassen sich dort umsetzen – insbesondere, wenn es um die Wintersdorfer Schüler geht.

Denn die Kniprse aus dem Meuselwitzer Ortsteil sollen eigentlich nicht die Schule in der nahen Schnauderstadt besuchen, sondern auf die Regelschule in Lucka ausweichen. „Das ist durch den Landkreis in den jeweiligen Einzugsbereichen für die Schulen so festgeschrieben“, erklärt der Meuselwitzer Rektor Jürgen Stark. Das Problem: Seit inzwischen über zehn Jahren gehört Wintersdorf durch Eingemeindung zu Meuselwitz. Da wachse bei vielen Eltern das Unverständnis darüber, dass die eigenen Sprösslinge auf eine Schule in einer anderen Stadt ausweichen müssen.

Schlechte Aussichten für Gastschulanträge

Bisher, so Stark, habe man in Meuselwitz den Großteil der vorstellig gewordenen Wintersdorfer Kinder über Gastschulanträge aufnehmen können. „Allerdings müssten wir, um in diesem Jahr alles bewältigen zu können, wohl eine dritte fünfte Klasse einrichten. Platztechnisch ist das kein Problem – allerdings würden wir auch eine weitere Lehrkraft benötigen“, führt er aus. Das jedoch sei dem zuständigen Schulamt, nicht zuletzt wegen des grassierenden Lehrermangels, wohl ein Dorn im Auge. „Nach derzeitigem Stand werden voraussichtlich alle Gastschulanträge fürs nächste Schuljahr abgelehnt“, zeigt sich Stark ernüchtert.

Ärger um Schülerfahrausweis

Selbst wenn dies anders wäre, würden die Probleme dadurch nicht kleiner. Denn ein weiterer wunder Punkt ist die Beförderung. Jedem Kind im Kreis steht ein Schülerfahrausweis zu – für den Weg zur nächstgelegenen Schule. Die liege aus Wintersdorfer Sicht in Meuselwitz und nicht in Lucka, was von Schulamt jedoch nicht anerkannt werde, so Stark. Das Ergebnis: „Eltern, die ihre Kinder zu uns schicken wollen, strecken die Beförderungskosten oft vor und reichen bei uns dann Anträge auf Rückerstattung ein. Das bedeutet mehr Arbeit, bindet Personal und sorgt auf beiden Seiten für Frust.“

Aus Starks Sicht müsse sich einiges ändern. „Eine Vereinheitlichung der Bereiche für Grund- und Regelschule würde als erster Schritt schon viel Ärger ersparen.“ Letztlich, so sein Appell, solle jedoch die Elternentscheidung am Ende den Ausschlag geben. „Manche entscheiden nach dem Weg, manche nach inhaltlichen Aspekten“ – eine Entscheidung, die durch Auflösung der Schulbereiche erleichtert werden könnte.

Elternsprecher plädiert fürs Abwarten

Eine etwas andere Sicht auf die Lage hat hingegen André Wiese. Bisher habe er noch keine negative Rückmeldung zur Situation gehört, so der Elternsprecher der Wintersdorfer Grundschule. Ohnehin bestünde nach wie vor die Möglichkeit, sein Kind per Gastantrag in eine andere Schule zu bringen. Dass durch eine freie Schulwahl alles besser werde, halte er für einen Trugschluss. „Irgendwann ist die Meuselwitzer Schule voll, dann geht es für die restlichen Schüler wieder zurück nach Lucka.“ Ohnehin sieht er hinsichtlich der freien Schulwahl noch einigen Diskussionsbedarf. „Es gibt zu viele ungewisse Faktoren, was Beförderung und Betreuung angeht. Auch die immer wieder wechselnde Personaldecke ist ein Thema“, zählt er auf. Ohnehin gelten die derzeitigen Schulbezirke nur noch bis 2019. „Deswegen sollte man jetzt keine Welle machen, sondern erst mal abwarten, was dann passiert.“

Von Bastian Fischer

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