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Altenburg Wo lässt es sich im Altenburger Land kinderfreundlich speisen?
Region Altenburg Wo lässt es sich im Altenburger Land kinderfreundlich speisen?
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14:51 27.10.2018
Auch der kleine Kunde will König sein: Oskar (fast 5) lässt sich in der Poschwitzer Höhe seine Eierkuchen schmecken. Quelle: Maike Steuer
Altenburger Land

Einfach mal mit der Familie essen gehen. Kein schwieriges Unterfangen – bis sich kleine Gäste dazu gesellen. Denn plötzlich steht nicht mehr im Vordergrund, ob es dort vielleicht was Vegetarisch/Veganes gibt oder Opa sein Schnitzel bekommt, sondern: Kann man da auch mit Kind hingehen? Doch was macht einen gastronomischen Betrieb eigentlich kinderfreundlich? Gefragt danach, wo sie am liebsten essen gehen, mussten die „Fischschnapper“ der Kindertagesstätte „Kleiner Eisvogel“ in Treben nicht lange überlegen: McDonalds!!! Für die Vier- bis Fünfjährigen eine ganz klare Sache.

Weil es dort Platz zum Spielen und Spielzeug gibt, Luftballons, Fähnchen und auch mal eine Tüte Gummibärchen, draußen eine Rutsche und ja, Chicken Nuggets – die kulinarischen Standard-Definition vieler Gaststätten für „Kinderessen“.

Oder aus Elternperspektive geschrieben: Die Möglichkeit, selbst in Ruhe was zu essen, weil sich weder jemand am Nachwuchs stört bzw. der mit spielen beschäftigt ist, keine Deko zerstört oder Tischtücher herunter gerissen werden können und man als Eltern eher „Fast Food“ hinnimmt (gesunde Ernährung hin oder her) als stundenlanges Warten auf sein Gericht, was am Nervenkostüm aller zerrt. „Schnelles Essen“, das zudem noch kompatibel zum mitunter sehr selektiven Geschmack der Kurzen ist.

Aber da McDonalds nicht alles sein kann, machte sich die OVZ auf die Suche nach Alternativen im Altenburger Land. Gar nicht so einfach, aber: Wir sind fündig geworden. Vier verschiedenen Lokalitäten haben wir einen Besuch abgestattet und auf „Kindertauglichkeit“ getestet. So viel sei verraten: Ob sich Kinder wohlfühlen, hängt nicht an der Picknickbank mit Stiftebecher...

Ratskeller, Markt 1, Altenburg

Weiße Tischtücher, geballte Tradition und ein nobles Ambiente: Ob das mit Kindern zusammen passt? Ja, tut es, so lange sie noch nicht oder nicht mehr im „Sturm und Drang“-Alter sind. Denn sich großartig bewegen und spielen ist nicht. Zwar gibt es direkt im Eingangsbereich einen Tisch mit Stühlchen und eine kleine Truhe mit Büchern, aber unbeobachtet ist der Nachwuchs fix raus auf den Markt. Dafür wird für die kleinen Gäste einiges aufgetischt auf Kindertellern, extra Kinderglas, mit Stiftebecher und Kinderkarte zum ausmalen. „Sehr kinderfreundlich“, findet Laura Garcon, während Sohn Louis, 2, eifrig in Fischstäbchen und Kartoffelpüree matscht. „Wirklich schön hier.“

Fazit: Für besondere Anlässe eine kinderfreundliche Alternative. Soll ja Kinder geben, die ruhig sitzen bleiben und leise reden können ;-)

Poschwitzer Höhe, Poschwitzer Straße, Altenburg

Mit einem kleinen Gast auf dem Arm begrüßt mich Jörg „Poschi“ Wenzel: „Das ist mein Freund Travis!“ Ein Satz, der wunderbar zusammenfasst, warum die „Poschwitzer Höhe“ bei vielen Familien so beliebt ist. Weil die kleinen Gäste hier einfach dazu gehören. „Alle Gerichte sind auch als Kinderportionen erhältlich“ steht in der Speisekarte. Wobei: „Wir fragen die Kinder einfach, was sie essen wollen. Die Größeren gehen hinter zur Küche und bestellen selbst“, so „Poschi“. Selbst Papa und Opa, dreht er auch mal mit dem Kinderwagen eine Runde, damit eine Mama in Ruhe essen kann. „Warum denn nicht? Als Chef kann ich das!“ Bei schönem Wetter locken draußen Rutschen und Klettergeräte.

Fazit: Top! Hier dürfen sich die Kleinen wie zu Hause fühlen. Mit Liebe gekochte Hausmannskost zu familienfreundlichen Preisen.

B 180 Diner & Biker’s Inn, Altenburger Str. 43, Meuselwitz

„Hier ist es aber schön bunt“, entfährt es Oskar, als wir das B 180 betreten. Stimmt, farbenfroh ausgeleuchtet und gemütlich. Bis wir einen Blick auf die Burger-Karte werfen können, dauert es eine Weile. Schuld daran ist nicht die freundliche Bedienung, sondern „Rock – Ola“, einer original Musicbox aus den 1960er Jahren, die meinen Sohn in ihren Bann zieht. Ausprobieren erlaubt – klasse! Auf der Karte das Übliche – und zur Freude von Oskar Hot Dog. „Falls nichts dabei ist, gehen wir gern auf Kinderwünsche ein“, versichert die Mitarbeiterin. Am Wochenende läuft die Popcorn-Maschine und bei den Cocktails dürfen die Kids mitmischen. Wer ältere Sprösslinge dabei hat, möge sie ins Nebenzimmer schicken: Zum Billardtisch und der Dartscheibe.

Fazit: Nicht vom Namen irritieren lassen. Hier hat man ein Herz für Biker genauso wie für Familien.

Graf de Kartonage, Käthe-Kollwitz-Str. 31, Altenburg

Kaum haben wir das Restaurant in Süd-Ost betreten, ist an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken. Oskar hat direkt das Spielzeugregal entdeckt. Idee: Spitze! Stünde es nicht denkbar ungünstig am Eingang zur Küche und direkt hinter der Eingangstür. „Wir haben keine spezielle Spielecke“, erklärt Jürgen Graw. „Die Kinder nehmen das Spielzeug mit an den Tisch.“ Normalerweise. Drei Gerichte stehen auf der Kinderkarte. Auf deren Rückseite: Altenburg Motive zum Ausmalen. „Wer mag, kann für’s Kind auch einfach kostenlos einen ,Räuberteller‘ bestellen. Viele essen doch am liebsten bei Mama und Papa mit“, weiß Graw aus Erfahrung. Der Nachtisch steht schon auf dem Tresen bereit: Ein großes Glas Traubenzucker-Lollis.

Fazit: Kinder herzlich willkommen! Nur der Standort des prall gefüllten Spielzeugregals ist suboptimal.

Von Maike Steuer

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