Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Workcamp 2016: Jugendliche engagieren sich im Altenburger Land
Region Altenburg Workcamp 2016: Jugendliche engagieren sich im Altenburger Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 20.07.2016
Im wahrsten Sinne des Wortes eine bunte Truppe: Beim Workcamp in der Gemeinschaftsschule Erich Mäder arbeiten Jugendliche und Erwachsene aus verschiedenen Nationen gemeinsam. Quelle: Mario Jahn
Anzeige
Altenburg

Es herrscht reger Betrieb in der Gemeinschaftsschule Erich Mäder – trotz Sommerferien. Im Treppenhaus ist der Boden mit Malervlies ausgelegt und die Wände stellenweise neu gestrichen. An manch anderer Ecke wird noch fleißig gearbeitet und der Pinsel geschwungen. 15 Jugendliche des Workcamp 2016 verbringen eine Woche in den Räumen der Schule.

Sie arbeiten aber nicht nur hier und helfen bei der Renovierung des Treppenhauses, sie schlafen auch in den Räumen der Schule. „So wächst die Gruppe noch besser zusammen“, erklärt Kerstin Daniel, Leiterin des Workcamps. Initiiert wurde das Projekt im vergangenen Jahr vom Förderverein Denkmalstiftung Altenburger Kulturlandschaft e. V. und findet zum zweiten Mal statt. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind ein bunt gemischter Trupp aus den unterschiedlichsten Nationalitäten – so wie es die Idee des Workcamps ist – im Alter zwischen 16 und 26 Jahren. „Wir haben Teilnehmer aus Deutschland, Estland, Italien, England, Malawi, Russland und einige Asylbewerber dabei“, so Daniel, die aus Münster stammt und extra für das Camp hier her gekommen ist.

Verständigt wird sich während der Arbeit mit Händen und Füßen oder einem wilden Mix aus Englisch und Deutsch. Berührungsängste haben die Teilnehmer keine. Bereits am dritten Tag des Camps ist die Gruppe zusammengewachsen. Während die Jungs das Treppenhaus mit einem neuen Anstrich verschönern, kümmern sich die Mädchen draußen um den Schulgarten und befreien die Beete von Unkraut.

Neben den Streicharbeiten im Treppenhaus wurde bereits ein Zimmer der Schule neu gemalert. Dort soll eine Bibliothek eingerichtet werden. Dagmar Schach, Lehrerin für Deutsch und Geschichte an der Erich Mäder Schule unterstützt die Arbeiten des Workcamps. „Ich finde die Idee ganz großartig“, sagt sie. „Die Jugendlichen lernen in diesem Umfeld Gleichaltrige aus anderen Nationen kennen und sehen: Die sind genau wie ich, die hängen auch mal am Handy oder vermissen den Freund in der Heimat.“ Sie ist sich sicher, dass das Zusammensein den Jugendlichen hilft, über den eignen Tellerrand zu gucken und andere Ansichten besser verstehen zu können.

Die ausländischen Teilnehmer haben sich über die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD) beworben und arbeiten, genau wie die Einheimischen, freiwillig für drei Wochen im Altenburger Land. „Mir gefällt die internationale Atmosphäre und das man Leute aus anderen Ländern kennenlernt“, sagt Eleni. Sie kommt aus Griechenland und unterstützt Daniel als Koordinatorin. Sie ist, wie alle Jugendliche aus dem Ausland, zum ersten Mal in Altenburg. „Es ist wirklich eine schöne Stadt. Wir haben uns schon einige Highlights wie den Markt oder das Schloss angeguckt.“ Sie ist gespannt auf die nächsten Stationen.

Denn in der zweiten Woche geht es für die Workcamper weiter zum Quellenhof nach Garbisdorf und in der dritten Woche zum Fachwerkhaus an der Bockwindmühle in Lumpzig. „Was uns nächste Woche für Arbeiten erwarten, wissen wir noch gar nicht so genau“, sagt Daniel. „Wir lassen uns überraschen und gucken vor Ort, was nötig ist.“ Sie vermutet, dass es vor allem Tischler- und Schreinerarbeiten sein werden, um Möbel zu restaurieren. In Garbisdorf und Lumpzig schlafen die Jungen und Mädchen in Zelten. Es wird, wie bereits in der ersten Woche, gemeinsam gekocht und die Freizeit gestaltet. „Kochen, Aufräumen und Abwaschen, das organisieren die Teilnehmer untereinander. Sie helfen sich gegenseitig und die Stimmung in der Gruppe ist wirklich sehr gut“, weiß Daniel.

Von Tatjana Kulpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Altenburg Schreckliche Erlebnisse auf der Rückfahrt - Schöne Ferien in Altenburg enden mit Schock an der Grenze

Nach ihren schönen Erlebnissen in Altenburg gerieten die Kinder aus der Gegend um Tschernobyl bei ihrer Rückreise an der Grenze zu Weißrussland in ein Martyrium. Ihnen wurden bei 34 Gad im Bus die Getränke abgekommen, die Dolmetscherin musste ihr Geld abgeben, das für die Behandlung kranker Verwandter gespendet wurde.

20.07.2016

Der Discounter Aldi strukturiert in Altenburg mächtig um. Wie Regionalgeschäftsführer Rüdiger Tix auf OVZ-Nachfrage bestätigte, schließt die Filiale im Osterland-Center 2017. Dafür will der Handelsriese parallel dazu und entgegen seiner bisherigen Pläne den Markt nahe des Bahnhofs nicht nur erweitern, sondern neu bauen.

19.07.2016

Eine Liveband am Abend ist bei jedem Volksfest oder der Faschingsveranstaltung so etwas wie das Salz in der Suppe. Wenn CCRs „Bad Moon Raising“, Drafi Deutschers „Marmor, Stein und Eisen bricht“ oder der „Kling Klang“ von Keimzeit durch die Boxen dringt, dann ist, vorausgesetzt die Musiker auf der Bühne verstehen ihr Handwerk, eine volle Tanzfläche und gute Stimmung eigentlich garantiert.

19.07.2016
Anzeige