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Wracks im Altenburger Rathaus

Wracks im Altenburger Rathaus

Gegenden, in denen sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen sind? - Richtig: Ziemlich menschenleere Ecken, Niemandsland eben. Aber in solchen scheinbar vergessenen Ecken finden sich auch bemerkenswerte Orte, wie Bastnäs im tiefsten Südschweden.

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Jörg Neumerkel mit einem seiner Lieblingsmotive: Ein Mercedes steht im Wald - und wird langsam ein Teil von ihm.

Quelle: Mario Jahn

Jörg Neumerkel, begeisterter Reisender und Hobbyfofograf, kommt noch heute bei der Schilderung seiner Eindrücke des 2011 Erlebten ins Schwärmen.

"Da fährt man vorbei an Seen und Wiesen hinein in einen Wald, die Straße wird immer schlechter, und dann scheinen sie einen plötzlich aus dem Dickicht heraus anzuschauen, ja illern irgendwie durch das Gestrüpp", erzählt der 50-Jährige. Er meint damit dort abgestellte und ausgeschlachtete Wracks auf dem Autofriedhof. "Man denkt erst, dass dort so um die 20 solcher Rostlauben stehen, und dann tut sich im Wald urplötzlich eine große Wiese auf, auf der hunderte, ja vielleicht sogar um die tausend solcher Wracks stehen", erzählt Neumerkel. Beileibe keine "gewöhnlichen" ausgemusterten Fahrzeuge, sondern durchweg Modelle aus den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die dort auch schon eine gefühlte Ewigkeit ihre letzte Ruhe gefunden zu haben scheinen und langsam von der Natur erobert und besiegt werden.

Diesen einzigartigen morbiden Charme, den dieser schon seit fast 30 Jahren stillgelegte und scheinbar vergessene Autofriedhof auf die Besucher ausstrahlt, hat Jörg Neumerkel mit der Kamera festgehalten und auf circa 150 Bildern verewigt. 20 von ihnen sind jetzt in der Galerie des Altenburger Rathauses zu sehen. "Eigentlich hätte ich noch etliche Bilder mehr zeigen können, aber ich hatte leider nicht mehr Rahmen", entschuldigt sich der Hobbyfotograf, der bislang bereits auf Burg Posterstein sowie im Landratsamt ausstellte. Doch seine dort präsentierten Motive zeigten Lebendiges, Landschaften und Menschen.

Aber die jetzigen Fotos vermeintlich toter Autowracks wirken beileibe nicht tot, sondern bemerkenswert lebendig. So haben die ab den 1950er Jahren bis 1986 dort von den Brüdern Tor und Rune Ivansson ausgeschlachteten und aufgetürmten Wracks regelrechte Gesichter. Wie einst wohl jedes Auto ein "Gesicht" hatte. Echtes Leben herrscht in diesen Stillleben: Die Natur erobert sich erst die Autoleichen und schluckt sie nach und nach.

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) war - wie auch die anderen zahlreich zur Vernissage erschienenen Besucher - von den Bildern angetan. "Jörg Neumerkel hat den Blick für das Besondere und das hier erneut festgehalten." Wie man auch in Altenburg die eine oder andere morbide Ecke habe, die nicht schön sei, aber einen ganz gewissen Charme ausstrahlen kann, sei ihm mit den Autowracks in Südschweden gelungen, diese Botschaft zu transportieren. "Es zeigt auch, dass das eine kommt, während das andere geht", sieht Wolf Gleichnisse in einem Kreislauf, der sich auch in Altenburg zwar manchmal langsam, aber stetig bewegt.

"Bastnäs" ist bis zum 20. November in der Altenburger Rathausgalerie zu sehen.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 26.09.2015

Jörg Wolf

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