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Altenburg Wird Casa Reha für Jahn-Park Mitarbeiter der Konkurrenz abwerben?
Region Altenburg Wird Casa Reha für Jahn-Park Mitarbeiter der Konkurrenz abwerben?
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05:10 09.05.2017
So soll der Jahn-Park aussehen. Quelle: Investor
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Altenburg

Mit dem geplanten Bau der Seniorenwohnanlage an der Geraer Straße wird sich die Suche nach einem Platz im Altersheim für viele Familienangehörige erleichtern, da im Moment etliche Pflegeplätze im Landkreis fehlen und es Wartelisten gibt. Allerdings stellt sich die Frage, woher der Betreiber des Jahn-Parks, die Firma Casa Reha, das Pflegepersonal nehmen will, das schon jetzt äußerst rar ist. Fast 100 der 120 Mitarbeiter im Jahn-Park werden Alten-Pfleger sein. Sie kümmern sich um ein Pflegeheim mit 143 Plätzen sowie 78 Einheiten für betreutes Wohnen,

Arne Göttner, ein Vertreter von Casa Reha, macht sich keine allzu großen Sorgen, dies zu schaffen, wie er kürzlich auf einer Info-Veranstaltung erklärte. Geplant sei, dass der Konzern, zu dem Casa Reha gehört, die Zahl seiner Azubis von derzeit 2000 bis zum Jahr 2020 verdoppeln will. Außerdem kooperiere man mit landeseigenen Schulen und setze auf eine europaweite Vermittlung von Fachkräften. Daher sei zu erwarten, dass in Altenburg über kurz oder lang auch Menschen aus Süd- und Südosteuropa oder aus Spanien und Portugal zum Einsatz kommen. Allerdings nur in begrenzter Zahl, sagte Göttner der OVZ. Eine neue Einrichtung werde zu Beginn ohnehin nicht mit ausländischen Mitarbeitern betrieben.

Doch woher kommt dann das viele Personal? Aktiv werde man keine Leute von bestehenden Einrichtungen in Altenburg abwerben, versichert Göttner. Allerdings rechnet er damit, dass sich etliche Mitarbeiter von sich aus für einen Stelle im Jahn-Park bewerben werden. Aus Erfahrung sei bekannt, dass solche großen, hochmodernen Heime – auch wegen der Arbeitbedingungen – sehr attraktiv sind. Dass Casa Reha bei der Bezahlung die Mitbewerber ausstechen könnte, schloss Göttner aus. Die Löhne werden sich nicht abheben. Im Moment bezahle seine Firma im Osten 10,25 Euro und im Westen 10,55 Euro pro Stunde.

Der Mindestlohn für Pflegekräfte soll ohnehin steigen: Ab 1. Januar 2018 soll er im Westen 10,55 und im Osten 10,05 Euro betragen. Darauf hatte sich kürzlich die Pflegekommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern geeinigt. Danach soll er in zwei Schritten bis Anfang 2020 weiter wachsen, auf 11,35 Euro pro Stunde im Westen und 10,85 Euro im Osten.

Dass der Jahn-Park zu Verwerfungen auf dem Pflegemarkt führen wird, befürchtet Michael Hose, der in Altenburg zwei Einrichtungen betreibt. Er geht fest davon aus, dass es zu Abwerbungen kommt, die bestehende Heime in große Schwierigkeiten, wenn nicht gar in Existenznöte, bringen werden. Möglich sei ebenso, dass der Jahn-Park zunächst gar nicht planmäßig eröffnen wird, weil ihm das nötige Personal fehlt. Auch mit seinen Stundenlöhnen könnte Casa Reha in Altenburg Probleme bekommen, denn seine Fachkräfte bezahlt Hose mit 12,50 Euro in der Stunde und hat dennoch Mühe, Mitarbeiter zu finden.

Der DRK-Vorstandsvorsitzende Ulf Müller betrachtet den Jahn-Park ebenso mit Sorge. Da dafür das Fachpersonal fehle, würde dieses von anderen Einrichtungen abgezogen. Auch Müller befürchtet, dass es deshalb zu Schließungen kommen könnte.

Von Jen Rosenkranz

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