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ZFC-Präsident Wolf kündigt großen Umbruch an

ZFC-Präsident Wolf kündigt großen Umbruch an

Das Team habe vieles vermissen lassen, was sie in der vierten Liga auszeichnen müsste: "Läuferisch, kämpferisch und letztendlich auch von der Einstellung etlicher Spieler her.

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Der Blick von ZFC-Boss Hubert Wolf verrät es: In dieser Saison konnte einem mehrfach das Lachen gründlich vergehen.

Quelle: Mario Jahn

"

 

Zum letzten Heimspiel der Saison fand die Präsidentenschelte in Hubert Wolfs Kolumne des Stadionmagazins seinen vorläufigen Höhepunkt: Sogar von einer gewissen "Amtsmüdigkeit" spricht dort der Klubboss: "Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob ich mit dem von mir zwangsläufig mitorganisierten Elend da noch der richtige Mann an der Spitze bin. Ich habe keine Lust, mit meinem Ehrenamt Frust und Ärger zu produzieren." Zudem bekannte Wolf, dass er sich schäme, bei einigen Spielern seine Unterschrift unter die Verträge gesetzt zu haben. Das saß und sorgte in Fußball-Meuselwitz für ordentlich Gesprächsstoff.

 

"Die Zuschauer sollen doch nicht denken, ich bin ein Idiot und sehe nicht, was da abgeht", erklärte der Präsident gegenüber der OVZ. Und stellte zugleich klar, dass er als Präsident sehr wohl an Bord bleibt. "Meine Frau Brit (Schatzmeisterin beim ZFC, Red.) und ich haben eine Übereinkunft, an die wir uns auch halten. Solange der Verein Kreditverbindlichkeiten hat, werden wir nicht vom Feld gehen. Das wäre auch nicht fair. Obwohl es in den zurückliegenden Monaten nur noch bedingt Spaß gemacht hat", erklärte Hubert Wolf unumwunden.

 

Allerdings brauche es jetzt nach "drei Jahren Krampf" einen großen Umbruch, "der eigentlich schon länger nötig gewesen wäre". Was auch heißt, dass die Mannschaft ihr Gesicht grundlegend verändern wird und der ZFC den Weg in mehr Professionalität mit vielen neuen Gesichtern gehen will.

 

Mit bedeutend mehr Profitum will der ZFC Meuselwitz in sein hoffentlich nicht verfluchtes siebentes Regionalliga-Jahr starten. "Mit dem Trainerstab um Dietmar Demuth, der übrigens bleibe, habe man über dieses Thema mehrfach geredet. Aber eigentlich hat man schon zu Saisonbeginn gesehen, dass unser Modell vom Fußball an seine Grenzen stößt", erklärt Wolf.

 

Mittlerweile sind die wichtigsten Details festgezurrt, wie die Meuselwitzer das Trainingspensum zu Lasten der Arbeit erhöhen wollen. "Allen Neuzugängen werden wir nur Minijobs mit zwölfeinhalb Wochenstunden Arbeit anbieten. Dafür wird es an den Hauptbelastungstagen Mittwoch oder Donnerstag zwei Trainingseinheiten geben", erklärt Wolf. Mit diesem Mehr an Einheiten solle vor allem jungen Spielern mehr Raum gegeben werden, sich fußballerisch weiterzuentwickeln.

 

Der Mehraufwand an Training werde dann entsprechend finanziell kompensiert. Der ZFC-Boss rechnet damit, dass diese Verschiebung für den Verein Mehrkosten von rund 30 000 Euro im Jahr bringen wird. Kompensiert werden solle dies unter anderem damit, dass der aktuelle Kader von 23 Spielern auf dann 19 reduziert wird. Wolf ist sich durchaus bewusst, dass dies ganz knapp kalkuliert ist und ein Trainer viel lieber aus einem Reservoire von 24 oder gar 26 Spielern schöpfen würde. "Aber das können wir uns einfach nicht leisten. Zudem kann der Trainer der ersten Mannschaft ja auch zusätzlich sein Team mit Talenten aus unserem U23-Team auffüllen, die in der Landesklasse eine gute Saison abliefert", stellt der Präsident klar.

 

Derzeit läuft intensiv die Suche nach neuen Gesichtern für das Gesicht der Mannschaft in der Saison 2015/2016. Dass man sich beim ZFC trotz mehr Profitums eine goldene Nase verdienen könnte, dementiert der Vereinschef. Wenngleich er auch keine konkreteren Zahlen nennen will. Nur so viel: "Bei uns kann jeder Spieler mit Arbeit und Fußball das verdienen, was ein gut ausgebildeter Facharbeiter in einem Vollzeitjob bekommt. Plus Punkteprämien im Erfolgsfall."

 

© Kommentar Seite 15

Jörg Wolf

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