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ZAL beschließt Gebührenänderungen

ZAL beschließt Gebührenänderungen

Eigentümer von großflächigen Häusern oder Bauernhöfen müssen sich dieses Jahr auf höhere Wasser- und Abwasser-Kosten einstellen. Aber auch die Kommunen werden durch die Änderungen der Gebührensatzungen, die der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) Ende vergangener Woche auf seiner Mitgliederversammlung in Wilchwitz beschlossen hat, stärker zur Kasse gebeten.

Wilchwitz. Eigentümer von großflächigen Häusern oder Bauernhöfen müssen sich dieses Jahr auf höhere Wasser- und Abwasser-Kosten einstellen. Aber auch die Kommunen werden durch die Änderungen der Gebührensatzungen, die der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL) Ende vergangener Woche auf seiner Mitgliederversammlung in Wilchwitz beschlossen hat, stärker zur Kasse gebeten. "Für die meisten Eigenheim-Besitzer, die eine Grundfläche von 100 Quadratmeter haben, ändert sich kaum etwas, weil sich die Gebührensenkung für Schmutzwasser und die Erhöhung der Gebühren für Oberflächenentwässerung da nahezu aufheben", erklärte ZAL-Werkleiter Lars Merten auf OVZ-Nachfrage. "Für einige könnte es sogar günstiger werden."

 

Laut den Beschlüssen der Verbandsräte sinkt die Abwassergebühr für Volleinleiter, deren Schmutzwasser ohne Vorklärung ins öffentliche Abwassernetz geht, von derzeit 3,67 Euro auf 3,48 Euro je Kubikmeter und die für Teileinleiter, die eine Vorkläranlage nutzen, von 1,15 Euro auf 0,94 Euro pro Kubikmeter. Auch die Entsorgung von Fäkalschlämmen aus Kleinkläranlagen wird billiger. Statt bisher 26,13 Euro sind dafür nun 25,38 Euro je Kubikmeter zu zahlen.

Dem gegenüber stehen aber deutliche Steigerungen der Kosten für die Oberflächenentwässerung. So erhebt der ZAL für anfallendes Niederschlagswasser künftig eine Gebühr von 73 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Das entspricht einer Verteuerung von rund 43 Prozent, denn bisher wurden 51 Cent fällig. "Für Eigentümer von großen Häusern oder Bauernhöfen ist es angesichts dessen kein Trost, dass die Gebühren für Schmutzwasser gesunken sind", sagte Merten. Daneben beschlossen die Verbandsräte auch, dass die Straßenentwässerung teurer wird. Hier steigt das Entgelt pro Quadratmeter Straße von 70 auf 71 Cent, was vor allem die Gemeinden trifft, da dies auch Flächen wie Wege und Plätze trifft. Wirksam werden die Änderungen rückwirkend zum 1. Januar 2012. Beim Trinkwasser hingegen bleibt alles wie bisher.

Dass die Preise nicht noch mehr gestiegen sind und die Senkungen höher ausfielen als ursprünglich geplant, verdanken die ZAL-Kunden der Intervention der kommunalen Rechtsaufsicht im Landratsamt. Denn diese hatte den Zweckverband, dem alle Gemeinden und Kommunen des Kreises mit Ausnahme der Städte Altenburg, Meuselwitz und Schmölln angehören, gezwungen Eigenkapital in Höhe von knapp 5,8 Millionen Euro aufzulösen. Diese Summe entspricht dem Wert der Wasserleitungen, die die Landesentwicklungsgesellschaft dem ZAL 2007 übertrug, nachdem sie das Teerverarbeitungswerk Rositz saniert hatte. Von den knapp 5,8 Millionen Euro verbucht der ZAL nun über 33 Jahre jährlich drei Prozent als Einnahme - auch dem stimmten die Verbandsräte am Donnerstag mit klarer Mehrheit zu.

"Das ist eine einmalige Angelegenheit", erklärte ZAL-Chef Stephan Etzold. "Man kann mal an dieser Schraube drehen, aber jetzt steht das Rad am Anschlag." Zehre man weiter vom eigenen Kapital, gefährde das die Kreditwürdigkeit des Zweckverbandes. "Ohne Kredite sind aber kaum noch Investitionen möglich."

Zudem winkte das Gremium eine neue Gebühr durch, nämlich die für die Kontrolle von Kleinkläranlagen, die direkt ins öffentliche Netz einmünden. "Dafür war bisher die Untere Wasserbehörde zuständig", so Merten. "Durch eine Gesetzesänderung wurde uns nun diese Aufgabe übertragen." Folglich werden für die Erstkontrolle der Anlagen vor Inbetriebnahme künftig 65 Euro fällig. Die alle zwei bis drei Jahre nötige Wartung schlägt mit 90 Euro zu Buche und die Kontrolle aufgrund von Mängeln kostet 40 Euro.

Thomas Haegeler

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