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Altenburg ZAL will ab Januar Abwassergebühren erhöhen
Region Altenburg ZAL will ab Januar Abwassergebühren erhöhen
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20:23 14.12.2011

Von Günter Neumann

"Da staune ich aber schwer", entfuhr es dem verblüfften ZAL-Verbandsrats-Vorsitzenden Stephan Etzold nach der Abstimmung. Mit nur 20 Ja-, aber 17 Nein-Stimmen hatte der Gebührenbeschluss lediglich eine hauchdünne Mehrheit gefunden. In den gründlichen Vorberatungen der neuen Kalkulation sei von solchem Widerstand aber nichts zu spüren gewesen, berichtete der Saaraer Bürgermeister am Tag danach.

"Das ist schon eine Frechheit. Und ausgerechnet die Gemeinden stimmen dagegen, die uns am meisten bekniet haben, ihre Abwasserprobleme doch bitteschön schnell zu lösen", meinte der CDU-Politiker, und lieferte die Liste der Ablehner gleich mit: Altkirchen, Frohnsdorf, Göhren, Haselbach, Heiersdorf, Jückelberg, Langenleuba-Niederhain, Lucka, Nobitz, Windischleuba, Ziegelheim.

Am Fakt dürfte sich dennoch nichts ändern, auch wenn die Entscheidung der Verbandsversammlung nur ein sogenannter Vorankündigungsbeschluss ist und ganz offiziell wohl erst Ende Januar gefasst wird. Denn einerseits sind noch einige Detailfragen offen, andererseits wäre eine rechtswirksame Ankündigung angesichts der üblichen Genehmigungsfristen bis Ende des Jahres nicht mehr zu schaffen gewesen. Der neue Kalkulationszeitraum läuft aber ab 2012, und rückwirkende Gebührenerhöhungen sind nun mal verboten - deshalb der Vorankündigungsbeschluss.

Wie sehr die neue Kalkulation notwendig ist, hatte zuvor Oliver Holtkamp von der Erfurter Consservice Invest GmbH & Co. KG erläutert, deren Fachleute das gut 80-seitige Zahlenwerk erarbeiteten. Nach ihren Berechnungen sind zwar bei den Trinkwassergebühren keinerlei Änderungen nötig, dafür beim Abwasser umso mehr.

Denn vor allem bei dem erstmals berücksichtigten Niederschlagswasser gab es im abgelaufenen Kalkulationszeitraum erhebliche Abweichungen. Ein Grund für die Differenzen könnte sein, dass die Grundstückseigentümer die Flächen selbst schätzten. "Wenn's um Gebühren geht, ist der Einfallsreichtum groß", seufzte Etzold. Eine Überprüfung der tatsächlich versiegelten Flächen, auf deren Grundlage die Berechnung erfolgt, würde Jahre dauern, ergänzte Holtkamp. Und resümierte: "Wer trickst, schadet nicht dem Verband, sondern dem Nachbarn." Denn nun müssten die Gebühren generell angehoben werden.

Wobei der Unterschied in der Gesamtbetrachtung nicht einmal groß ausfällt. Wurden die Haushalte im ZAL-Gebiet 2008 noch mit alles in allem 4,47 Millionen Euro für Abwasser belastet, werden es nach der neuen Kalkulation 2015 lediglich 4,65 Millionen Euro sein. Ein Plus von vier Prozent und im Vergleich zu Strom- und Gaspreissteigerungen wenig, wie Holtkamp erinnerte. Im Einzelfall allerdings können die Abweichungen beträchtlich sein.

So fällt bei den sogenannten Volleinleitern die Erhöhung für Grundstücke, die nur von einer Person bewohnt werden, mit neun Prozent relativ hoch aus. Bei vier Personen beträgt die Steigerung dagegen nur ein Prozent. Und bei den sogenannten Teileinleitern tritt bei vier Personen-Haushalten sogar eine Gebührensenkung von elf Prozent ein.

Die Berechnungen sind kompliziert und wenig transparent, räumt auch Oliver Holtkamp ein: "Leider haben uns die Gerichte gezwungen, die Kalkulationen immer detaillierter und komplizierter zu machen."

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