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Altenburg Wunderbar, Katie!
Region Altenburg Wunderbar, Katie!
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20:05 30.06.2014

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Es war ein zweigeteiltes Konzert und brachte im ersten Abschnitt einen reinen Mozartteil, wie er so programmiert hier lange nicht zu hören war. Thomas Wicklein machte daraus kein leichtes musikalisches Sommervergnügen à la Serenadenmusik auf Schloss Schönbrunn in Wien, sondern gab Mozarts Pariser Sinfonie und seinem Divertimento D-Dur KV 136 eine weitblickende intensive Interpretation. Sie war spielerisch und doch eindringlich, tief gehend und melodiebetont. Der Dirigent führte das Orchester gleichermaßen zu intensivem Spiel, das der mozartschen Musik die charakteristische Mischung aus kraftvollem Ausdruck und sanglicher Melodik gab. Das war ein Mozart, der tief beglückte.

Tief beglückte auch Katie Bolding mit zwei Mozartarien. Der Sopranistin war dieses Konzert gewidmet, da sie sich nach nur zwei Jahren Engagement in Gera und Altenburg von ihrem Publikum verabschiedete. Zu hören waren die Arie der Zaide aus dem gleichnamigen unvollkommenen Singspiel "Ruhe sanft, mein holdes Leben", die jede große Sängerin in ihrem Repertoire hat und in großen Gala-Veranstaltungen singt, sowie das große Rezitativ und die Arie 1 der Ilia aus Mozarts Oper "Idomeneo". Damit bewies Bolding noch einmal ihr großes sängerisches Vermögen, das zu zeigen ihr leider mangels großer tragender Rollen auf den beiden Bühnen in Gera und Altenburg nur bedingt möglich war.

Wenig "opernhaft" musste sie im zweiten Programmteil singen, der von französischer Musik geprägt war, die schon weit in die Moderne reicht. Katie Bolding sang fünf Lieder aus der Liedersammlung "Chants d'Auvergne", die der französische Komponist und Musikwissenschaftler Joseph Canteloube in seiner Heimat gesammelt hatte. Er zog durch die Orte seiner engeren Heimat und ließ sich Lieder und Texte von den Bauern und Hirten vortragen. Er bewahrte die Schlichtheit und Naivität dieser Lieder bei seinen Orchesterarrangements, die alsbald Eingang in die Konzerthäuser fanden und so am letzten Sonnabend auch in den Festsaal des Schlosses. Canteloube mischt auf raffinierte Weise den folkloristischen Ton mit expressionistischen Klängen. Katie Boldings hier mädchenhafte und unverbrauchte Stimme gab dem ohnehin natürlichen Gepräge dieser Lieder einen zusätzlichen Hauch von ländlicher Idylle. Das kam beim Publikum gut an, das mit Bravos und überreichem Beifall der Sängerin so Anerkennung zollte. Die Begleitung durch das Orchester unter Thomas Wicklein war sicher und exakt, teilweise aber zu kräftig zu Boldings verhaltenem Gesang.

Das zweite größere Werk nach der Pause war die Symphonische Suite Paris von Jacques Ibert, Landsmann und Zeitgenosse von Canteloube. Auch dessen Werk erklang zum ersten Mal in Altenburg. Ibert hat Freude an Klangmalerei und schuf sechs musikalische Miniaturen von typischen Stätten der französischen Hauptstadt. Das Orchester spielte diese kurzen Stücke mit Hingabe und Freude ganz zum Vergnügen der Zuschauer.

Dieses steigerte sich noch, als Katie Bolding und Thomas Wicklein das Urteil über ihre eigene Veranstaltung mit dem Duett "Wunderbar" aus dem Musical "Kiss me, Kate" von Cole Porter fällten. Da das Publikum keine gegenteilige Meinung hatte, entfaltete sich eine Begeisterung, die der in Fußball-Brasilien nicht nachstand. Jubel, Beifall und Bravos fanden fast kein Ende. Doch die erhoffte Zugabe kam nicht.

Manfred Hainich

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