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Altenburg Wo sich Rosa und Schwarz wunderbar ergänzen
Region Altenburg Wo sich Rosa und Schwarz wunderbar ergänzen
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00:35 15.07.2015
Pauline Stopp vor ihrem Bild "Morgen" - Teil der drei Blätter "Gestern", "Heute" und "Morgen". Quelle: Klaus Peschel
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Garbisdorf

Zu sehen sind 22 Arbeiten von Pauline Stopp. Die 26-jährige Künstlerin absolvierte 2012 den Fachbereich Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Seit zwei Jahren studiert sie Bildende Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut in Greifswald.

Betritt man die Galerie, fallen rechts 15 Collagen auf. Sie sind datiert auf das Jahr ihres Schneeberger Studienabschlusses, tragen den Titel "Fluoreszierende Jugend" und sind Teil der Diplomarbeit der Pauline Stopp. Auf diese Arbeiten wurde vor drei Jahren das Kuratorium des Lindenau-Stipendiums aufmerksam. Dieser Preis wird seit 2006 von der Sparkasse Altenburger Land, der Energie- und Wasserversorgung Altenburg, dem Sammler Günter Lichtenstein und dem Heimatverein Göpfersdorf gemeinsam mit dem Lindenau-Museum an einen Absolventen oder eine Absolventin einer Kunsthochschule vergeben. Pauline Stopp erhielt dieses Stipendium im Jahr 2013. Verbunden damit waren eine Ausstellung im Museum, ein Katalog und ein dreimonatiger Arbeitsaufenthalt im Quellenhof Garbisdorf.

Wie wichtig dieses Stipendium für die junge Künstlerin war, wurde am Freitag gleich zu Beginn des Ausstellungsgesprächs mit Günter Lichtenstein deutlich. "Es war vier Tage vor Weihnachten, als ich 2012 den Brief bekam", sagte Pauline Stopp. "Ich war baff." Von diesem Stipendium hatte sie bis dato nichts gehört und schaute erst einmal im Internet nach, worum es da geht. "Das Stipendium soll Absolventen von Kunsthochschulen Mut machen", teilte Günter Lichtenstein mit. "Die jungen Leute können hier in Garbisdorf erfahren, wie es ist, freischaffend als Künstler zu arbeiten." Vor diesem Vierteljahr Arbeit in der Einsamkeit habe sie damals Angst gehabt, gestand Pauline Stopp ein. Heute möchte sie diese Zeit nicht missen. "Ich habe hier zu mir gefunden."

In der Garbisdorfer Ausstellung sind Zeichnungen zu sehen, Malerei, Collagen und Objekte. Pauline Stopp verwendet Bleistift, Buntstift, Filzstift, Acryl, Garn und Ölkreide. Und ihren Kopf. Sie zeigte sich selbstbewusst angesichts einer brechend vollen Galerie: "Wenn ich vor einer Zeichnung sitze, weiß ich, wo der nächste Strich hinkommt." Ihre Kunst bezeichnete sie als abstrakt. Und sie weiß zu provozieren. Auch mit dem Titel der Ausstellung "Rosa ist komplementär zu Schwarz". Im Farbkreis der Farbenlehre zur Bestimmung der komplementären Farben steht dem Rosa etwas unfassbares Grünes gegenüber. Nicht das Schwarz. Im Farbkreis kommt Schwarz nicht vor. Schwarz sei keine Farbe, sagen die einen. Schwarz sei doch eine, sagen die anderen. Der Streit darüber nimmt kein Ende. Dabei haben ihn die Grafiker und Buchdrucker schon längst entschieden.

Pauline Stopp trat in Garbisdorf als Schlichterin auf: "In meiner Kindheit hatte ich Zauberstifte, die malten ihre Komplementärfarbe, und bei Schwarz war das Rosa." In den Zeichnungen von Pauline Stopp dominierte lange das Schwarz. Die Farbe Rosa kam hinzu. Die Ausstellung zeigt, dass Schwarz und Rosa keinen neutralen Grauton ergeben, also keine Komplementärfarben sind. Der Gang durch die Galerie führt nicht vom Licht zum Schatten, nicht von einer rosaroten Seligkeit über graue Depression zum tiefschwarzen Entsetzen. Pauline Stopp meistert die Farbbalance. Sie ist optimistisch. Und sie spielt mit dem Wort. "Gezwang" nennt sich eine Serie ihrer Arbeiten. "Das sind in einem Rahmen eingeengte Formen", sagte sie zur Vernissage. Sie sind rosa mit ganz wenig schwarz.

Die Ausstellung ist zu Veranstaltungen oder bei Voranmeldung (Kontakt: Tel. 037608 29030)bis zum 10. August zu sehen.

Klaus Peschel

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