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Altenburg Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee besucht Altenburger Firmen
Region Altenburg Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee besucht Altenburger Firmen
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05:00 01.07.2016
Michael Wolf und Wolfgang Tiefensee lassen sich von den OKM-Geschäftsführern Andres Krauß und Ingolf Müller (v.l.) die Funktionsweise des Metalldetektors erklären. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Ferienzeit ist Reisezeit, auch für Landesminister. Traditionell bereisen die Amtsträger im Sommer den Freistaat, um sich ohne Hektik vor Ort nach den aktuellen Erfolgen, Problemen und Sorgen zu erkundigen. Den Wirtschafts- und Tourismusminister Wolfgang Tiefensee (SPD) führte seine Route gestern nach Altenburg. Die Stippvisite in der Skatstadt begann er in der Altenburger Destillerie und Liqueurfabrik. Anschließend ging’s zum Metalldetektorbauer OKM, wo nach der Besichtigung der Pyramide – als Punkt drei – im dortigen Beratungsraum ein Gespräch mit den Vorstandsmitgliedern des Tourismusverbandes Altenburger Land anstand.

Die Altenburger Destille gehört zu den wichtigsten Unternehmen des Freistaates, betonte Tiefensee beim Betriebsrundgang. Das hiesige Unternehmen sei – Branntweinsteuer und Umsatzsteuer zusammengerechnet – einer der größten Steuerzahler Thüringens. Oder wie der neue Geschäftsführer der Liqueurfabrik, Michael Schenk, beschrieb: „Es gibt um die fünf große Player, dazu gehören unter anderem wir, Nordhausen und Berentzen. Wenn alle anderen Pleite gehen würden, könnte jede der Firmen die Produktion aller anderen komplett übernehmen und den europäischen Markt versorgen.“ Der Geschäftsführer verwies in diesem Zusammenhang auf das derzeitige Einschichtsystem. Vorstellbar wäre aber auch eine Produktion in zwei oder drei Schichten.

Das würde jedoch nicht ohne Investitionen gehen, erklärte Schenk. Ein Problem etwa ist, dass die Lagerkapazitäten schon jetzt aus allen Nähten platzen. „Wir können jedes unserer rund 120 Produkte binnen fünf Tagen auf Kundenwunsch herstellen“, sagte Schenk dem Minister auf dem Weg vorbei an Hunderten von Spirituosen. Die Überlegungen zu investieren und zu expandieren sind in der Destillerie offensichtlich bereits mehr als nur Gedankenspiele. „Es läuft gerade eine Marktbereinigung. Einige kleine Betriebe sind schon verschwunden. Und die Marktbereinigung wird weitergehen. Wenn wir nicht investieren, gehören wir nicht zu den Überlebenden“, stelle der Inhaber klar. Und Schenk betonte weiter, dass die Firma gern in Altenburg bleiben möchte. Thüringens Wirtschaftsminister sagte zu, zu prüfen, welche Möglichkeiten der Förderung es geben könnte.

Anschließend besichtigte Tiefensee die goldene Pyramide der Firma OKM. Der Wirtschaftsminister zeigte sich von der Pracht im Marmor sichtlich beeindruckt. „So eine Besichtigung hatte ich auch noch nie“, meinte Tiefensee und ließ sich von Geschäftsführer Ingolf Müller erklären, dass die verwendeten Materialien exakt mit dem orientalischen Gesamtkonzept abgestimmt sind. „Der Marmor kommt aus Ägypten ebenso der Sandstein.“ Die arabische Welt gehört auch zu den wichtigsten Märkten für die Ortungsgeräte, welche inzwischen zu 100 Prozent in Altenburg hergestellt werden. Die Hightech-Sonden aus dem Hause OKM sind vor allem bei Schatzsuchern und Archäologen beliebt.

Der Besprechungsraum in der Pyramide bot dann den Rahmen, um mit Tiefensee über den Torismus zu sprechen. Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) verwies als Vorsitzender des Tourismusverbandes einmal mehr auf die besondere geografische Lage des Altenburger Landes. Der Landkreis grenze nur zu 20 Prozent an Thüringer Gebiet genauso wie an Sachsen-Anhalt, aber zu 60 Prozent ist der Kreis von Sachsen umschlossen. Schon dadurch ergebe sich die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg. Dazu kommt die enge kulturelle Verbundenheit mit Sachsen. Dabei sei die Kooperation auf kommunaler Ebene bereits weit gediehen. Mit dem Zwickauer Raum gibt es schon länger ein enges Miteinander. Schwieriger sei die Zusammenarbeit auf Landesebene. Deshalb bat der Verband Tiefensee um Rückendeckung durch die Landesregierung. Darüber hinaus würden Altenburg und der Landkreis einen Türöffner in Leipzig brauchen. Der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister sagte für beides seine volle Unterstützung zu.

Von Jörg Reuter

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