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Altenburg Wolfgang Enke erhält höchste Landkreis-Ehrung
Region Altenburg Wolfgang Enke erhält höchste Landkreis-Ehrung
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20:38 02.07.2013
Wolfgang Enke (M.) nimmt die Glückwünsche von Landrätin Michael Sojka und dem Direktor des Friedrichgymnasiums, Thomas Lahr, entgegen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Mit der höchsten Ehrung des Landkreises wird Enkes Engagement bei der historischen Aufarbeitung des Widerstandes von Schülern und jungen Lehrern gegen die russische Besatzungsmacht und ihres Kampfes für Freiheit und Demokratie Ende der 40er-Jahre in Altenburg gewürdigt. Die Medaille war dem Historiker am Sonnabend im Rahmen der Abiturfeier des Altenburger Friedrichgymnasiums von Landrätin Michaele Sojka (Linke) überreicht worden.

"Es ist mir eine große Freude, einen Mann ehren zu dürfen, der sich auf ganz besondere Weise für unseren Landkreis verdient gemacht hat", sagte die Landrätin in ihrer Rede. Die Auszeichnung sei ein Zeichen der hohen Wertschätzung und der Bedeutung des Wirkens Enkes für die Region.

Die Mitglieder der ein Dutzend Männer zählenden Widerstandsgruppe waren 1950 verhaftet und von sowjetischen Militärtribunalen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden, vier von ihnen sogar zum Tode. Wolfgang Enke, bis 1955 selbst Schüler des heutigen Friedrichgymnasiums und von 1977 bis 2000 Lehrer dort, hat die Forschungsarbeiten zu diesem Thema seit 1990 vorangetrieben. Dabei entstand unter anderem eine Dauerausstellung in der Schule. Zudem war er maßgeblich mitverantwortlich dafür, dass es seit mehr als zehn Jahren in der Schule eine Gedenktafel und am Hospitalplatz einen Gedenkstein gibt, die an die damaligen Geschehnisse und an die Opfer erinnern.

Für diese beispiellose Arbeit auf dem Gebiet der Geschichtsforschung, insbesondere für sein Wirken in Zusammenhang mit den Recherchen zur stalinistischen Verfolgung in der frühen DDR, gebührt Wolfgang Enke Dank und Anerkennung, sagte Sojka. "Erst dadurch wurden die historischen Ereignisse wieder lebendig, sie bleiben unvergessen und wir können sie an nachfolgende Generationen weitergeben."

Die Landrätin hob außerdem ein ganz besonderes Schauspiel hervor, das am 3. März seine Uraufführung am Landestheater Altenburg erlebte: "Die im Dunkeln" - ein Stück der jungen Autorin Mona Becker, die das Wirken der Widerstandsgruppe auf die Bühne brachte. "Dieses eindrucksvolle, emotional bewegende Schauspiel wäre ohne die jahrelange akribische und fachlich herausragende Aufarbeitung der damaligen Geschehnisse durch Wolfgang Enke undenkbar gewesen", sagt Sojka.

Jens Rosenkranz

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