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Altenburg Wohnpark Lindenau: An SWG-Projekt in Altenburg scheiden sich die Geister
Region Altenburg Wohnpark Lindenau: An SWG-Projekt in Altenburg scheiden sich die Geister
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00:17 22.10.2016
Auf der dicht bewachsenen Brachfläche hinter dem Kaufland in Altenburg-Südost will die SWG für 23 bis 25 Millionen Euro eine generationsverbindende Wohnanlage bauen. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der erste Spatenstich liegt noch in weiter Ferne. Dennoch sorgt der neue „Wohnpark Lindenau“ in Altenburg schon zu Beginn des Bauleitverfahrens für Diskussionen. Vor allem die Stadtratsfraktionen von Linken und Pro Altenburg hinterfragen das Projekt der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) kritisch. Diese plant, aus der bewaldeten, 1,65 Hektar großen Brachfläche hinter dem Kaufland Südost eine Anlage mit 130 Wohnungen zu machen, die barrierearm und daher für mehrere Generationen geeignet sind (die OVZ berichtete).

Bei den Linken bezweifelt man jedoch, dass so viele Neubau-Wohnungen überhaupt nötig sind. „Es gibt doch bereits ein 1,1 Hektar großes SWG-Grundstück mit 69 Wohnungen an der Südstraße, von denen die Hälfte nicht belegt ist“, sagt Fraktionschefin Kati Klaubert. „Besteht da überhaupt Bedarf?“

Das wiederum bejaht SWG-Geschäftsführer Michael Rüger und verweist auf Experten, die angesichts niedriger Zinsen eine hohe Nachfrage aus dem Umland vor allem nach Eigentum sehen. Deshalb plane man nur 40 Wohnungen im eigenen Bestand zu belassen und die übrigen zwei Drittel als Eigentum zu vermarkten. „Wir haben konkrete Vorstellungen, wie wir die Südstraße entwickeln wollen. Alle dort stehenden Häuser in Eigenregie zu sanieren, ist nicht möglich.“ Das sei kompliziert und teuer, weil alle Gebäude der Siedlung der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft für Angestellten-Heimstätten (Gagfah) Einzeldenkmale seien. „Für zwei kleine Häuser gibt es die Möglichkeit des Abrisses, die wir diskutieren müssen.“

Insgesamt sei das Gebiet mit kurzen Wegen zu Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung, Freizeiteinrichtungen und Restaurants infrastrukturell gut ausgestattet, begründet Rüger das Projekt weiter. „Die Ansprüche an moderne Wohnungen 2025 sind sicher andere als heute.“ Daher müsse man den Bestand modernisieren. „So ist es vorstellbar, dass der eine oder andere aus Nord oder Südost dahinzieht.“ In der Folge könne man dort wiederum zielgerichtet abreißen.

Konkret plant die SWG auf dem 2012 erworbenen und einst für einen Baumarkt vorgesehenen Grundstück preiswerte und moderne Wohnungen. Die Anlage soll Campus-Charakter haben und über einen zentralen Aufzug verfügen, von dem aus man über Laubengänge die drei Wohngebäude erreicht. Zudem ist eine Tiefgarage mit 80 Plätzen vorgesehen. Erreichbar soll diese sowie der ganze „Lindenau-Wohnpark“, der zudem noch Doppelhaushälften beinhaltet, über eine Anliegerstraße aus Richtung Südstraße sein. Die Erschließung ist 2017 geplant, ein Jahr später der Baubeginn. Vermarktet und fertiggestellt werden soll das laut Rüger 23 bis 25 Millionen Euro teure Vorhaben 2019.

Vor allem am Gesamtvolumen stört sich Peter Müller. „Ist es Aufgabe einer städtischen Wohnungsgesellschaft, solch ein großes Vorhaben zu stemmen?“, fragt der Pro-Altenburg-Chef vor dem Hintergrund von Risiken, wie hohen Schulden-, Mietrück- und Leerständen der SWG. „Können Sie ausschließen, nicht der Schneider von Altenburg zu werden?“, gab sich Müller in Anspielung auf den pleitegegangenen Leipziger Baulöwen Jürgen Schneider skeptisch.

Dem entgegnet Rüger: „100-prozentig ja! In der Zeit werden wir in der Lage sein, die Schulden in Nord zu enttilgen und neue Kredite aufzunehmen.“ Außerdem trage sich das Ganze wirtschaftlich und finanziell durch den Verkauf selbst. „Zudem haben wir die Möglichkeit, in kleinen Chargen zu beginnen.“

Argumente, die letztlich die große Mehrheit des Stadtrats überzeugte. Das Gremium setzte das Bauleitverfahren, das beschleunigt durchgeführt wird, mit 20 Ja-Stimmen in Gang. Fünf Stadträte wollten das nicht, zwei enthielten sich.

Von Thomas Haegeler

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