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Altenburg Wunderbares Haus ohne Geld - weiter kein Konzept fürs Lindenau-Museum
Region Altenburg Wunderbares Haus ohne Geld - weiter kein Konzept fürs Lindenau-Museum
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21:32 07.02.2012
Beeindruckter Minister: Christoph Matschie lässt sich von Direktorin Jutta Penndorf Hintergründe zur Sammlung frühitalienischer Malerei erläutern. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Von Günter Neumann

"Es ist ein wunderbares Haus." Der SPD-Politiker ist sichtlich beeindruckt vom Lindenau-Museum, für das er sich am Freitagnachmittag - nach der Unterschrift unter den Theaterfinanzierungsvertrag und der Übergabe von Kita-Fördermitteln (OVZ berichtete) - knapp zwei Stunden Zeit nimmt. "Wir müssen über langfristige Perspektiven zur Finanzierung nachdenken", gibt er seinen Gastgebern recht. Und gesteht nach der kleinen Privatführung von Museumsdirektorin Jutta Penndorf durch frühitalienische Tafelbilder, antike Keramiken, Abguss-Sammlung, Bibliothek, deutsche Malerei und Grafik bis zur aktuellen Strawalde-Schau zugleich ein: "Das ist ein Schatz, den wir in Thüringen noch nicht ausreichend vermarkten." Rund 20 000 Besucher im Jahr seien einfach zu wenig.

Seine Gastgeber nutzen die Gelegenheit, dem Ressortchef die drängenden Probleme zu veranschaulichen. Personell, baulich und finanziell gibt es seit langem große Sorgen, wie Jutta Penndorf berichtet. Denn der Jahresetat von rund einer Million Euro - jeweils etwa hälftig vom Freistaat und Landkreis aufgebracht und durch rund 170 000 Euro Einnahmen ergänzt - reicht nicht aus, um das Haus zukunftsfähig zu machen. Die größtenteils aus Fördermittel stammenden knapp 50 000 Euro für Restaurierungen und Investitionen erst recht nicht. Ohne den seit Jahren diskutierten Anbau sind die Probleme mit fehlenden Depots, Arbeitsräumen, Toiletten und Fahrstuhl nicht zu lösen, sagt Penndorf. Kosten allein dafür etwa fünf Millionen Euro.

"Wir können die Finanzierung nicht verstetigen", klagt Ludger Boße vom Landratsamt, der für Landrat Sieghardt Rydzewski (parteilos) beim Minister-Termin dabei ist. Auch mit der Stiftung für das Museum geht es aus Geldgründen nicht vorwärts. Dringend gebraucht werde eine verlässliche längerfristige Finanzierungsvereinbarung.

Das sieht auch Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf so, dem das Lindenau-Museum zwar nicht untersteht, in dessen Stadt es aber steht. "Wir können diese einzigartige Kultureinrichtung nicht ständig fiskalischen Unwägbarkeiten ausliefern", appelliert der SPD-Mann an seinen Minister-Parteifreund.

Doch Matschie weiß auch um die nicht mehr vorhandenen finanziellen Spielräume des Freistaats. Schon die längerfristigen Finanzzusagen für Theater und Hochschulen waren ein kaum zu wiederholender Kraftakt. So wirbt er stattdessen für bessere Vermarktung, beispielsweise im Zusammenhang mit dem Reformations-Thema und gemeinsam mit dem Nachbarn Sachsen. "Ich kann heute nichts versprechen, wir müssen im Dialog bleiben."

-Standpunkt Seite 11

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