Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg "Wir liegen so was von im Plan": Report vom Heizkraftwerks-Umbau
Region Altenburg "Wir liegen so was von im Plan": Report vom Heizkraftwerks-Umbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:54 01.08.2012

[gallery:600-24806367P-1]

Von Thomas Haegeler

Von außen wirkt das Blockheizkraftwerk, das Altenburg-Nord und Teile des Lerchenbergs versorgt, fast verwaist. Stünde nicht ein Container daneben, in dem Warmwasser produziert wird, und würde nicht ab und an ein Arbeiter auftauchen, hieße es wohl: Das Kraftwerk hält Dornröschenschlaf.

Im Inneren hingegen herrscht Hochbetrieb. Zwischen zehn und 15 Arbeiter verlegen dort Rohre, schließen Ventile an und verschweißen Nähte. "Aktuell laufen die Rohrleitungsmontagen", erklärt Andreas Behnke, Chef der Abteilung Energie-Erzeugung bei der Ewa. "Alles läuft planmäßig, es gibt derzeit keine gravierenden Probleme." Gleiches gelte für die vorausgegangenen Arbeiten.

Anfang Mai wurde die mobilen Heizzentrale geliefert und angeschlossen (OVZ berichtete). Anschließend ging es an die Demontage der technischen Ausrüstung. "Am 11. Juni herrschte Baufreiheit für alle Gewerke", sagt Behnke. "Da war die alte Hülle fast leer." Bis Ende Juni folgte der Aufbau von drei neuen Heißwasserkesseln und drei neuen Verbrennungsmotoren sowie der Neubau einer Schalldämmkabine, in der diese stehen.

"Von der Kabine, die wegen Auflagen des Arbeits- und Umweltschutzes nötig wurde, fehlt derzeit nur noch die Frontverkleidung", so Behnke weiter. Seitdem laufe der Anschluss der Geräte und die Montage der Rohre. "Wenn das beendet ist, wird ab September alles Schritt für Schritt in Betrieb genommen und ausprobiert." Das sei die letzte Phase. "Entsprechend heiß hergehen mit erhöhtem Personalaufkommen wird es ab Ende August." Aber selbst für einen Fachmann wie ihn stellt die Modernisierung eine Herausforderung dar: "Die letzte größere Maßnahme dieser Art war der Bau des Heizwerkes in Südost. Und das war 1995."

Obwohl der aktuelle Stand der Arbeiten fast nach Planübererfüllung klingt, rechnen weder Behnke noch Geerlings damit, dass das Kraftwerk vor dem 1. Oktober in Betrieb gehen kann. "Selbst wenn nichts mehr passiert, werden die entsprechenden Betriebsprüfungen Zeit kosten", meint Behnke, und Geerlings ergänzt: "Wir werden dafür bis Ende September brauchen."

Wirklich durchatmen kann der Ewa-Geschäftsführer aber nicht, wenn das Großprojekt geschafft ist. "Im November haben wir unsere alljährliche Runde, auf der wir auch über die Preise sprechen werden", erläutert Geerlings den Grund dafür. Nicht zuletzt deswegen verfolge er die Pläne der Bundesregierung, die EEG-Umlage ab Oktober um knapp zwei Cent auf 5,5 Cent je Kilowattstunde zu erhöhen. "Ich rechne fest damit, auch die Zahlen sind realistisch. Damit wäre die Steuerlast auf Strom genauso hoch wie die Kosten der Erzeuger und Netzbetreiber. Nun ist es eine politische Frage, ob die Mehrkosten über die Umlage oder anders finanziert werden."

Deshalb will Gerlings zunächst abwarten, was passiert. "Wir können es eh nicht beeinflussen", meint er. Bleibe es bei der geplanten Steigerung müsse man diese an die Kunden weitergeben. Das wäre heftig. "Aber die Energiewende gibt es nicht zum Nulltarif."

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Autofahrer in Altenburg können aufatmen: Wie der Referatsleiter Ordnung und Sicherheit der Stadtverwaltung, Lutz Meyner, gestern auf OVZ-Anfrage mitteilte, ist die Wettinerstraße bereits ab heute wieder für den Verkehr freigegeben.

01.08.2012

Landrätin Michaele Sojka fordert ein Umschwenken des Landes Thüringen in der Einstellungspolitik für Lehrer. "Wir brauchen schulscharfe Ausschreibungen von Stellen", sagte die Linken-Politikerin jetzt der OVZ.

01.08.2012

Beim Mitteldeutschen Verkehrsverbund gilt seit gestern ein verändertes Tarifsystem. Betroffen von den zum Teil höheren Preisen auf der einen und den neuen Angeboten auf der anderen Seite sind auch die Fahrgäste im Altenburger Land.

01.08.2012
Anzeige