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Wiso-Direktorin Ursula Lehmann geht nach 38 Jahren in den Ruhestand

Wiso-Direktorin Ursula Lehmann geht nach 38 Jahren in den Ruhestand

Schon als Kind saß Ursula Lehmann gern im Unterricht. Und als Erwachsene hörte die 60-Jährige nicht damit auf, von Montag bis Freitag zur Schule zu gehen - bis gestern, als die Schuldirektorin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Wirtschaft und Soziales offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde.

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Voller Stolz: Die Zusammenlegung aller Schulteile der Berufsbildenden Schule für Wirtschaft und Soziales in den Gebäudekomplex in der Platanenstraße ist für Direktorin Ursula Lehmann einer der Höhepunkte ihrer Laufbahn gewesen.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Schon als Kind saß Ursula Lehmann gern im Unterricht. Und als Erwachsene hörte die 60-Jährige nicht damit auf, von Montag bis Freitag zur Schule zu gehen - bis gestern, als die Schuldirektorin der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Wirtschaft und Soziales offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. 38 Jahre unterrichtete die gebürtige Altenburgerin in der Stadt.

 

"Es war schon als Jugendliche mein Wunsch, größeren Schülern Wissen beizubringen", erzählt Lehmann über ihre Entscheidung, Lehrerin zu werden und Berufsschüler auszubilden. Nach dem Abitur mit Berufsausbildung (als Industrieschneiderin) studierte sie Elektroingenieurwissenschaften. Anschließend begann sie ihre Tätigkeit als Lehrerin an der Kaufmännischen Schule in der Dostojewskistraße, die seit 1997 Staatliche Berufsbildende Schule für Wirtschaft und Soziales heißt.

Zunächst bildete Lehmann die Schüler in den technischen Grundlagenfächern aus. Seit der Wiedervereinigung übernahm sie zusätzlich die Aufgabe als Schulleiterin. "Das war eine echte Herausforderung", erinnert sie sich, denn vor allem der wirtschaftliche Teil musste zu der Zeit neu organisiert und ausgerichtet werden. "Mein Mann und ich haben uns ganz viel Material von einer Partnerschule in Niedersachsen besorgt." Sie selbst machte zudem eine einjährige kaufmännische Weiterbildung und setzte anschließend alles daran, ihre Schule auszubauen und voranzubringen.

"Sie hat sich ganz nachhaltig für die Entwicklung der Schule eingesetzt", würdigte der stellvertretende Schulleiter Herbert Fechner seine Kollegin. Mit strategischem Weitblick und geschickter Diplomatie sei es Lehmann gelungen, die unterschiedlichen Standorte der Schule in ein Gebäude zu integrieren. Seit 2006 sind alle Schulteile in der Platanenstraße vereinigt. "Das war einer der schönsten Momente in meiner Laufbahn", blickt Lehmann auf die Eröffnung zurück.

Doch auch den Unterricht wird die Direktorin vermissen. "Auf die Schüler einzugehen und ein gutes Lehrer-Schüler-Verhältnis aufzubauen, war mir immer wichtig", sagte Lehmann. Ihre Kollegin Sigrid Kremser kann das nur bestätigen: "Sie ist immer Mensch geblieben und hat es geschafft, optimale Bedingungen zu schaffen - für die Schüler und für die Lehrer." Um den Lehrernachwuchs habe sich Lehmann ebenfalls gesorgt und dessen Ausbildung aktiv gefördert, erklärte Kremser, die einst selbst zu Lehmanns Lehrlingen gehörte. Dass die Bildungsstätte seit 2008 Seminarschule für angehende Lehrer an berufsbildenden Schulen ist, sei ebenfalls Lehmanns Verdienst.

Ans Ausruhen denkt die 60-Jährige trotz Ruhestand aber noch nicht. Der Kontakt zu den jungen Menschen habe sie selbst jung gehalten, sagte sie. "Es bricht eine neue Zeit an, auf die ich mich sehr freue." Und die möchte Lehmann aktiv nutzen: gemeinsam mit ihren drei Enkelkindern und bei der Weiterbildung in ihrem Hobby, der Fotografie. Ganz ohne Unterricht geht's also weiterhin nicht.

Jenifer Hochhaus

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Von Redakteur Jennifer Hochhaus

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